Nutzen YouTuber durch Product Placement ihre Fans aus?

Immer stetig steigende Abonnentenzahlen, kreischende Fans und eine eigene Fanartikel-Kollektion. So sieht die Welt von einigen der bekanntesten YouTubern Deutschlands aus. Dagi Bee? Gronkh? Apecrime? Bibisbeautypalace? All diese Namen sagen Ihnen nichts – sollten sie aber. Sie gehören zu den einflussreichsten YouTubern in ganz Deutschland, können mittlerweile nicht mehr auf die Straße gehen ohne erkannt zu werden.
Die Zeiten in denen sich die YouTuber nur aus Spaß vor die Kamera gesetzt haben, sind längst vorbei. Die erfolgreichsten YouTuber Deutschlands zählen inzwischen schon mehrere Millionen Fans, darunter überwiegend Kinder und Jugendliche. So auch der Kanal der 23-jährigen Bianca Heinicke, welche besser unter dem Namen „Bibisbeautypalace“ bekannt ist. Ihr Kanal zählt mittlerweile bereits 3,8 Millionen Abonnenten allein auf YouTube, hinzu kommen nochmals 4,4 Millionen Abonnenten auf Instagram, aber auch auf anderen sozialen Netzwerken, wie Twitter und Facebook sind es bereits beachtliche 1,5 Millionen Follower. Dass dies die ideale Werbeplattform für Produkte vor allem aus der Kosmetikbranche bietet, haben auch schon viele Unternehmen erkannt. Die Unternehmen schicken den YouTubern Produkte zu, diese werden dann auf dem jeweiligen Kanal promotet. Man spricht hierbei von „Productplacement“. Laut der Zeitschrift Bild bekommt die Düsseldorferin Dagi vom Kanal „Dagi Bee“ für eine Produktplatzierung zwischen 30 und 40€ pro 1000 Klicks, nur dafür, dass sie die Produkte für ein paar Sekunden in das Video hält.
Besonders jüngere Zuschauer lassen sich oftmals davon blenden. Die Jugendlichen sehen ihre YouTuber als eine Art Vorbild an, wollen so sein wie sie und kaufen ihnen deshalb die gleichen Produkte nach.
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Der Erfolg und Ruhm ermöglichten der 23-jährigen Bianca Heinicke sogar vor ca. einem Jahr ihre eigene Kosmetikmarke mit dem Namen „Bilou“ auf den Markt zu bringen. Diese besteht derzeit aus den extra cremigen Duschschäumen, wie sie auf der Webseite umworben werden. Die Duschschäume werden mittlerweile in sieben außergewöhnlichen Duftrichtungen wie „Tasty Donut“ und „Vanilla Cake Pop“ unter anderem in dem Drogeriemarkt „dm“ verkauft. Vor etwa einer Woche veröffentlichte Bianca Heinicke auf ihrem YouTube Kanal ein Video, in dem sie elf Minuten ihre neu erschienenen Duschcremes vorstellt. Diese sind in drei Sorten zusammen in einer Geschenkbox erhältlich. Außerdem hat die junge YouTuberin eine neue Duftrichtung für ihre Duschschäume namens Chocolate Cupcake entwickelt.

Auch die bekannte YouTuberin „Dagi Bee“ nützt ihren Bekanntheitsgrad aus, um daraus Profit zu schlagen. Dagi eröffnete noch in diesem Jahr ihren ersten eigenen Onlineshop, dieser unter der Internetadresse „dagi-shop.de“ zu finden ist. Auf diesem vertreibt sie unter anderem eigen designte Kleidung. Von T-Shirts, über Caps, bis hin zum Turnbeutel ist alles dabei. Sogar ein handsigniertes Poster in dem Format DIN A2 kann man hier erwerben.
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Doch wie kam es zu diesem Wandel? Waren es früher nicht einst Schauspieler und Sänger, die als Vorbild fungierten? Heutzutage sind die YouTube-Stars schon auf der berühmten Jugendzeitschrift Bravo zu sehen. Wo früher Schauspieler und Sänger das Cover der Jugendzeitschrift „Bravo“ zierten, lächeln uns heute die erfolgreichsten YouTuber Deutschlands entgegen und werden dort über private Themen interviewt, über die man eigentlich eher mit seiner besten Freundin sprechen wurde. Das ist wohl einer der Hauptgründe: Authentizität. Da die meisten Youtuber selbst erst maximal Mitte 20 sind, können sich vor allem die jüngeren Zuschauer mit ihnen identifizieren. Sie reden über ganz normale und meist auch private Dinge, sind antastbar und real.
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Deshalb ist es wohl nicht verwunderlich, dass Jugendliche heutzutage immer mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbringen. Das halbe Leben spielt sich mittlerweile im Internet ab, überall wird gepostet, kommentiert und geliket. Das dies oftmals Gefahren birgt ist unabstreitbar. Die jungen Erwachsenen werden von der scheinbar perfekten Welt der YouTuber geblendet. Aufgrund des geringen Altersunterschieds glauben die Jugendlichen häufig was ihnen erzählt wird. Infolgedessen werden sie oftmals zum Kauf von irgendwelchen Produkten verleitet, die einerseits viel zu überteuert sind und andererseits auch häufig überhaupt nicht notwendig sind. Vor allem für die Unternehmen ist Productplacement ein lukratives Geschäft, müssen sie somit nicht mehr die teuren Werbekampagnen im Fernsehen zahlen, die sowieso nur immer einen kleinen Teil der jeweiligen Werbezielgruppe anspricht. Auch den YouTubern ist es nicht zu verübeln, dass sie mit den Firmen zusammenarbeiten. Schließlich verdienen sie somit ihren Lebensunterhalt. Jedoch sollten diese aufpassen, dass sie die Naivität ihrer Fans nicht zu sehr ausnützen und nur für die Produkte werben, von denen sie auch selbst überzeugt sind.
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Studiengang BWL-Industrie, IN 316
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