Help! I’m lost in the digital world – Addicted to Facebook, Twitter & Co.

Dieser kleine „Daumen hoch“-Button ist Gold wert, denn er steigert das Selbstwertgefühl eines jeden Facebook-Nutzers. Mit einem Klick lässt er das kloine Herzar’l eines Freundes höher schlagen, denn er sagt ja: „Gefällt mir“ – faszinierend! Doch kann das Sammeln des Like-Buttons süchtig machen? Werner Degen, Sozialpsychologe an der LMU München kennt dieses Phänomen, denn als Nutzer und Wissenschaftler weiß er über die Bedürfnisbefriedigung Bescheid.

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In sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter & Co. erhält man durch Likes, Retweets und andere Button ein starkes Anerkennungsgefühl. Eine Bestätigung dafür, dass eine Person ihre Sache gut gemacht hat. Doch mit der Realität hat das häufig nur sehr wenig zu tun. Diese ist oftmals vom stinknormalen Alltagsleben geprägt, in dem nur sehr selten Lob und Anerkennung zum Vorschein kommt. Traurig, aber wahr.

Psychische Belastung

Wer kennt es nicht – das Gefühl, alles falsch zu machen, ein schlechter Mensch zu sein, der nie ein Ideal erreicht. Wenn die psychische Belastung zu groß wird, verirrt man sich verstärkt in den Sphären des Social Media, denn dort findet man zahlreiche „Freunde“. Laut Degen sehnt sich der Mensch danach, sich in einer Gesellschaft positiv aufgehoben zu fühlen, was sich wiederum als Abhängigkeit bezeichnen lässt.

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Der Like-Button stellt somit ein soziales Feedback-Instrument dar. Gehöre ich noch meiner sozialen Gruppe an? – Dieser Frage kann ganz leicht nachgegangen werden, in dem auf die Anzahl der Likes geguckt wird. Als wahrer Facebook-Junkie besitzt man ja sowieso gefühlt eine Millionen Freunde, damit ist die Zahl der „Gefällt mir“-Drücker besonders groß.

Die Folgen: soziale Isolation & Abschottung in das World Wide Web

Schlimm wird es erst dann, wenn sich Menschen aus der realen Welt abschotten und nur noch im Facebook-Dorf oder in der Twitter-Welt herumgeistern. Gefährlich wird es, wenn Nutzer die Ziele ihres Lebens aus den Augen verlieren und nur noch blindlinks in den Tag hineinleben, ohne ihre wahren Freunde zu besuchen oder sich am Vereinsleben, Sport etc. zu beteiligen.

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Inzwischen sollen mehr als eine halbe Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung an einer Internetsucht leiden, die vor allem auf Social Media Seiten zurückführbar sei.

Solch eine Sucht führt langfristig gesehen nicht nur zur Isolation, sondern auch zu körperlichen Beschwerden. Denn eine stundenlange Bewegungslosigkeit vor dem PC lässt die Muskeln verkümmern – und somit auch den Körper!

Aber keine Sorge, wer mehrmals täglich postet, twittert oder sich anderweitig mitteilt, ist noch lange nicht in der digitalen Welt verschwunden. Dennoch, manchmal sollte man sich schon die Frage stellen: Muss das jetzt sein, dass ich auf mein Smartphone glotze, um die neuesten Tweets zu lesen? Jetzt, wo ich neben meiner Freundin/meinem Freund z.B. auf der Couch, im Restaurant oder an der Bar sitze? – Denkt mal darüber nach! Jeder Tag besitzt 24 Stunden, d.h. man sollte sich die Internet-Zeiten so einteilen können, dass auch noch Zeit für wahre Freunde und Menschen, die einem sehr viel bedeuten, bleibt!

Anja Andraschko
Kommunikations- und Politikwissenschaften
Universität Bamberg

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