Die dunkle Seite des Internets

Das Dark Net – was verbirgt sich eigentlich dahinter? Wozu kann es genutzt werden und wie gelangt man dort hin?

Zunächst kann jeder Laie sich in das Dark Net einloggen, dafür ist ein Tor Browser nötig, welcher durch das „normale“ Internet heruntergeladen werden kann. Ist der Browser nun auf dem PC installiert, muss diese Verschlüsselungssoftware gestartet werden. Das Programm verbindet den eigenen Computer mit einer zufälligen Netzwerkroute, so bleibt das weitere Surfverhalten des Nutzers anonym. Ein Nachteil der dabei entsteht, ist die sinkende Verbindungsgeschwindigkeit.

TorBrowser

Im Dark Net kann sozusagen alles gekauft werden, was illegal ist: Waffen, Drogen, gefälschte Pässe und Kinderpornographie.

Eine der bekanntesten Seiten im Dark Net ist Silk Road, zuletzt wurde in den Medien stark darüber berichtet, da die Internetseite vom FBI abgeschaltet wurde.

Silk Road, zu deutsch „Seidenstraße“, könnte als ein Marktplatz für Drogen bezeichnet werden, jedoch werden dort neben den Rauschmittel ebenso gefälschte Pässe und Kreditkartendaten verkauft. Auf den ersten Blick ähnelt die Seite der von Ebay –  die Waren werden mit einem Bild präsentiert und Kunden können nach dem Kauf auch eine Bewertung zu dem jeweiligen Produkt abgeben. Die Gefahr bei einem Drogenkauf auf dieser Seite erwischt zu werden ist sehr gering, es werden hauptsächlich Pseudonyme bei der Anmeldung benutzt und nach dem Kauf wird die Ware getarnt in einem Dekoartikel, oder in einem normalen Briefumschlag versendet. Der aufgedruckte Absender entspricht natürlich auch nicht dem wahren. Bezahlt wird mit sogenannten Bitcoins, eine Kryptowährung.

 

Bitcoin

 

Um an Drogen oder andere illegale Waren zu gelangen mussten sich Kunden mit ihrem Dealer bisher in einer zwielichtigen Ecke treffen. Mit Silk Road funktioniert das natürlich einfacher und ist zudem anonym. Dadurch änderte sich das Klientel von Drogenkonsumenten erheblich: viele Akademiker mittleren Alters, die es vielleicht vorher nicht gewagt hätten auf der Straße Drogen zu kaufen, besuchen diese Seite und geben Bestellungen auf.

Ross William Ulbricht, der Gründer der Seite wurde im Oktober vergangenen Jahres festgenommen und seine Internetseite geschlossen. Das FBI stellte insgesamt 3,6 Millionen Dollar sicher. Durch die Verhaftung und Beschlagnahme der Internetseite wurde diese noch populärer und binnen kürzester Zeit entstand der Nachfolger: Silk Road 2.0. Die neuen Betreiber möchten, dass ihre Kunden sich auf dieser Seite ohne Angst vor rechtlichen Konsequenzen ausleben können – aber nur solange kein Dritter zu Schaden kommt.

silk-road-interface

Im November nahm das FBI auch den Begründer von Silk Road 2.0 fest, die Internetseite wurde geschlossen und im Falle einer Verurteilung droht dem 26-jährigen Blake Benthall eine lebenslang Haftstrafe.

Dies bedeutete keinesfalls das Ende für die Dark Net Märkte, im Gegenteil: Nachfolger von Silk Road, Agora und Evolution sind dabei ihren Vorgänger zu überholen.

Auf den ersten Blick schien Silk Road nicht nach einer der „dunkelsten Seite“ im Dark Net, es wurden zwar illegale Produkte angeboten,  aber laut der Gründer sollte die Seite als „Rückzugsraum“ dienen.  Die Kunden sollten ungehindert ihre Freiheiten genießen, der Verkauf von Schusswaffen und Kinderpornographie war verboten.

Aber natürlichen existieren etliche Seiten, Foren auf denen Pornographie, Kinderpornographie und Waffen angeboten werden. Beispielsweise fragt ein Mann in einem Forum nach einem bestimmten Betäubungsmittel, um seine Cousine zu betäuben. Die Reaktionen sind erschreckend – keiner der User kommentiert den Beitrag, wie abscheulich doch diese Tat ist und das der Mann am besten hinter Gittern sitzen sollte. Nein, im Gegenteil: Sie geben Tipps, welches Mittel am besten zu benutzen ist.

Nikita Probst

Kommunikationswissenschaft,

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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