Wenn Facebook unser Weltbild beeinflusst

Schon kurz nach den US-Wahlen im November vergangenen Jahres erhoben sich viele erboste Stimmen die behaupteten, dass Donald Trump nur mithilfe von Falschmeldungen, die über die Social-Media-Plattform verbreitet wurden, die knappe Mehrheit und somit das Amt als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika für sich gewinnen konnte. Die „Fake-News“ sollen durch diverse Posts von russischen Akteuren im Netz verbreitet worden sein. Bis heute ist Facebook jedoch nicht bereit, die besagten Posts zu veröffentlichen und somit für angemessene Transparenz zu sorgen.

Der Gründer der meist genutzten Social-Media-Plattform Mark Zuckerberg hat diese Behauptung anfangs als „verrückt“ abgetan. Doch fast ein Jahr nach der Wahl scheint er diese Theorie für nicht mehr ganz so abwegig zu halten. Anlässlich der Bundestagswahlen in Deutschland äußerte sich Zuckerberg erneut zur Macht der sozialen Netzwerke hinsichtlich politischer Manipulation:

In seinem Live-Video verspricht er den Nutzern, dass Wahlwerbung in Zukunft besser deutlich gemacht werden soll und so die dadurch entstehenden politischen Manipulationsversuche unterbunden werden können. Auch die Anzahl jener Angestellten, die auffällige Posts ausfindig machen, soll erhöht werden.

Doch nicht nur während anstehender Wahlen werden soziale Netzwerke genutzt, um Mitglieder bewusst zu beeinflussen und sie mit Informationen zu füttern. So verwendet beispielsweise der „Islamische Staat“ (IS) sämtliche Social-Media-Plattformen um ihre Anhänger zu rekrutieren. Durch die relativ neue Funktion der „Live-Videos“ veröffentlicht der IS regelmäßig Mitschnitte von Enthauptungen und Ermordungen. Zwar werden die Profile, über die solche Videos hochgeladen werden unmittelbar danach gelöscht, jedoch ist es für die Terrormiliz ein Leichtes sich neue Accounts anzulegen. Neben Facebook werden besonders öffentliche Kanäle wie Twitter, YouTube oder Instagram genutzt, um seine Follower jederzeit mit „News“ zu ködern.

ISIS

„Ich möchte nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben“, betont Zuckerberg im obigen Facebook-Video. Es müssen Lösungsansätze gefunden werden, wie in Zukunft gegen das Thema „Fake News“ und „Propaganda“ auf sozialen Netzwerken vorgegangen wird. Wichtig ist dabei jedoch, dass das Hauptmerkmal “ Meinungsfreiheit“ der sozialen Plattformen nicht verloren gehen darf. Hier bedarf es einem gut durchdachten Mittelweg.

In einem Zeitalter, in dem sich mehr als zwei Drittel der deutschsprachigen Bevölkerung via Internet über das aktuelle Tagesgeschehen informiert, kann es nicht der Maßstab der Politik sein, dass sich jene durchsetzen, die sich am besten auf den Social-Media-Plattformen auskennen und sie am cleversten nutzen.

Leona Bürzle

Kommunikationswissenschaft und Germanistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

 

 

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