#Foodporn

Die Faszination der Food-Fotografie

Millionen Menschen tuen es täglich und teilen Bilder ihrer Mahlzeiten bei Instagram, Facebook, Twitter oder anderen interaktiven Medien. #Foodporn, Ernährungsporno lautet das einschlägige Hashtag. Es befinden sich vielfältige und verschiedene Bilder unter diesem Hashtag, der wenig mit Pornografie zu tun hat, sondern höchstens auf eine spezielle Art und Weise erotisch wirkt.

Zwei von drei Deutschen haben laut dem Meinungsforschungsinstitut „YouGov“ ihr Essen schon einmal fotografiert, immerhin jeder vierte Essensfotograf veröffentlichte das Bild im Anschluss in sozialen Netzwerken. Manche haben das Posten von Essen sogar zum Kult erhoben und verfallen regelrecht in eine Sucht des Postens von ansehnlichen Mahlzeiten. Unzählige Bilder davon kursieren in den sozialen Netzwerken, der Hashtag #Foodporn liefert sogar mehr als 102 Millionen Bilder auf Instagram. Trendforscher sprechen aktuell von einem neuen Zeitgeistphänomen und einer neuen Form der Individualität.

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Doch was macht dieses Phänomen derzeit zu einem so großen Hype? Hierfür gibt es wohl unzählige Gründe für das Fotografieren des Essens. Etwa, weil man beeindruckende Erlebnisse in außergewöhnlichen Restaurants oder Selbstgekochtes festhalten möchte, die Mahlzeit wie ein Kunstwerk aufgebaut wurde, oder um sich in den Mittelpunkt des sozialen Umfelds stellen zu können und den eigenen Lebensstil mit Food-Porn Bildern darzustellen. Essensbilder sind nämlich ein wunderbares Mittel, um Individualität auszudrücken. Außerdem soll das hübsch dokumentierte Essen uns auch besser schmecken. Das soll eine Studie des „Journal of Consumer Marketings“ ergeben haben. Demnach soll das Essen, das vorher durch die Probanden fotografiert wurde besser geschmeckt haben. Aber auch gesundes Obst schmeckte den Teilnehmern besser, wenn sie erkannten, dass auch gesundes #foodporn-tauglich ist. Laut den Forschern wird durch das Fotografieren der Appetit länger hinausgezögert, sich dadurch länger und bewusster mit seinem Essen beschäftigt, sodass das genießen der Speisen wieder im Vordergrund stehe.

Risiken mit Foodporn

Gesundheitskenner schlagen daher Alarm, denn #Foodporn soll dick machen!
Wissenschaftler der Oxford University erklären im Fachmagazin „Brain and Cognition“, dass die unzähligen Bilder auf den verschiedenen Fotoplattformen auch Risiken mit sich bringen können. Das regelmäßige Betrachten soll laut den Forschern ein erhöhtes Hungergefühl auslösen, dadurch beginnen Betrachter an mehr zu essen und verfallen in Übergewicht. Doch die Forscher betonen ebenfalls auch, dass die schönen Essensbilder sich nicht nur negativ auswirken. Dementsprechend gestaltende Bilder von Obst und Gemüse könnten beispielsweise die Lust auf eine gesunde Ernährung bei Kindern steigern.
Ebenfalls ein Risiko ist die Verletzung des Urheberrechtschutzes, denn es kommt oftmals vor, dass aufwendig gestaltete Speisen Urheberrechtschutz genießen.
Dies würde bedeuten, dass man erst nach Erlaubnis fragen müsste, wenn man die Speise auf sozialen Netzwerken teilen möchte.

Thorsten Strittmatter / Le Minh Tran
Studiengang BWL-Industrie, IN316
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

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