Fairer Handel mit dem Smartphone

Als fairer Handel (englisch fair trade) wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, der auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Die Handelspartnerschaft sichert Kleinbauernfamilien existenzsichernde Preise und lohnabhängigen Beschäftigten auf Plantagen, Blumenfarmen und Teegärten bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Von fairem Handel profitieren derzeit 1,5 Millionen Menschen in 74 Ländern weltweit.

Heute kennen in Deutschland bereits 80 Prozent das Fairtrade-Siegel. Über das ganze Jahr verteilt veranstaltet TransFair Aktionen zum Fairen Handel. Da es allein schon in Deutschland heute 45,6 Millionen Smartphone-Nutzer gibt, hat TransFair in der Kommunikationspolitik auch auf diesen Trend reagiert. Mit der Idee, eine individuelle und kostenlose Smartphone App für selbständige Einzelhändler bereitzustellen, startete die Online Software AG bereits 2013 eine Zusammenarbeit mit der Mittelständische Lebensmittelfilialbetriebe (MLF) e.V.

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Das besondere an dieser App ist ihr Baukastensystem, welches aus verschiedenen Standardfunktionen besteht, die jeder Händler auswählen und zu einer individuellen App mit eigenem Design und eigenem Logo zusammenstellen kann. Die einzelnen Bausteine werden von Industriepartnern oder befreundeten Organisationen entwickelt und den Händlern bereitgestellt. Der App-Baukasten bietet Einzelhändlern damit eine einfache und günstige Möglichkeit für ihre Kundenkommunikation.

Mit einer weiteren App namens „barcoo“ kann der Nutzer auch bereits am Supermarktregal erfahren, welche Geschichte hinter dem Fairtrade-Produkt steckt. Mit Hilfe der Barcodes, die auf der Verpackung der Fairtrade-Produkte zu finden sind, erhält man zahlreiche Informationen rund um das Produkt. Im Falle eines Kaufes von Fairtrade-Rosen kann dies wie folgt aussehen:

Der Konsument erfährt schon im Supermarkt, woher die Fairtrade-Rosen stammen und unter welchen Arbeitsbedingungen die Farmarbeiterinnen und Farmarbeiter dort arbeiten müssen. Zudem kann herausgefunden werden, welche Projekte mit Hilfe der Fairtrade-Prämie umgesetzt worden sind.

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In diesem Beispiel erzählt Grace Mumbi über ihr Schicksal. Das Fairtrade-Prämien-Komitee, ein Arbeitergremium, das gemeinschaftlich und in demokratischen Prozessen über die Prämien-Gelder entscheidet, hat in Graces Fall beschlossen, mit den Geldern des Fairen Handels Beihilfen und Sicherheiten für einen Kredit zum Bau eines eigenen Häuschens zu gewähren. Durch die Prämien-Gelder des Fairen Handels kann Grace ihren beiden Kindern ermöglichen, eine Schule zu besuchen. Wenn die Schulleistungen der Kinder weiterhin so gut bleiben, wird auch die anschließende Ausbildung durch ein Stipendien-Programm des Fairtrade-Prämien-Komitees unterstützt.

Aktuelle Informationen bietet Fairtrade auch auf Facebook und Twitter sowie auf Flickr und YouTube.

Andrea Luitz
Vanessa Zell

(Dieser Beitrag enstand im Rahmen der Lehrveranstaltung “Internationales Management” von Thomas Mavridis an der DHBW, Campus Ravensburg)