Let´s get naked: Über Privatsphäre und Transparenz

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Ähnlich wie in diesem Facebook-Post gehen viele Personen leichtfertig mit Informationen um und geben mehr Details aus ihrem Privatleben preis als ihnen eigentlich lieb ist. Wenn es nach Mark Zuckerberg geht, dann ist das Zeitalter der Privatsphäre vor allem für Facebook-Nutzer sowieso schon längst vorbei. Und das betrifft dann eine ganze Menge von uns, denn pro Monat sind allein in Deutschland ca. 25 Millionen Menschen mindestens einmal online. Mittlerweile sind es wahrscheinlich sogar noch mehr, denn die jüngsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2013, da Facebook die automatische Erfassung der Nutzerdaten unterbunden hat – soviel schon mal zum Thema Transparenz.

Hierbei muss man aber genauer unterscheiden. Denn des einen Freud ist des anderen Leid. Wo einerseits Schaden durch zu viel Offenheit entsteht, kann sie auf der anderen Seite auch extrem nützlich sein.

Für Unternehmen gilt Transparenz als der Schlüssel zum Erfolg.

Die Darstellung im Internet und auf sozialen Plattformen entscheidet darüber, welches Bild wir von den Unternehmen vermittelt bekommen. Die Möglichkeiten zur Darstellung sind dabei nicht nur für private Nutzer, sondern eben auch für Unternehmen fast unbegrenzt.

Allerdings muss das Image, welches sich schließlich bei uns entwickelt hat, nicht unbedingt der Realität entsprechen. Durch Bilder und Posts entsteht zwar oft der Eindruck, das Unternehmen sei transparent und gäbe viel preis, doch oft handelt es sich um leere Informationen, die nur den Schein erwecken, der Realität zu entsprechen. Das nennt man dann im Extremfall Schönfärberei oder „Whitewashing“.

Besonders beliebt im Zeitalter von Möchtegern-Umweltrettern ist auch das sogenannte „Greenwashing“. Hier soll das Unternehmen oder eines der Produkte möglichst umweltfreundlich und nachhaltig dargestellt werden. So geschah es auch bei einer großen Drogeriekette. Was eigentlich als Vorzeigeprojekt bei dm begann, endete nun mit einem Shitstorm gegen das Unternehmen. Vor ca. zweieinhalb Jahren konnte man an der Kasse Bio-Baumwolltaschen kaufen, die auch noch in Deutschland hergestellt wurden. Nicht nur schön für das gute Gewissen, sondern wirklich umweltfreundlich. Für Bloggerin Pia Dießen war der Kauf allerdings weniger erfolgreich. Sie bekam zwar auch einen dem Original sehr ähnlich sehenden roten Jutebeutel, der wurde aber in Indien statt in den heimischen Gefilden gefertigt.

Nun wird dem Unternehmen eben Täuschung und „Greenwashing“ vorgeworfen.

Was im Internet über Personen oder Unternehmen steht, kann sehr schnell eine ungeahnte Eigendynamik entwickeln und über Aufstieg und Niedergang entscheiden. Authentische Internetauftritte steigern die Beliebtheit bei den Kunden, vergrößern die Reichweite und durch soziale Plattformen wird der Austausch zwischen Kunden und Unternehmen ermöglicht, was für beide Seiten zum Vorteil genutzt werden kann.

Privat ist es manchmal aber vielleicht sogar reizvoller, wenn nicht alles öffentlich mitgeteilt wird und so manches Geheimnis wirklich ein Geheimnis bleibt. Nach der Devise handelt sogar Mark Zuckerberg. Er kaufte sich nämlich nicht nur ein Haus, sondern gleich alle umliegenden Grundstücke, um vor neugierigen Blicken sicher zu sein.

Anna Deerberg
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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