Lupenreine Transparenz!?

Lieber xy, heute ist dein großer Tag! Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe & Gute zu deinem 28. Geburtstag! Genieße deinen Festtag. Du gestattest doch, dass ich Dich duze, oder? Du weißt zwar nicht wer ich bin, aber das macht nichts: ich kenne Dich in- und auswendig!

Es folgt eine unglaublich, detailgetreue Auflistung über das private Leben einer 28-jährigen Person, die scheinbar verstärkt in Amazon einkauft und sowohl in Facebook als auch in Twitter und Instagram vertreten ist. Wer sich weiterhangelt, kann sämtliche Bilder der Person, Tweets und Posts ansehen und diese lesen. Und das, obwohl die beiden Personen nicht miteinander befreundet sind!

Da hat wohl jemand seine Datenschutzrichtlinien nicht ordentlich durchgelesen und diese – um seine Privatsphäre zu schützen – nicht richtig eingestellt! Die Folge: dieser Mensch wird ganz schön transparent, um es fachlich auszudrücken: ein gläserner Mensch.

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Wer sich jetzt denkt „Ach herrje, ich bin keinen Deut besser“, der wird gleich sein blaues Wunder erleben, denn: Malte Spitz, Grünenpolitiker, hat bei Firmen und Behörden seine Daten angefordert und erschreckende Entdeckungen gemacht, die er in dem Buch „Was macht ihr mit meinen Daten?“ veröffentlicht hat.

Spitz ging es nach eigenen Angaben eher weniger darum „das Internet“ oder „die Smartphone-App“, also vieldiskutierte Speicherpunkte zu untersuchen, da man sich diesen – zumindest theoretisch – entziehen kann. „Im Zentrum meiner Suche stehen die tagtäglichen Datenspeicherungen, die alle Menschen betreffen und denen man nicht ausweichen kann.“ Er spricht darüber wie schwer es war überhaupt Informationen über seine Daten zu bekommen und welche Erkenntnisse er daraus ziehen konnte.

Ausblick in eine (noch) ungewisse Zukunft
Doch wie wird die Zukunft aussehen? Werden wir unsere informationelle Selbstbestimmung erhalten und verteidigen können? Dreh- und Angelpunkt der Sache ist die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen zur Überwachung unseres Lebens. Es geht um die Punkte, an denen die Datenspeicherungen schon heute unser Leben beeinflussen, ohne dass wir davon wissen.

Mit dem Buch wolle Spitz auch diejenigen Menschen ansprechen, die glauben, sie hätten nichts zu verbergen, die glauben, dass es schon in Ordnung sei, all das zu speichern, auszuwerten oder an staatliche Stellen weiterzugeben. Für das Buch habe er viele Menschen sowie Experten aus dem In- und Ausland getroffen, um mit ihnen über die aktuelle Lage in Sachen Datenschutz zu sprechen. Der Staat räume sich ein Zugriffsrecht ein, was vielen gar nicht bewusst sei.

Doch letztendlich kann jeder Nutzer – zumindest auf Social-Media-Seiten –  selbst entscheiden, wie viele Daten er Preis gibt. Wie das geht? Naja, zugegeben manchmal ist das etwas „tricky“, aber wer sich damit auseinandersetzt, wird schnell erkennen: so schwer ist es gar nicht! In Facebook beispielsweise gibt es extra das Symbol „Privatsphäre-Verknüpfungen“, in diesem Tool, und natürlich auch in den Einstellungen kann jeder individuell anklicken wer welche Posts lesen bzw. sehen darf.

Poser Shots, die peinlich sind, verhindern
Seit kurzem arbeitet Facebook auch an einem anderen Problem: der peinlichen Zurschaustellung einiger Nutzer!

Hierbei sollen wenig schmeichelhafte Bilder, die im Vollrausch entstanden sind, verhindert werden. Denn genau solche Bilder machen sich bei Bewerbungen nicht sonderlich gut! Die Frage ob es dieses Tool wirklich geben wird, steht allerdings noch in den Sternen… Schlecht wäre es vermutlich nicht, wenn manche Menschen ihre „schlechten“ Seiten nicht öffentlich ans Tageslicht bringen würden.

Passwörter speichern – ja oder nein?
Eine wirklich gute Frage! Doch Hand auf’s Herz, wie viele von Euch haben bereits auf das Häkchen „Passwort speichern“ gedrückt, um sich die nervige Eingabe zu ersparen? – Ich denke, mehr als genug Menschen. Das solche Aktionen nicht besonders clever sind, sollte jedem Nutzer klar sein, denn so spiele ich meinen Account einem System zu, das jederzeit auf meine Daten zugreifen könnte. Ein Hacker würde sich jetzt ins Fäustchen lachen…Wie gut, dass es endlich eine Software namens „i-Butler“ gibt, die sich die Daten merkt und diese für jede Person automatisch eingibt.

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Dieses Programm befindet sich noch in der Beta-Version und soll weiter optimiert werden. Das tolle an dem I-Butler, der von der World Style Media GmbH & Co. KG entwicklet wurde, ist, dass er sich nicht nur sämtliche Passwörter und Accounts speichert, er legt so gar noch eine Schippe drauf: er vergleicht Preise und findet so das günstigste Angebot! Somit können Zeit, Geld und Nerven bei jedem Online-Einkauf gespart werden.

Also los, jetzt noch schnell ein paar Geschenke shoppen – ganz einfach und mit Sicherheit nicht als gläserner Mensch! Denn so leichtfertig geht dieser Butler nicht mit Ihren Daten um!

Anja Andraschko
Kommunikationswissenschaften
Universität Bamberg

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