Gibt es die „Digital Natives“ wirklich?

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„Was machst du?“ „Meld‘ dich mal!“ „Du warst nicht mehr online?!“ Das sind wohl Fragen, die täglich auf unseren Bildschirmen aufleuchten und unsere ständige Erreichbarkeit, weltweite Vernetzung und Transparenz widerspiegeln. Der Umgang und die Bedienung dieser neuen Medien wurden der Generation ab 1990 in die Wiege gelegt – die Generation der „Digital Natives“, den extensiven Nutzer der Netzwerke.

Die Bezeichnung „Digital Native“ stammt ursprünglich aus dem englisch-sprachigen Raum und bedeutet übersetzt „digitaler Ureinwohner“. Sie beschreibt Personen, die mit der neuen Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen sind. „Digital Natives“ sind es gewohnt, jederzeit online zu sein und Informationen sehr schnell zu empfangen und zu verarbeiten. Im Gegensatz dazu sind „Digital Immigrants“ die „digitalen Einwanderer“ in der Welt der sozialen Netzwerke. Sie sind erst im erwachsenen Alter, Schritt für Schritt, mit digitalen Technologien in Berührung gekommen.

Für unsere Generation ist es eine Selbstverständlichkeit und ein fester Bestandteil des Lebens, sich mit Blogs, Wikis und Social Networking Services auseinanderzusetzen. Das bibliothekarische Informationsangebot verliert zunehmend an Bedeutung. Im Gegensatz dazu, wird die Medienkompetenz als die Fähigkeit, Medien und vermittelte Inhalte effektiv nutzen zu können, immer wichtiger. Man muss mit dem Trend gehen, um den Anschluss in dieser digitalisierten Welt nicht zu verpassen.

Das Zitat von Jan Schmidt in seiner kommunikationssoziologischen Studie zu Weblogs unterstreicht dies:

Wandel, sowohl in Form von technischer Innovation als auch in Form veränderter Nutzungsweisen, ist im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien die Regel und nicht die Ausnahme.“ (Schmidt 2006, S. 41)

In unserer heutigen Gesellschaft gibt es keine Trennung mehr zwischen digitaler und analoger Welt. Aus diesem Grund fordert der US-amerikanische Erziehungswissenschaftler Marc Prensky eine Anpassung der Lernwege in Bezug auf Erziehung, Schule und Ausbildung. Diese müssten dringend den Bedürfnissen einer mit dem Internet aufgewachsenen Generation angepasst werden, um die Schüler durch eine frühe Aufklärung an die neuen Medien zu gewöhnen. Im Hinblick auf moderne Kommunikationsstrategien müssten Unternehmen reagieren, da „Digital Natives“ Unternehmen bevorzugen, die in diesen Bereichen tätig sind. Zu den Mindeststandards moderner Kommunikationsstrategien zählen heute beispielsweise eine Homepage, Stellenausschreibungen online und ein Facebook-Profil.

Es stellt sich nun die Frage, existieren „Digital Natives“ wirklich oder ist es reine Illusion? Fakt ist, dass für die Generation der „Digital Natives“ ein Leben ohne Social Media kaum vorstellbar ist. Dies hat Auswirkungen auf unsere Denkweise, unser Sozialverhalten und unsere Wahrnehmung. Wir sind durchweg vernetzt und mit den neuen digitalen Möglichkeiten bestens vertraut. Die Entwicklung ist stetig und der Trend zu Modernisierung wächst in jeglicher Hinsicht.

Doch sind es nur die Jugendlichen, die diesem Trend nacheifern? Das trifft nicht nur auf Jugendliche zu, da auch Erwachsene sich zunehmend an die „neuen Medien“ anpassen müssen, um den Anschluss an den technischen Fortschritt nicht zu verlieren. Dadurch sind auch sie gezwungen, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen und einem gewissen Trend nachzueifern.

Das bedeutet konkret, dass es „Digital Natives“ definitiv gibt und wir ein Teil davon sind, allerdings sind auch Technik-Affine in anderen Generationen oder Altersgruppen zu finden. Dadurch lässt sich der Begriff „Digital Natives“ nicht ganz klar eingrenzen.

Literatur: Online-Kommunikation im Social Web. Mythen, Theorien und Praxisbeispiele. Hg. v. Sabine Kirchhoff. Verlag Barbara Budrich UTB 2014.

Nina Zimmerer / Sarah Müller
Studiengang BWL-Industrie, IN 315
Duale Hochschule Baden Württemberg, Camupus Ravensburg

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