Hauptberuf: Reiseblogger

1 (391)Es klingt zu schön um wahr sein – um die Welt reisen, darüber berichten und genau davon leben. Doch einige Blogger haben diesen Traum wahr gemacht.

Doch wie verdient man damit eigentlich Geld? Wer sich auf den relevanten Blogs umschaut wird ganz schnell erkennen, dass nur Werbung auf den Seiten anscheinend nicht ausreicht.

Die Profi-Blogger schreiben zusätzlich Bücher und E-Books, halten Vorträge und besonders wichtig scheint das Stichwort Affiliate- (deutsch: Empfehlungs-)Marketing zu sein. Einige geben sogar Seminare zum Thema erfolgreiches Bloggen. Anleitungen gibt es wie Sand am Meer, aber auch richtig professionell aufgezogene Seminare. Ein paar Beispiele gibt es bei Planet Backpack und BlogCamp.

Doch jetzt mal Butter bei die Fische – kann man davon wirklich gut leben? Wie viel verdient wohl so ein Reiseblogger hat sich auch t3n gefragt und es gewagt, konkrete Zahlen zu nennen.

Tatsächlich gibt es in diesem Jahr sogar eine Messe für „digitale Nomaden“, die DNX in Berlin. Die Community der Blogger ist größer als man auf den ersten Blick glaubt.

Doch jetzt wird es Zeit einen der hauptberuflichen Reise-Blogger zu Wort kommen zu lassen. Patrick bloggt unter anderem auf 101places.de – und lebt davon.

Seit wann bloggst du und wie kam es dazu, dass du das ganze professionell aufziehen wolltest?

Patrick: Ich blogge auf 101places.de seit August 2012. Professionell habe ich es aber erst im Januar 2013 aufgezogen. Ich war gelangweilt von dem Friends-and-Family-Blog. Ich wollte mehr Leser haben. Es war eine Herausforderung für mich. Dann habe ich schnell gemerkt, dass ich damit Geld verdienen kann und nun ist es mein Beruf.

Reisen, drüber schreiben und auch noch Geld damit verdienen – das klingt zu schön um wahr zu sein. Hand auf’s Herz, ist es wirklich der Traumjob nachdem es klingt?

Patrick: Ich finde, Bloggen ist für mich ein Traumjob. Reisebloggen ist etwas spezieller und für mich kein Traum. Ich reise zwar gerne, aber der Reiseblog hat meine Reisen verändert. Nach einer Weile hatte ich das Gefühl, bestimmte Ziele und Sehenswürdigkeiten für meine Leser abreisen zu müssen, obwohl ich darauf keine Lust hatte. Das mache ich nun nicht mehr, weiß aber auch, dass der Reiseblog für mich daher nicht so nachhaltig ist. Ich bin zwar viel unterwegs, aber reise nicht mehr wie ein typischer Tourist, sondern verweile lange an den Orten. Ich schreibe auch noch zwei andere Blogs, die vom Reisen unabhängig sind (introvertiert.org und healthyhabits.de). Solang meine Blogs mich nicht dazu zwingen, Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe, ist es ein Traumjob.

Bloggen ist sicherlich kein nine-to-five-Job – Wie viele Stunden arbeitest du pro Woche ungefähr für deinen Blog?

Patrick: An 101 Places habe ich im ersten Jahr 20-30 Stunden pro Woche gearbeitet. Momentan sind es nur noch 3-5 Stunden. Für alle Blogs zusammen arbeite ich aber weiterhin etwa 30 Stunden – oder auch mal mehr, wenn ein größeres Projekt wie ein Buch ansteht.

Womit genau verdienst du dein Geld? „Nur“ mit Werbung?

Patrick: Ich verdiene Geld mit meinen eBooks und Büchern. Über alle Themen verteilt macht das etwa 50% meiner Einnahmen aus. Ich habe zwei gedruckte Bücher auf dem Markt und acht eBooks. Die andere Hälfte setzt sich aus Affiliate Marketing zusammen. Das heißt, ich empfehle meinen Lesern andere Produkte, z.B. Flugsuchmaschinen (Skyscanner), Hotelbuchungsportale (Booking.com), Reise-Kreditkarten (DKB) und Reiseausrüstung sowie Reiseführer (amazon). Mehr zu meinen Produkten hier: www.101places.de/ebooks
Davon lebe und reise ich 🙂

Vielen Dank für das kleine Interview Patrick! Wer mehr von ihm zum Leben als “Digitaler Nomade” lesen möchte, wird auf seiner Seite fündig.

Es scheint also tatsächlich möglich zu sein, hauptberuflich Reiseblogger zu sein. Allerdings braucht es dafür auch eine Menge kreativer Ideen. Das Umfeld der Reise-Blogs wird immer professioneller und Reiseveranstalter, Ausrüster und andere Anbieter haben längst erkannt welches Potenzial darin steckt. Ob man allerdings einfach nur durch Seminare zu einem erfolgreichen, Hauptberuf-Blogger wird wage ich zu bezweifeln.

Nina Thumerer
Kommunikationswissenschaft
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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