Homepage OUT, Social Media IN – doch schaffen dies deutsche Medienhäuser?

„Social Media könnte bald die Homepage ersetzen“ – Wer hätte das gedacht? Mittlerweile wohl jeder! Schließlich ist man es selbst gewöhnt, Informationen aus den sozialen Netzwerken zu ziehen. Nachrichten wie auch Entertainment kommen auf Facebook, Twitter & Co. nicht zu kurz, Social Feeds lösen schon längst die traditionelle Homepage ab. Journalism.co.uk greift genau diese Thematik auf, belegt dies mit BuzzFeeds Trend Report „How Technology is Changing Media“ und zeigt: Social Media beherrscht unser (digitales) Zeitalter. Über 70% an Nutzern finden sich jeden Tag in sozialen Netzwerken, um sich zu informieren, zu liken und zu teilen. Klar ist daher, dass sich Medienkonzerne bewusst auf diese Veränderung einstellen und handeln müssen. Nicht länger wird über die Homepage nachgedacht, Facebook und Twitter sind an der Tagesordnung.

Inhalte humorvoll und interessant an die eigenen Follower bringen? Sicherlich nicht einfach zu meistern, doch betrachtet man Zeitschriften wie Focus Online, Neon oder Grazia, so scheinen diese längst im digitalen Zeitalter angekommen zu sein und medienaffin zu agieren. Mit über 200.000 „Gefällt mir“ Angaben auf Facebook schaffen diese Zeitschriften die Challenge, ihre Inhalte für eine breite Masse verfügbar zu machen.

Was passiert jedoch bei den Dachmarken dieser Zeitschriften? Eigene Positionierung im Social Web? Potenzial der Sozialen Medien erkannt? Die Priorität scheint bei den eigenen Medienmarken zu liegen – die größten deutschen Medienhäuser ohne soziale Medien? Nicht ganz, die meisten (hier als Beispiel Hubert Burda Media) sind auf Twitter, Facebook, Xing aber auch auf Flickr und Youtube vertreten.

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DOCH: Geringe Reichweite wie auch „Gefällt mir“ Angaben und kaum geteilte Inhalte könnten Indikatoren sein, um sich die Frage zu stellen: Verschlafen deutsche Medienunternehmen, das eigene Image in sozialen Netzwerken zu stärken? Eine Analyse der Social Media Nutzung zweier TOP Medienhäuser soll zur Diskussion beihelfen:

Bertelsmann

Bertelsmann, Dachmarke erfolgreicher und Social-Media-affinen Unternehmen wie RTL Group (Fernsehen), Gruner + Jahr (Zeitschriften) und Penguin Random House (Buch), bietet auf der hauseigenen Homepage: „Willkommen im Social Media Newsroom“. Aktuelle Überblicke, direkte Zugänge und Aktualisierung zu den Social Media Aktivitäten von Bertelsmann, RTL Group & Co. helfen, auf allen Plattformen immer up-to-date zu sein. Doch welche Accounts besitzt Bertelsmann? Bertelsmann, Bertelsmann erleben und Create your own Career sind auf Facebook wie auch Twitter aufzufinden. Gefällt-mir-Angaben? Von knapp 6.500 bis 16.800, doch die Reichweite der Posts geht stark verloren. Liegt das an den Themen? Veranstaltungen, Konzernstrategien, Karrierechancen; klingt alles sehr interessant, doch zu wenig Dialog.

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Mit ca. 3000 Followern und knapp 3000 Tweets scheint es, als ob es auf Twitter rund gehen sollte. Doch auch hier zeigt sich, eher Pflichterfüllung als Spaß am Zwitschern. Pressemitteilungen werden für Tweets verwendet, eine Albspielfläche für Einfallsreiches und Ansprechendes ist jedoch leider weit entfernt. Retweets und Favorisieren bleiben aus.

Axel Springer

Facebook als Jobbörse? Im Zeitalter digitaler Medien kaum mehr wegzudenken. Diesen zielgruppenspezifischen Aspekt bezieht der Axel Springer Verlag auf seiner Facebook-Seite ein. Axel Springer Karriere macht aufmerksam auf Karrieremessen, gibt Infos zu Bewerbungen für Auszubildende, stellt Mitarbeiter und Projekte vor und postet Stellenangebote.

 

Abwechslungsreiche, individuelle und persönliche wie auch informative Posts, wieso ist aber auch hier kaum eine Reichweite? Einblicke in das Unternehmen und guter Service? Scheint von zu Wenigen erkannt und beachtet zu werden, was auch die „Gefällt-mir Angabe“ von knapp über 6.000 zeigt. Axel Springer Akademie hat es sogar „schwarz auf weiß“, Social Media ist IN, doch führt das dazu, die Social Media Strategien von Unternehmen  zu überdenken und umzustrukturieren?

 

Strategien? Was sind überhaupt Einsatzbereiche und Ziele von Social Media für Medienhäuser und Verlage? Facebook & Co. wird verwendet zu Marketing-Zwecken, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens kann durch die sozialen Plattformen ausgeweitet werden. Kundenservice wie auch Personalgewinnung funktionieren im Internet und bieten gerade für die Nutzer viele Informationen und Tipps. Daher ist es wichtig, affine Mitarbeiter für Social Media zu beschäftigen, um Spaß und Dialog zu kreieren.

Was kann man also Medienhäusern empfehlen, damit der alltägliche Social Media Nutzer liked, teilt und kommentiert? Zunächst optimieren, optimieren und optimieren! Ganz einfach kann Reichweite gesteigert werden, indem man eigene Posts an Nutzer-Bedürfnisse anpasst. Doch: Mehr ist nicht immer besser! Zu viele Posts halten Nutzer davon ab, täglich fünf oder sechs Tweets und Posts nach Informationen zu scannen. Zu viel „Spam“ kann schnell Interesse erlöschen!

Sophia Tauber

Kommunikationswissenschaft, Anglistik

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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