„Was früher der Hausprospekt war, ist heute Social Media“

Der kreative Hotelier Thomas Frei vom Bernerhof Gstaad drückt seine Gedanken gerne via Smartphone aus. Der „Wanderhotelier“ ist im Social Web recht aktiv und organisierte bereits 2010 ein Tweetup in Gstaad. Wir haben ihn zum digitalen Wandel und den Konsequenzen für die Hotellerie befragt.

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Thomas Frei, der Wanderhotelier

Herr Frei, Sie gelten als Anwender der ersten Stunde und sind in Social Media sehr aktiv. Warum?

Weil ich das Spiel mit Worten liebe. Zudem kann ich immer aktuell auf Situationen eingehen. Was früher für ein Hotel der Hausprospekt war, ist heute Social Media. Ich kann schnell – und kostenlos dazu – mit Fotos zeigen, wie schön es in unserer Region ist, um so den einen oder anderen Gast nach Gstaad zu bringen. Hauptsache er kommt in die Region. Und wenn er zu uns in den Bernerhof kommt, umso besser.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie konkret?

Das kommt auf die Situation an. Während meiner Wanderungen mit den Gästen mache ich Fotos, die ich auf Twitter  und Facebook veröffentliche. Die gesammelten Werke meiner Fotos lade ich auf unseren Flickr-Account, damit die Gäste ihren Urlaub nochmals Revue passieren lassen können. Zudem haben unsere Gäste die Möglichkeit, Fotos in hoch aufgelöster Form auf ihren Rechner zu laden, um sie so ihren Freunden zu zeigen. Mit der aktuellen Aktion «Gstaad geschenkt!» setze ich nun auch verstärkt auf YouTube, weil ich dort in der Debatte um den starken Tourismusfranken zeigen will, was Gstaad eben „Preis wert“ macht.

Sie führen ein Blog. Was ist für einen Hotelier daran so wichtig?

Ich will meine Meinung über unterschiedlichste Themen kundtun. Sei dies politisch, sei dies, um über Genusserlebnisse meinerseits und damit verbundene Tipps zu berichten. Oder um auf bestimmte Zeitungs-Artikel in Zusammenhang mit Hotellerie/Restauration und Tourismus zu reagieren.

Auch eine inGuide-App des Wanderhotels Bernerhof in Gstaad gibt es. Welche Überlegungen führten zu dazu?

Oh, das war ganz in den Anfängen von App’s. Wir hatten viele Ideen. Nur war dies zur damaligen Zeit einfach alles viel zu teuer für ein einzelnes Hotel. So haben wir eine einfache App gemacht mit „Geheim-Tipps“ unserer Region. Wir wollten einfach eines der ersten Hotels sein, die eine eigene App haben.

Welche Plattform im Social Web nutzen Sie persönlich am liebsten?

Twitter, Facebook. Zusätzlich Instagram. Wenig Google+. Aber grundsätzlich bin ich auf den meisten Plattformen (Pinterest, Panoramio, Ello und was es noch so alles gibt) registriert, um zu schauen, was wo läuft. Während ich Ihre Fragen beantworte, wurde übrigens von unserem Geschäftspartner im Social-Media-Bereich Blum,Bryant ein Film über unsere „Gstaad geschenkt!“ Woche auf YouTube hochgeladen.

Herr Frei, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Thomas Mavridis.

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Facebook: Single Pages vs. Global Pages

Seit einigen Monaten bietet facebook die Möglichkeit auch sog. Global Pages zu erstellen. Um den Sinn dahinter zu verstehen betrachten wir zunächst die herkömmlichen facebook-Seiten, so wie sie bisher von vielen Unternehmen genutzt werden (im Folgenden: Single-Pages). Amazon, Subway und viele mehr greifen darauf zurück verschiedene Seiten für die einzelnen Länder anzulegen und tun dies nach dem System der Parent-Child-Konfiguration: Für die wichtigsten Länder gibt es spezielle Seiten (Children), für alle anderen eine große internationale Seite (Parent). Dem Nutzer steht es dabei zu freien Verfügung auf welche dieser Seiten er zugreifen möchte und wo er sein Like setzen will.

Warum aber das ganze? Wie in den letzten beiden Posts (hier und hier) bereits erläutert gibt es zwischen den einzelnen auf facebook gravierende Unterschiede. Diese sind allerdings nicht nur statistischer Natur. Um auf diese Unterschiede optimal eingehen zu können legen die Firmen dann verschiedene Seiten an. Hier ein Beispiel:

 

Gezeigt werden die Header ausgewählter Single-Pages von Subway und Amazon. Bei der Betrachtung fällt auf, dass unterschiedliche Farben, Titelbilder und sogar Logos verwendet werden. Der gravierendste Unterschied findet sich bei Subway Brasil im Vergleich mit der Parent Seite von Subway: Anderes Logo, andere Farben, einmal Slogan, einmal nicht, anderes Titelbild und sogar eine andere Seitenkategorie. Alles um sich perfekt auf die diversen Märkte auszurichten.

Das Problem dabei: Was wenn sich der potentielle Fan und damit auch Kunde für die falsche Seite entscheidet? Darauf haben Subway und Amazon auf diesem Weg keinen Einfluss.

Genau dieses Problem sollen die Global Pages lösen: Dabei wird der facebook-Nutzer direkt auf die jeweilige Seite seines Geo-Raumes geleitet und bekommt die anderen Seiten garnicht zu Gesicht außer er wählt dies beabsichtigt in den Einstellungen aus:

 

Klingt nach einer netten Sache, besonders weil die Fans kumuliert angezeigt werden. Was natürlich toll aussieht, aber nur wenn mans auch richtig macht: CocaCola legte beispielsweise Ende 2014 14 Unter-Seiten ihrer Global Page an. Diese blieben außer dem setzen von Profil- und Titelbild bis Ende Januar ziemlich jungfräulich und die Nutzer aus diesen 14 Ländern wurden bei der Suche nach der absoluten Top Brand in einen Luftleeren Raum mit 93 Millionen Fans geleitet! Mit Indien war sogar einer der größten Märkte auf facebook (und überhaupt) auch unter diesen 14 vertreten:

Tobias Liegl

DHBW Ravensburg – WIN313