Manfred Spitzers Thesen zu spitz?

In der heutigen Zeit sind digitale Medien kaum aus unserem Alltag wegzudenken und sorgen durch ihre rasante Entwicklung nicht nur für Jubelschreie, sondern auch für starke Kritik. Zu den bekanntesten Kritikern gehört Manfred Spitzer mit seinem Bestseller „Digitale Demenz“. Seine extremen Ansichten führen zu viel Gesprächsstoff in der Gesellschaft (Talkrunde mit Manfred Spitzer bei Anne Will).

Technologie im Mittelpunkt des Alltags

 Technologien sind bei uns überall zu finden, sei es bei der Entwicklung von erneuerbaren Energien, in der Medizin oder der Globalisierung. Dank der Technologie gibt es Datenbanken mit enorm viel Wissen, das vorher nicht in Verbindung gesetzt wurde.

Daher stellt Medienkompetenz heutzutage eine wichtige Stärke dar. Diese Kompetenz wächst nicht dadurch, dass man der Technologie aus dem Weg geht, wie es Spitzer seinen Lesern rät, sondern indem sich mit ihr auseinandersetzt.

Mehr Medienkompetenzförderung statt Medienabstinenz!

 In seinem Buch blendet Manfred Spitzer neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus und stützt sich mehrfach auf die veralteten Ursache-Wirkungs-Annahmen, obwohl es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Reiz – und Informationsverarbeitung ein sehr individueller Prozess ist und daher kaum eine Verallgemeinerung möglich ist. Es ist vielmehr die Frage: was macht der Mensch mit den Medien bzw. Medieninhalten. Des Weiteren sollte berücksichtigt werden, wie die Medien genutzt werden, welche Erfahrungen es gibt, welchen persönlichen und sozialen Zusammenhang die Mediennutzung steht und wie lange sie erfolgt.

digitalisierung-gesellschaft

 

Spitzer’s Schwarz-Weiß Denken

Spitzer sammelte oft Studien die seine extremen Thesen stützen, sowie er häufig Studien verschweigt, die nicht in seine Argumentation passen. Ein Beleg hierfür sind Studien, die Lerneffekte mit dem Computer verzeichnen, wie beispielsweise die IGLU-Studie (2001-2006). Hierbei wurde nachgewiesen, dass Schüler im Jahr 2006 durch Computer zu besseren Lesern wurden. Um seine oft fehlenden Belege wettzumachen, übt er durch seine starke Wortwahl Druck auf die verunsicherten Leser aus. Er fokussiert sich auf die negativen Seiten der Medien und statt seinen Lesern Lösungen aufzuzeigen und ihnen zu helfen, rät er ihnen ganz die Finger davon zu lassen.

Man kann viel darüber diskutieren, aber das Rad lässt sich nicht zurückdrehen – auch wenn Spitzer sich das gerne wünscht!

Medien sind unser Alltag und daher müssen wir lernen, wie wir damit umgehen.

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Anna Walter / Annalena Willibald
Studiengang BWL-Industrie, IN 316
Duale Hochschule Baden Württemberg, Campus Ravensburg

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