Mobile Facebook Werbung? – Unverzichtbar!

Bezug nehmend auf den Post Latest Facebook Stats möchte ich heute noch etwas weiter ins Detail gehen: Dort habe ich bereits die Zahl der mobilen Nutzer angesprochen. Doch was sagen uns diese Länderzahlen eigentlich darüber aus, ob es in einem Land Sinn macht die Werbeanzeigen für mobile Endgeräte zu optimieren? Richtig – erstmal garnichts, schließlich sind es nur absolute Zahlen.

Um herauszufinden wie beliebt die mobile Nutzung in den jeweiligen Ländern ist müssen wir uns eines Tricks bedienen, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Vorliegend sind (wie hier schon erwähnt) die Gesamtnutzerzahlen jedes Landes (2013). Zusätzlich liegen ebenfalls die geschätzten mobilen Nutzer 2015, sowie die weltweite Gesamtnutzerzahl 2015 vor. Um die beiden Statistiken vernünftig in Relation setzen zu können multiplizieren wir die Zahlen 2013 mit dem Faktor 1,3 (=130%). Dies simuliert den Anstieg der Nutzerzahlen von Juni 2013 bis Januar 2015. Folgend werden die Zahlen der mobilen Nutzer durch die hochgerechneten Gesamtnutzerzahlen dividiert und wir erhalten einen Wichtigkeitsindex. Unschärfen (z.B. Länderunterschiede) bleiben zwar bestehen, da die Auswertung aber nur einen ungefähren Eindruck von der Wichtigkeit der mobilen Nutzung in den Ländern vermitteln soll, sind Abweichungen von ca. fünf Prozentpunkten hier ohne Weiteres zu tolerieren. Die Auswertung des gerade beschrieben Indexes ergibt, dass in Indien mit einem Index von 1,08 die Tendenz zur mobilen Nutzung am höchsten ist. Indonesien erhält mit 0,88 ebenfalls einen hohen Wert. Die Länder UK, Brasilien, USA, Deutschland und Mexiko liegen mit Werten um die 0,5 auf den folgenden Plätzen.

Macht es nun für Marketer Sinn auf mobile facebook Werbung zurückzugreifen?

Aus dem Index können wir ablesen, dass ca. die hälfte der deutschen facebook-Nutzer auch regelmäßig in den mobilen Apps unterwegs ist, das bedeutet in absoluten Zahlen: ca. 15 Mio. Deutsche können durch Werbeanzeigen, mit denen man sogar den Standort der Nutzer anzielen kann (zusätzlich Geschlecht, Alter, Affinitäten, etc.) erreicht werden. Aufgrund der enormen Breite dieses Kanals – bei praktisch fast komplett abstinenten Streuverlusten – ist das mobile Targeting, also das schalten von mobil optimierten Werbeanzeigen, auch in Deutschland trotz eines vergleichsweise geringen Indexes von 0,5 auf keinen Fall zu vernachlässigen!

Tobias Liegl

DHBW Ravensburg – WIN313

(Dies ist der zweite von drei Beiträgen von Tobias Liegl. Entstanden ist er im Rahmen der Lehrveranstaltung „Internationales Management“ von Thomas Mavridis an der DHBW, Campus Ravensburg. Der erste Beitrag Facebook Ländervergleich“ erschien am 26. Februar 2015. Am 2. März 2015 geht es um „Single Pages vs. Global Pages“.)

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Facebook Ländervergleich – Latest Stats

Flashback 2009: Bei der Betrachtung der Landkarte der jeweiligen Social-Media-Marktführer fällt auf: sie ist bunt. Ziemlich bunt. Namen wie VKontakte, Orkut, Lidè, Zing und Maktoob scheinen in einzelnen Ländern so beliebt zu sein wie Popcorn im Kino. Sieht man sich diese Karte heute an, findet man von den damals 17 noch so beliebten Netzwerken gerade noch vier. Genauer gesagt: drei kleine und ein großes, die Landkarte ist blau – facebook-blau! Die einzigen einwohnerreichen Länder, in denen sich der blaue Riese noch nicht an Nummer eins befindet, sind Russland und China, wobei zumindest in China die Abstinenz des Marktführers gewissen Restriktionen geschuldet ist. Facebook ist Trumpf. Mehr denn je. Und deshalb gilt es auch für Unternehmen, diesen Kanal zu nutzen, um mit den (potentiellen) Kunden in Kontakt zu treten.

Die Kennzahlen zu einzelnen Ländern ermöglichen einen Vergleich der Marketing-Relevanz und –Umsetzung.

Zunächst werden die Nutzerzahlen untersucht: Hier sind die letzten verlässlichen, weil direkt von facebook veröffentlichten Zahlen von Juni 2013. Sie stimmen mit den aktuellen Zahlen sicher nicht überein. Für eine Gegenüberstellung sind sie allerdings durchaus dienlich.

Die größte facebook-community findet sich demzufolge in den USA (168 Mio. Nutzer); auf den Plätzen zwei und drei befinden sich Brasilien (76 Mio.) und Indien (72 Mio.). Deutschland liegt mit 26 Mio. monatlich aktiven Nutzern, was etwa einem Drittel der Gesamtbevölkerung entspricht, auf Platz 11. Wie bereits angesprochen, fehlen unter den ersten 15 einige der bevölkerungsreichsten Länder der Erde: China und Russland. Zurückzuführen ist dies in China auf die staatliche Zensur, in Russland auf das Vorhandensein des sozialen Netzwerks VKontakte, das sich in Russland sehr großer Beliebtheit erfreut.


Quelle

Um die Beliebtheit von facebook zu untersuchen, werden die Nutzerzahlen in Relation zur Internetnutzerzahl des jeweiligen Landes gesetzt. Auch hier datiert die neueste, vollständige Studie (ausgewertet in Form einer Infografik) mit dem Jahr 2011 bereits weiter in der Vergangenheit. Die vorliegenden aktuellen Daten einzelner Länder lassen aber darauf schließen, dass die Zahlen gleichmäßig nach oben zu korrigieren sind und so trotz der fehlenden Aktualität zum Vergleich herangezogen werden können. Der Studie von Mashable zufolge ist facebook mit jeweils knapp 70% der Internetnutzer in den USA, Italien, Großbritannien und Australien am beliebtesten. Deutschland befindet sich hier mit etwa 55% auf Platz acht. Gerade diese Statistik ist für Marketer besonders interessant: ein größerer Prozentsatz bedeutet eine größere Erreichbarkeit der Bevölkerung und gleichzeitig meist eine größere Altersspanne der Nutzer. So ist es in Ländern mit höheren Anteilen sinnvoller, für bestimmte Produkte (z.B. Haushaltswaren und Nahrungsmittel, die eher die Generation 35+ Ansprechen) zu werben.

Der nächste Punkt, der aus marketingtechnischer Sicht auf facebook von höchster Relevanz ist, ist die Beliebtheit der mobilen Nutzung. Diese beeinflusst nicht zuletzt die Formate von Smartphone-optimierten Werbeanzeigen. Dabei steigen die Zahlen mobiler Nutzer von Jahr zu an. Wie auch bei den anderen Statistiken zeigen sich einige länderspezifische Unterschiede.

Quelle

Was zusätzlich noch untersucht werden kann, ist die Verweildauer in sozialen Netzwerken. Da facebook hier Marktführer ist, können wir davon ausgehen, dass ein Großteil dieser Zeit auch dort verbracht wird. Die Daten, die die vorliegende Studie liefert, sind aber aufgrund der jüngsten Entwicklungen mit Blick auf die Aktualität zu hinterfragen: So ist der Wert, der bei der Türkei angegeben wird wegen der politischen Entwicklungen dort (Twitter-Bann 2012, etc.), äußerst kritisch zu betrachten.

Was vor allem für Marketer interessant sein dürfte: Eine Facebook Werbeanzeige kostet nicht immer gleich viel: Auf den verschiedenen Kontinenten gibt es merkliche Differenzen bei der CPC-Rate (Cost-Per-Klick). Darüber, ob die Unterschiede hier von der Masse der Werbeanzeigen, der Erfolgsrate, dem Nutzerverhalten oder anderen Faktoren abhängen kann letztlich nur spekuliert werden. Feststeht: Es gibt Unterschiede und diese sind deutlich:

Quelle 

Tobias Liegl

DHBW Ravensburg – WIN 313

(Dies ist der erste von drei Beiträgen von Tobias Liegl. Entstanden ist er im Rahmen der Lehrveranstaltung „Internationales Management“ von Thomas Mavridis an der DHBW, Campus Ravensburg. Der zweite Beitrag „Mobile Facebook-Werbung“ wird am 27. Februar 2015 veröffentlicht. Am 2. März 2015 geht es um „Single Pages vs. Global Pages“.)