Automobile und Internet of Things

Unsere Welt ist und wird immer mehr vernetzt. Maßgeblich daran beteiligt ist das sogenannte „Internet of Things“. Ein Begriff, unter dem sich die meisten unter Ihnen vermutlich nichts vorstellen können. Und doch wird es von allen benutzt – auf die ein oder andere Weise. Es ist also Zeit, sich einmal genauer mit der Materie auseinander zu setzen.

„Als „Internet der Dinge“ („Internet of Things“) wird die Vorstellung von einer Welt bezeichnet, in der alle Gegenstände und Menschen miteinander vernetzt sind“ – so die Landesbeauftragten für Datenschutz Rheinland-Pfalz. Das soll mittels intelligenten Endgeräten erreicht werden. Durch die Kommunikation der einzelnen Geräte untereinander soll sich für unser Leben einen Mehrwert ergeben. Die Kommunikation zwischen Laptop, Kühlschrank, Wasserkocher und all den anderen Gerätschaften kommt aufgrund RFID (= radio-frequency identification) zu Stande und gibt jedem Gerät eine eigene Identität. Für die genauen technischen Grundlagen und Funktionsweisen dürfen wir Sie auf die Infobroschüre des Landesbeauftragten für Datenschutz Rheinland-Pfalz verweisen.

So viel zur Theorie. Doch was haben wir jetzt davon?

Hier ein kurzes Beispielszenario:

„Sie haben morgen früh ein sehr wichtiges Meeting und stellen Ihren Wecker deshalb auf 6.00 Uhr. Am nächsten Morgen klingelt Ihr Wecker. Gleichzeitig, und ohne einen Handgriff Ihrerseits, schaltet sich der Wasserkocher ein, sodass Sie gleich nach dem Aufstehen einen Tee haben. Während Sie Teetrinken, geben Sie in Ihr Tablet Ihre Reiseroute ein, die Sie zum Meeting fahren müssen. Das Tablet berechnet Ihnen nun aufgrund der aktuellen Verkehrslage die perfekte Route und den perfekten Abfahrtszeitpunkt. Selbstverständlich werden alle Routeninformationen direkt an Ihr Auto gesendet. Sobald Sie dann den Autoschlüssel in die Hand nehmen wird sich automatisch das Garagentor öffnen, das Auto fährt automatisch heraus und Sie müssen nur noch einsteigen und losfahren – wobei selbst letzteres müssen Sie nicht einmal machen, da der Autopilot Sie zum Meeting fährt.“

Bereits 1966 sagte der Nachrichtentechniker Karl Steinbuch, dass es in wenigen Jahrzehnten kaum mehr Industrieprodukte geben wird, in welche die Computer nicht hineingewoben sind, etwa so, wie das Nervensystem in die Organismen. Somit sagte er bereits 23 Jahre vor der Erfindung des World Wide Web eine Welt voraus, in der der Computer aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sei. In den 90-er Jahren wurde dann die Idee von dem Informatiker Mark Weise aufgegriffen. Weise berichtet in seinem Aufsatz „The Computer fort he 21st Century“ von Sal, die mit ihren Kindern in einem Smart Home lebt. Von der Programmierung der Kaffeemaschine bis zum Blick in einen „foreview mirror“, der sie über die Verkehrslage auf dem Weg zur Arbeit informiert, beschreibt er wie er sich die Welt der Computer in Mitte des 21. Jahrhunderts vorstellt.

Die Automobilbranche als dominate Kraft

Führend bei dieser „totalen Vernetzung“ ist unter anderem die Automobilbranche. Große Technologie- und Automobilkonzerne investieren Milliarden und machen ihre Modelle somit fit für das Internet der Dinge. Schon seit Jahren können BMW-Fahrer ihr Auto über Smartphone und Smartwatch steuern und den Füllstand von Tank oder Akku überprüfen, Türen ver- und entriegeln oder die Klimatisierung des Innenraums bereits aus der Ferne starten.

Vor einigen Monaten präsentierte BWM den „Mobility Mirror“ und macht das Auto somit zum Mittelpunkt des Smart Homes. Der „Mobility Mirror“ informiert den Anwender nicht nur über seine Termine und Aufgaben, sondern zeigt nebst dem Ladezustand des Elektroautos noch zusätzlich anhand aktueller Verkehrsdaten die richtige Abfahrtzeit an, um pünktlich bei der Arbeit anzukommen. Greift der BMW-Fahrer dann zu seinem Schlüssel, öffnet sich auf seinem Weg zum Auto das Garagentor und das Auto fährt autonom aus der Garage. Was sich hier noch nach reiner Zukunftsmusik anhört ist bereits ein Stück weit Realität, denn eine App für das Informationssystem „BWM ConnectedDrive“ verbindet das Auto bereits schon jetzt mit dem intelligenten Zuhause. So kann der Fahrer unterwegs bspw. kontrollieren, ob er alle Lichter ausgeschaltet hat.

Audi hingegen setzt auf die Zusammenarbeit mit Amazon und DHL. Gemeinsam wird an dem Pilotprojekt gearbeitet, Amazon-Pakete an jedem beliebigen Ort mithilfe seines Autos zu empfangen. Hierfür sendet das Auto seine Standortdaten an den Paketzusteller und ermöglicht es per App den Kofferraum zu öffnen. Volvo arbeitet derzeit an einem ähnlichen System. Weitere Technologieunternehmen wie Telenor Connexion aus Schweden entwickelte mit einem Automobilhersteller eine App, welche das Aufheizen des Fahrzeuges an kühlen Wintertagen ermöglicht. Andere Technologiekonzerne wie Google oder Tesla investieren größtenteils in die Technik des autonomen Fahrens und lassen ihre Autos mit der Verkehrsinfrastruktur kommunizieren. Weil irgendwann kein Fahrer mehr benötigt wird, sollen Personenwagen im Jahre 2030 beispielsweise alleine zum Supermarkt fahren und dort die Lebensmittel abholen, die der Autobesitzer zuvor online bestellt und bezahlt hat.

Blick in die Zukunft

Immer mehr Automobilhersteller arbeiten mit unterschiedlichsten Technologieunternehmen aus verschiedensten Branchen zusammen. Somit öffnet sich durch die Vernetzung unseres Alltages ein gigantisches Geschäftsfeld, dessen Ausmaße kaum zu überblicken sind. Laut dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC soll das Marktpotenzial für vernetzte Mobilität von 30 Milliarden auf 115 Milliarden Euro steigen.


Philipp Lück / Jannik Nies
Studiengang BWL-Industrie, IN316 (1. Semester)
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg


 

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