#GenZ: Individualistisch, allein und hypermobil?

Nach den Generationen X und Y sind wir jetzt bei der Generation Z angekommen, die gerade noch dabei ist, sich zu entwickeln. Mit diesem Begriff werden nämlich die Kinder und Jugendlichen bezeichnet, die nach 1995 auf die Welt gekommen sind und noch mehr „Digital Natives“ sind als ihre Vorgänger der Generation Y.

Doch blicken wir einmal zurück.

Generationen-Übersicht

Generationen-Tabelle

Da haben wir zunächst die Baby Boomer, geboren ab ca. 1950, gezeichnet durch eine steigender Geburtenrate nach dem Zweiten Weltrieg. Ein starker Kollektivismus, das Gemeinschaftsgefühl und die Selbsterfüllung spielen für diese Generation eine herausragende Rolle .

Als nächste Generation lässt sich die Generation X definieren, geboren ab circa 1965. Charakteristisch zeichnen sie sich durch ihre Sekpsis, Materialismus,  „Null Bock“ Einstellung und eigenbrötlerischen Handeln aus.

Anders die Generation Y, geboren ab circa 1980. Sie ist idealistischer, positiver und verfolgt Ziele wie Umweltschutz oder globale Gerechtigkeit.

Und jetzt kommen mit der Generation Z, geboren ab circa 1995, wieder Individualisten, die aber anders als die Generation X ein hohes Aktivitätsniveau mit hoher Taktfrequenz haben.

Immer mobil, schnell aber auch allein

Charakteristisch für diese Generation ist es, dass sie die erste ist, die in einer vollkommenen digitalen Welt aufgewachsen ist. Ein Handy in der Grundschule zu besitzen ist schon fast Standard und ein Laptop muss schon spätestens in der Unterstufe her. Mit Freunden wird über Facebook, Twitter und Co. kommuniziert und alles wird gepostet, geliked und kommentiert. Hohe Transparenz, ständige Kommunikation, uneingeschränkter Zugang zur digitalen Welt sind kennzeichnend für diese Generation. Man trifft sich nicht mehr unbedingt in Vereinen, um gemeinsam an etwas mitzuwirken, sondern Kontakt wird oft digital und weniger persönlich aufgenommen. Informationen sind überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich und werden nicht mehr gelagert. Diese Generation sind Mikro-Informationsmanager, die permanent aus einem regelrechten Tsunami an verfügbaren Informationen diejenigen herausfiltern, die für sie in der jeweiligen Situation gerade relevant sind. Aber eins möchte diese Generation vor allem sein: Individuell.

How-to-Speak-Gen-Z_First-and-last-cards

Arbeitsvorstellungen der GenZ

Hat man der Generation Y schon nachgesagt, anders zu sein, so dürfte es die Generation Z noch bei weitem toppen. Für sie steht die Lebenslustmaximierung ganz klar im Vordergrund. Die Bindung besteht nicht mehr zu Unternehmen oder Personen, sondern lediglich zu interessanten Projekten. Ergebnisorientierte “Führung” ohne Einschränkungen und auch Entlohnung sind hier hochangesehen. Das Arbeiten in spannenden Projekten durch den Gebrauch neuer Medien ist gern gesehen, jedoch mit einer klaren Erwartung verknüpft: der Be- und Entlohnung.

Mit Kritik und negativem Feedback fällt es dieser Generation jedoch schwer umzugehen, womit sich auch der Artikel von Christian Scholz, der am 31.10.2014 in der „Welt“ erschienen ist, beschäftigt.

Die Generation Z wird nicht durch eventuelle spätere materielle Reichtümer angetrieben, sondern durch das Streben nach Anerkennung und dem Streben, immer etwas besser werden zu wollen.

Für das Personalmanagement, die Führung und das Kommunikationsmanagement hat dies zur Folge, dass es viel mehr als bislang darum geht, differenziert vorzugehen und weniger alle unter eine Hut zu stecken. Was vielleicht bei früheren Generationen noch akzeptiert wurde, lässt vor allem die individualistische Generation Z immer weniger zu.

Die Generation Z ist bereits schon da und wird in den nächsten Jahren den Wirtschaftsmarkt erobern. Es wird also Zeit sich ein wenig mit ihr zu beschäftigen. Wer weiß, welche neue Generation als nächstes in den Startlöchern steht?

Alisa Reuß

Kommunikationswissenschaft
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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