Symbolfigur und Werbeträger im Wandel

Er trägt einen roten Mantel mit weißem Pelzbesatz, passend dazu eine rote Zipfelmütze mit einem ebenso weißen Pelzbesatz und einem weißen Bommel. Sein Gesicht ist von einem dicken, weißen Vollbart umrahmt und gibt nur die Sicht auf einen fast immer lächelnden Mund frei, auf die etwas knollige gerötete Nase und auf zwei munter blickende Augen. Er gehört nicht zu den schlanksten Gestalten, aber bestimmt zu den gemütlichsten.

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Yannik Woserau trifft für #mediawandel den Coca-Cola-Weihnachtsmann.

Ja, jeder kennt ihn – den freundlichen älteren Herrn. Er hat bis jetzt jeden gesellschaftlichen Wandel bestens überstanden, sich allerdings selbst auch verändert. Woher kommt er, wie wurde er zum Symbol für die Weihnachtszeit und was hat Coca-Cola damit zu tun?

Der Weihnachtsmann wie wir ihn heute kennen ist eine Symbolfigur weihnachtlichen Schenkens. Er entwickelte sich aus den Figuren des Nikolaus und des niederländischen Sinterklaas, die die Auswanderer in die USA mitbrachten, wo sie sich in den übergewichtigen Mann mit stets rotem Mantel, weißem Bart und gut gefülltem Rucksack verwandelten.

Das rote Outfit wurde zwar nicht von Coca-Cola erfunden, doch hat der Getränkekonzern durch seine Werbekampagnen unsere Vorstellung vom Weihnachtsmann erheblich geprägt. Vor Coca-Cola bewarb schon 1915 der amerikanische Getränkehersteller „White Rock“ seine Produkte mit dem Weihnachtsmann. In den 1920er-Jahren vereinheitlichte sich die Darstellung des Santa Claus in den USA mehr und mehr mit rot-weißer Robe, Mütze und weißem Bart. Dieses Bild wurde von dem Grafiker Haddon Sundblom aufgegriffen, der 1931 für die Coca-Cola Company im Rahmen einer Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnete; nach eigenen Angaben in Gestalt und Aussehen seines Freundes und älteren Coca-Cola Auslieferungsfahrers Lou Prentiss. Nach dessen Tod soll Sundblom sein eigenes Gesicht mit Hilfe eines Spiegels abgemalt haben.

Seit seinem ersten Auftritt 1931 spielt der Coca-Cola-Weihnachtsmann Claus jedes Jahr zur Weihnachtssaison in allen Coca-Cola Anzeigen, auf Werbeträgern, Gläsern und Verpackungen – später dann auch in TV-Spots – eine zentrale Rolle. Die Werbung war so erfolgreich, dass dieses Aussehen des Weihnachtsmannes fälschlicherweise Coca-Cola zugeschrieben wird. Bis 1964 zeichnete Sundblom jedes Jahr mindestens einen Weihnachtsmann für die Coca-Cola-Werbung und prägte so nachhaltig die Vorstellung des modernen Weihnachtsmannes.

Yannik Woserau
(Dieser Beitrag enstand im Rahmen der Lehrveranstaltung “Internationales Management” von Thomas Mavridis an der DHBW, Campus Ravensburg)

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