Von Freund zu Feind – der neue Instagram Algorithmus

Wir beschäftigen uns hier auf dieser Website in diesem Semester vor allem mit den Schattenseiten des Social Web. Und haben uns mit Cookies, #metoo, Trollen und Realfakes beschäftigt. Doch auch Instagram spielte in unseren Diskussionen immer eine entscheidende Rolle, da wir selbst fast alle User dieser Plattform waren. Doch was ist, wenn man nicht nur normaler User einer Plattform ist und diese zum Spaß nutzt, sondern sein Geld im Social Web verdient? Welche Schattenseiten kann es geben, wenn soziale Plattformen Neuerungen herausbringen, die die Reichweite einschränken. Sind neue Entwicklungen wirklich immer für alle gut?

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Für viele ist Instagram nicht mehr nur Spaß und Zeitvertreib, sondern auch Job und Business. Allein bezogen auf Interaktionen und Aufrufe mit Stories, ist Instagram die klare Nummer eins für Unternehmen und Influencer. Wenn man sich nur auf seine Interaktionen konzentriert und die Entwicklung seit Juni 2016 verfolgt, konnten viele Accounts auf Instagram einen Rückgang bei den Interaktionen feststellen. Dies liegt vor allem an der größten Änderung, die Instagram damals vorgenommen hat. Ein neuer Algorithmus. Aber was ist der neue Algorithmus überhaupt?

Fotos wurden dem Nutzer nicht mehr chronologisch im Feed angezeigt, sondern wurden nach Wichtigkeit sortiert. Die Wichtigkeit setzt sich hierbei vor allem aus „Engagement“, also Interaktion zusammen. Wenn ein Nutzer von einem Account viele Bilder liked, kommentiert und vielleicht sogar private Nachrichten schreibt, wird diesem Account eine höhere Wichtigkeit zugeordnet, als Accounts bei denen das nicht der Fall ist. Das heißt: die Beiträge des Accounts bei dem viel Interaktion des Nutzers vorhanden ist, werden immer oben im Feed angezeigt oder auf der Explore Seite, auf dem Nutzer, die dem Account noch nicht folgen, diesen entdecken und im Idealfall auch folgen können. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass dieser Account automatisch mehr Reichweite generieren konnte. Und gerade für Accounts, die mit ihren Fotos Geld auf Instagram verdienen möchten, ist die Reichweite das A und O. Doch bevor das Thema der Reichweite vertieft wird, sollte man sich erstmal fragen, warum Instagram überhaupt den Algorithmus eingeführt hat?

Das basiert auf einem grundlegenden Problem, das Instagram mit steigender Nutzeranzahl bekommen hat. Weltweit hat Instagram momentan über 800 Millionen Nutzer, die natürlich alle fleißig Beiträge posten. Das führte zu einer sehr sehr hohen Beitragsfrequenz die es irgendwie zu verarbeiten galt, da es unmöglich ist, so viele Beiträge auf der Startseite eines Nutzer anzuzeigen. Circa 70% der Beiträge wurden auf der Startseite somit gar nicht mehr wahrgenommen. Nun hatte Instagram zwei Möglichkeiten zu handeln. Entweder den Nutzer in der Beitragsfrequenz limitieren, also dass man nicht mehr einfach so drauf los posten kann, sondern es ein Limit gibt, oder eben die Sortierung der Beiträge verändern. Von chronologisch zu relevant zu sortieren sollte das Nutzererlebnis besser machen. Für den Nutzer ist diese Änderung tatsächlich auch von Vorteil, da nun die beliebten (und auch oft großen) Accounts immer oben angezeigt werden und man nichts mehr verpasst. Doch was ist mit Accounts, die eine geringe Reichweite haben? Wie können die kleinen Fische im „Haifischbecken“ Instagram Beachtung finden?  

Vorerst ist wichtig zu wissen, dass jeder Beitrag eines Accounts nur 10% der Follower auch tatsächlich angezeigt wird. Doch diese 10% sind extrem wichtig, da sie darüber entscheiden wie der Beitrag eingeschätzt wird und welche Reichweite er womöglich generieren kann. Es geht also primär nicht um eine große Followeranzahl, sondern um Engagement, also Interaktion. Finden die 10% der Follower, denen der Beitrag angezeigt wird, diesen so interessant, dass sie liken, kommentieren, teilen und Nachrichten schreiben, generiert der Beitrag eine hohe Reichweite und der Instagram Algorithmus stuft den Beitrag auch als wichtig ein. Es steht und fällt also alles mit den Followern eines Accounts. Deswegen ist es von Vorteil, wenn unter den Followern wenige Ghost Accounts, oder Bots sind, die gar nicht von einem echten Nutzer erstellt worden sind, da diese dem Account auf keinen Fall viel Aufmerksamkeit schenken werden. Um für einen Nutzer möglichst interessant zu wirken gibt es verschiedene Techniken. Zum Beispiel sogenannte Engagement Posts, die den Nutzer dazu anregen sollen in den Kommentaren etwas zu dem Beitrag zu schreiben, jemanden zu verlinken oder irgendeine andere Aktion auszuführen. Auch das aktive nutzen der Instagram Features, wie zum Beispiel Hashtags, Verlinkungen, Gifs und Emojis helfen um bei Instagram als aktiver und relevanter Nutzer eingeschätzt zu werden.

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Doch hilft das alles wirklich?

Leider gehen die Meinungen über den neuen Instagram Algorithmus sehr weit auseinander. Viele Influencer bemerken trotz hoher Eigeninitiative einen Rücklauf der Followerzahlen. Für den normalen Nutzer ist das vielleicht ein bisschen schade, wenn ein paar Follower weniger angezeigt werden, doch gerade für Influencer und Blogger kann eine schwindende Followerzahl auch ein schwindendes Business bedeuten. Insbesondere seit Anfang 2018 scheint der Algorithmus aber Probleme zu bekommen. Immer öfter tauchen bei Nutzern oben im Feed Beiträge auf, die schon mehrere Tage alt sind und auf die unter Umständen schon interagiert worden ist. Neue Posts der Lieblingsaccounts erscheinen hingegen erst Tage später – und sind dann nicht mehr aktuell. Es gibt zwar die Möglichkeit für einzelne Accounts, von denen der Nutzer keinen Beitrag verpassen will, eine Benachrichtigung einzuschalten, aber in Zeiten in denen einen das Smartphone ohnehin schon vom Alltag abhält, ist es unwahrscheinlich, dass das wirklich jeder Nutzer für jeden seiner Lieblingsaccounts macht.

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Unter dem Hashtag #Blank formierte sich nun eine Protestbewegung um der Enttäuschung um die zurückgehende Reichweite Ausdruck zu verleihen. Instagram Nutzer teilen unter dem Bild folgenden Text und wenden sich damit direkt an die Plattform:

Liebes Instagram, wir müssen reden 💬 Um es ganz direkt zu sagen, dein neuer Algorithmus nervt! Wir als Content Ersteller sind frustriert, um es mal sachte auszudrücken. Wir stecken jeden Tag so viel Arbeit, Liebe und Zeit in unsere Accounts, um diese Plattform mit Leben zu erfüllen. Aber mit dem neuen Algorithmus, werden wir stumm gemacht. Wir werden in eine Position gezwungen, in der wir uns fragen müssen, ist es das wirklich noch wert zu bleiben? Wieso sollten wir weiter Content für eine Plattform erstellen, die es uns immer schwieriger und schwieriger macht? Was du vergisst, liebes Instagram, ist dass du von Menschen lebst, die hier ihre Arbeit teilen. Ohne uns, wäre hier alles nur leer.

Die Instagrammer sind bereit sich abzuwenden und eine neue Plattform zu suchen. Da  Sie nicht wollen, dass der Algorithmus die stundenlange Arbeit und Pflege des eigenen Accounts weiterhin egalisiert. Dass der Protest erfolgreich sein wird und Instagram zur chronologischen Reihung der Beiträge zurückkehrt, war von Anfang an extrem unwahrscheinlich. Schließlich beklagen sich Nutzer schon viel länger und intensiver über die Entwicklungen beim Mutterkonzern Facebook und auch dort ändert sich nichts. Obwohl die Erfolgschancen sehr gering waren, erzeugte die Aktion trotzdem eine gewisse Signalwirkung. Wenn Instagram weiterhin aktive Nutzer haben möchte, müssen die Macher aufpassen, dass aus Instagram nicht ein zweites Facebook wird. Es bleibt also weiterhin spannend, wie sich die Plattform und auch seine Nutzer weiterentwickelt.

Von: Mona Bolkart, Studentin der Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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SocialMedia addicted: Wie #fashionblogger einem helfen kann, seine berufliche Richtung zu finden

Soziale Medien: der Begriff definiert sich von selbst. Medien sind sozial, sie verbinden Gesellschaften. Und zwar genau die, die im Web 2.0 von Facebook, Twitter, Instagram und weiteren bekannte Seiten tagtäglich in ihren Bann gezogen werden. „Hauptsächlich, um auf dem neuesten Stand zu sein, was das eigene Umfeld betrifft“, so die Devise zu Facebook über den Inhalt, der Social Media ausmacht.

„Der sozialen Medienwelt mitteilen, was angesagt und der aktuelle Trend ist“, so Instagram. Aufgeteilt in alle Richtungen an Eindrücken und Sachverhalten, aktuellen Themen und Trends bietet vor allem die Bilderplattform Instagram für Millionen von Nutzern die Möglichkeit, in eine Welt voller Fotos und Momente einzutauchen, verbreitet durch sogenannte Hashtags.

Das #-Zeichen, das die digitale Welt v.a. im Jahr 2013/14 anführt. Es entwickeln sich öffentliche Trends aus banalen Themen, von allgemein #food bis hin zu #lunch. Posts, die basierend auf diesen Hashtags auf der ganzen Welt geteilt (shared) und verbreitet werden. Auf einmal ist im Web 2.0 am interessantesten, was zu Mittag gegessen wird oder noch vielmehr wie der Kaffee am Nachmittag aussieht. Es entsteht das Bedürfnis, der digitalen Welt an seinem routinierten Alltag via diese Bilder teilhaben zu lassen. Und siehe da, eine Vielzahl an Followern interessiert sich für genau diese Art von Bildern.

Übertrumpft wird dieser Trend dann, wenn zweimal jährlich die weltweiten Modewochen anstehen. Von Paris bis Sidney, von haute couture bis prêt-à-porter. Fashionblogger auf der ganzen Welt berichten von ihrer Teilnahme an den Modeschauen der einzelnen Designer. Unzählige Bilder, Blogposts und Videos von Runway-Shows der ganz Großen. [MBFW]

Eine Sache darf dabei natürlich nicht fehlen, die passenden Hashtags.
Alle Beträge, sei es von professionellen Agenturen oder einfach von Menschen, deren große Leidenschaft die Welt der Mode und Social Media sind, werden mit wenigen Zeichen verlinkt.

#fashionblogger, einer der meist verlinkten Tags (dt. Anhänge, Markierungen) mit Millionen von Ergebnissen. Hat dieser Tag tatsächlich solch eine Bedeutung oder ist es bloß ein weiterer Hype im Internet, der v.a. Mädchen dazu verleitet, noch mehr Zeit hinter dem Smartphone oder Tablet zu verbringen?

Als Mode- und Lifestyle- interessierte, selbst bloggende Userin kann ich dazu nur sagen: Mir hat #fashionblogger sogar dazu verholfen, mich endgültig für meine berufliche Richtung zu entscheiden, folgend meiner Affinität zu Mode und der dauerhaft verbrachten Zeit in den Sozialen Netzwerken.

Mehrmals täglich durchstöbere ich die Seiten von inzwischen namhaften Bloggerinnen, die selbst Soziale Netzwerke verwenden, um ihren Bekanntheitsgrad zu erweitern. Durch regelmäßig veröffentlichte Bilder kann man ihren Arbeitsalltag nach verfolgen und sie selbst machen auf sich aufmerksam. Eines der meiner Meinung nach besten Beispiele sind die Werbung für die Luxussachen.com von Valeria Schneider und ihren Onlineshop oder das erst kürzlich gelaunchte Buch Cologne’s Got Style by Henriette Frädrich und Lena Terlutter. Schon ihren Boutique Belgique – Concept Store und BB Loves in Köln entdeckt? Auch sie nutzt mehrmals täglich die Social Media Kanäle und vermarktet auf diese Weise erfolgreich ihren eigenen Modeladen und inspiriert Modebegeisterte mit ihren unterschiedlichsten Outfits des Tages.

Good Morning #allpastels #today Jacket from #boutiquebelgique

A post shared by Lena Terlutter (@lenaterlutter) on

Gibt man #fashionblogger in der Suche auf Instagram ein, so werden einem 4,450,158 Beiträge [Stand 28.10.2014] vorgeschlagen und unterteilt in weitere Rubriken, wie #fashionblogger_de oder #fashionbloggeritalia mit weiteren 5000 Fotos.
Bilder, die mein Herz höher schlagen lassen und mich über Stunden hinweg inspirieren.

Versunken in die Welt der Modebranche wird man auf die Vielzahl von Fashionbloggern aufmerksam. Jeder teilt seine Trends; es entsteht eine Community aus Profis, aber auch Laien, wie mich, die einfach großes Interesse zeigen und selbst mit der Zeit immer aktiver werden. Man wird auf Firmen, Agenturen, Showrooms aufmerksam, bekommt Einblicke in die Arbeit des Fashion Editors.

Andere arbeiten täglich in genau diesem Themenbereich, während ich einen Großteil meiner Freizeit damit verbringe? Mir wurde bewusst, dass auch ich die Möglichkeit habe, aus meinem Hobby einen Beruf machen zu können. Beginnend bei Stellenausschreibungen für Praktika. Mir fällt auf, dass neben den theoretisch verlangten Pflichten die Anforderungen, wie Affinität zur Mode, regelmäßige Recherche im Modebereich, und vieles mehr, genau meinem Bewerberprofil entspricht und ich professionell weiter Erfahrungen sammeln möchte, mit gutem Ausblick und weiteren Einblicken in die Modebranche.

Eine persönliche Story, die sich so schnell hoffentlich keinem Ende neigt und mit dem kleinen, aber bedeutsamen Wort #fashionblogger begonnen hat.

Sabrina Kleinhuber
Institut für Kommunikationswissenschaft
Otto-Friedrich-Universität Bamberg