Thank you for oversharing! Regards, your burglar

„Wo bist du?“, fragt dich Facebook, Twitter & Co. Na dann, zeigen wir unseren Freunden, Arbeitskollegen oder Familienmitgliedern doch mal, dass wir unseren Abend gerade im teuersten Restaurants München genüsslich mit dem neuen Verehrer verbringen oder am Strand von Barcelona entlang schlendern und dort das tolle Wetter genießen. Wer tweetet schließlich nicht gerne, was er sieht, wo er sich rumtreibt und mit wem er unterwegs ist. Diese Erfahrungen teilt man gerne mit Freunden und gibt ihnen dabei das Gefühl, hautnah am Geschehen teilzunehmen.

Das Problem: Genauso erleben das auch deine Freunde und Abonnenten – ALLE Aktivitäten zu JEDER Zeit. Unbekannten wird es daher sehr leicht gemacht, jeden deiner Schritte zu verfolgen und immer up-to-date zu sein, wo du dich gerade aufhältst. Diese Posts können also nicht nur nervig sein, sondern auch sehr gefährlich.

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Quelle: http://www.thechrista.com/wp-content/uploads/2010/09/268_checkin-1024×682.jpg

Foursquare hilft dir beim Entdecken von neuen tollen Restaurants wie auch den besten Hotels. Schnell wird der „Check-in“- Button gedrückt und schon weiß deine ganze Freundesliste auf Facebook & Co. darüber Bescheid, dass du dir z.B. gerade eine Auszeit von der Arbeit im schönsten Hotel Hamburgs gegeben hast. Einfach den Standort geteilt und schon eröffnet dir Foursquare die Möglichkeit, Events vor Ort zu suchen und das ‚All-around-me‘ vollkommen auszunutzen.

Die Vorteile von Foursquare sind zahlreich. Freunden mitteilen, dass man sich in ihrer Nähe befindet, Kontaktaufnahme mit alten Bekannten, neue Restaurants promoten oder auch die eigene Reiselust vermarkten.

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Quelle: http://thoughtboxpr.files.wordpress.com/2011/02/picture-73.png

Aber was passiert, wenn man am gleichen Ort des Öfteren eincheckt, wenn man immer zur gleichen Zeit das Haus verlässt und seinen Arbeitsstandort teilt? Einfache Beute für Diebe und Stalker! Deine Routinen können überprüft werden und jeder weiß dank Tweet oder Post, dass du dich gerade nicht zu Hause befindest. Auch wenn diese Informationen eigentlich nur an deine Freunde gehen sollten, das ganze Internet bekommt es mit. Auf Foursquare eingecheckt, auf Facebook und Twitter geteilt, oversharing at its best!

‚Geotagging‘, wie sich diese Standort Übermittlung betitelt, ist gerade in Zeiten des Smartphones für jeden ganz einfach geworden. Es wird zu Orten navigiert, dann wird ‚eingecheckt‘ und der Nachhauseweg – nach ein paar Bier zu viel – kann dir auch ganz einfach angezeigt werden. Daten werden gesammelt, Informationen werden ans unbekannte Netz herausgegeben.

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Quelle: http://blog.orealys.com/wp-content/images/2010-02/please_rob_me.jpg

Dieser Gefahr ist sich auch PleaseRobMe genauestens bewusst. Diese Website verkörpert genau das, wessen sich die Meisten leider nicht bewusst sind. Die Seite bedient sich Foursquare Posts und zeigt auf, wer sich gerade nicht zu Hause befindet. Gefundenes Fressen für Diebe und Stalker. Hier werden zu keiner Zeit Einbrüche promotet, jedoch versucht die Website, Aufmerksamkeit im Umgang mit Foursquare, Twitter & Co. zu schaffen. „Awareness“ ist auch hier dringend nötig, um bewusst zu machen, mit wem man welche Orte, Erfahrungen und Freundschaften teilt.

Wird man sich also erst einmal bewusst, dass mit der Standortteilung auch einhergehen kann, dass ein flüchtiger Bekannter an all den gleichen Orten anzutreffen ist – nach dem Check-in natürlich – dann beginnt man zu realisieren, wie viel man von seinem eigenen Leben doch preisgibt. Persönliche Informationen, die nicht für die Außenwelt bestimmt sind. Wer also das nächste Mal vorhat, sein Mittagessen in der Mensa im Netz zu veröffentlichen und dabei seine Ortungsdienste nicht deaktiviert hat, der kann schnell Gefahr laufen, unbewusst auf sich und seine Umgebung aufmerksam zu machen.

Die Seite ‚I can stalk u‚ betreibt große Mühe, auf diese Tatsache zu verweisen und gibt Tipps und Unterstützung, dieses Problem anzugehen und sich im Netz zu schützen. #icanstalku, #privacy und viele weitere Hashtags finden sich auf Twitter wieder und zeigen, dass auch Social Media Nutzer sich ihrem Status als ‚Gläserner Mensch‘ bewusst sind und ihre Aufmerksamkeit auf Sicherheit und richtigen Umgang mit Posts und Tweets lenken.

Zum Schluss dient dieser Comicausschnitt noch als Paradebeispiel für die Tatsache, wie schnell man sich selber doch ins eigene Bein schießen kann – aufgrund von overshared information, peinlichen Bilden, missverstandenen Posts und ‚das hätte lieber geheim bleiben sollen‘ Standort Check-Ins.

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Quelle: http://jervisdabreo.com/thetechcorner/wp-content/uploads/2013/07/oversharing.jpg

Sophia Tauber

Kommunikationswissenschaft, Anglistik

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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