Das Ego pushen? Über Selbstdarstellung im Netz

Marken, Unternehmen und die Stars und Sternchen haben es bereits vorgemacht, und viele von uns folgen diesem Hype: Die Inszenierung und Selbstdarstellung des eigenen Ichs in sozialen Netzwerken. Facebook, Twitter und  jetzt auch ganz vorne dabei Instagram bieten hierfür die optimale Bühne. Doch was treibt uns innerlich dazu an, uns so nach außen präsentieren zu müssen? Bedeutungsdrang? Einsamkeit? Angst, nicht dazu zu gehören?

Besonders in sozialen Interaktionen, versuchen wir oft ein gewisses Bild von uns zu vermitteln, da wir genau wissen, dass wir von anderen beobachtet werden. Nach der Anahme von Erving Goffman spielen wir alle Theater auf einer Bühne mit Requisiten. In Bezug auf die sozialen Netzwerke ist diese Aussage sicherlich nicht verwerflich. Machen wir uns also gegenseitig im Netz nur was vor und schlüpfen sogar in eine andere Rolle und spielen einen anderen Charakter, damit wir dazu gehören?

Im Gegensatz zum Spielplan des Theaters existieren in der Welt der sozialen Netzwerke so gut wie keine Vorgaben, was man von sich präsentieren darf und was nicht oder was privat oder gar intim zu behandeln ist und was nicht. Sex sells! gilt auch noch in der heutigen Zeit, um Aufmerksamkeit und Beachtung zu finden. Dieses Motto haben auch immer mehr Stars für sich entdeckt, wenn es um Freizügigkeit oder Privatsphäre geht. Vor allem die amerikanischen Stars sind besonders offen und freizügig in den sozialen Netzwerken unterwegs. Rihanna wurde beispielsweise von einem Onlinenewsportal zu „Dem (fast) nacktesten Promi im Netz“ gekürt.

Ein anderes Beispiel ist Robbie Williams, der die ganze Welt an der Geburt seines Sohnes auf Youtube und Twitter teilhaben ließ. Bilder und Videos aus dem Krankenhaus zeigen Robbie und Ayda zu (fast) jedem Zeitpunkt der Geburtsvorbereitung und natürlich nach Vollendung des großen Werkes.

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Aber auch von deutschen Prominenten landen täglich zahllose Facebook-Kommentare und Tweets im Internet. Aber wer von ihnen hat wirklich was zu sagen? Und wer schreibt nur viel? Mit diesen Fragen hat sich auch ein kürzlich erschienener Artikel in der SZ beschäftigt, der fünf deutsche Prominente unter anderem KuttnerSarah, janboehm oder Elyas M’Barek und deren Tweets genauer analysiert.

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Ein weiterer Hype drückt sich im Slogan „But first let me take a #selfie“ aus. Das Wort „selfie“ wurde im Jahr 2013 zum Wort des Jahres gekürt und bedeutet soviel wie „Selbstporträt“. Fast täglich holen viele Promis ihr Smartphone aus der Tasche, knipsen ein Selfie und posten es unmittelbar auf den Plattformen.

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Zusammenfassend sind diese zwei etwas Formen der Selbstdarstellung zwar gerade DER Hype. Mit Sicherheit kann durch diese Art der Selbstdarstellung die Beziehung zu den Fans intensiviert werden, da ihnen dadurch das Gefühl der Teilnahme vermittelt werden kann. Andererseits muss man sich jedoch immer bewusst sein, dass es eine ganz persönliche Entscheidung ist, wem ich meine Informationen zugänglich mache und das eigene Ich durch die Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken von der Öffetlichkeit ganz anders und verschieden interpretiert werden kann. Ein schmaler Grat zwischen Schein und Sein.

Alisa Reuß

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Kommunikationswissenschaft

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