Schleichwerbung im Social Web

Millionen von Jugendlichen lieben sie! Ihre Youtube-Stars!
Denn: Sie stehen für Authentizität, geben Tipps und Tricks auf die sympathische Art, helfen bei kleineren oder größeren Problemchen fast genauso gut wie die beste Freundin von nebenan. Damit erreichen sie ein Millionenpublikum von Jugendlichen. Und dieses Publikum hat eine enorme Kaufkraft, was natürlich auch den Unternehmen nicht lange verborgen bleibt. Und so ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das Thema Schleichwerbung im Social Media in den Fokus rückt.

https://i2.wp.com/facebook-sprueche.de/sayings-images/download/Bei%20Schleichwerbung%20ist%20es%20wichtig%20das%20Produkt%20unauff%C3%A4llig%20in%20den%20Kontext%20zu%20Nutella.jpg

So beschäftigte sich auch „Report Mainz“ in einer der Sendungen mit Schleichwerbung speziell bei Youtubern und löste dadurch weit mehr als nur eine Diskussion aus.

Dass der Beitrag eben nicht nur schon längst bekannte Fakten ans Tageslicht brachte, zeigt sich unter anderem auch an der Reaktion einiger Youtuber. So wurde eigens der Hashtag #angeber eingeführt, Infokästen im Nachhinein bearbeitet und natürlich wird nun Besserung und mehr Transparenz versprochen.

Genügt das?
Sehen wir fern, dann müssen wir uns ja auch nicht erst über den Teletext informieren, ob wir da gerade unsere Lieblingsserie oder eben eine Kaufempfehlungssendung anschauen. Beispielsweise die Formate mit Stefan Raab bekamen das strenge Regiment gegen Schleichwerbung im Fernsehen schon zu spüren, so muss das „TV Total Turmspringen“ als Dauerwerbesendung gekennzeichnet sein.
Auch aus den eigenen Reihen der Youtuber wird mehr als nur eine gründliche Bearbeitung der infokästen gefordert. So zum Beispiel auch a wish 1987:

„An sich finde ich Product Placement absolut legitim. Wieso sollte man umsonst Werbung für Firmen machen, gerade wenn man direkt die Zielgruppe erreicht (was eine Fernsehwerbesendung z. B. nicht garantieren kann). Allerdings finde ich sie nur dann legitim, wenn das auch gekennzeichnet wird. Und eben überall und nicht nur ganz unten in der Infobox, die dann sowieso nur 10% der Zuschauer lesen. 

Was ich nicht okay finde, ist das bewusste Verschleiern. Bspw. wird im Video gesagt: „ich habe mir das besorgt“, was jeder so versteht, dass derjenige das gekauft hat. Denn schließlich ist das Wort „besorgen“ im allgemeinen Sprachgebrauch für viele ein Synonym für „kaufen“. Dann steht in der Infobox aber, dass man das Produkt zugeschickt bekommen hat. Und im Nachhinein wird dann in ellenlangem Text dargelegt, wie das Wort „besorgen“ in diesem Fall zu verstehen gewesen sein sollte. Wie es daaruum ca zwei Monate nach dem ARD-Beitrag gemacht hat.  
Was man als Youtuber beachten soll, bzw. worüber man sich immer im Klaren sein sollte, wenn man über Produkte spricht: es wird einem immer unterstellt „gekauft“ zu sein. Darüber ärgert man sich natürlich und man kann es ja nicht beweisen, aber das ist dann leider so. Da sollte man den angeblichen „Angebern“ dafür danken. :-/
Die Angeber-Aktion war für mich auch nur ein Versuch, sein Image wieder zu retten. Wenn man ja so sehr für Gesetze ist, damit man alles gesetzeskonform kennzeichnen kann, warum machte man das nicht schon vor dem Beitrag?!
Zudem, was mich auch sehr gestört hat, war die Argumentation „es gibt noch keine genaue Gesetzesregelung“. So ein Quatsch, es gibt die Gesetze, die Frage ist nur deren Anwendbarkeit auf Youtube. Gäbe es noch keine Gesetze, hätte man auch nichts zu befürchten. „
(Interview mit a wish 1987)

Was ist Schleichwerbung überhaupt?
Schleichwerbung bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Produkt indirekt beworben wird, ohne dass dies kenntlich gemacht wird und der Konsument weiß, dass es sich um Werbung handelt. Im Social Media kommt hinzu, dass viele der Youtuber, unter anderem ‚Y-titty‘ und ‚daaruum‘ bei MediaKraft unter Vertrag sind. MediaKraft bietet Unternehmen dann ganz diskrete Produktplatzierungen an. Sogenannte redaktionell integrierte Werbung. Der Inhalt der Youtuber und die Werbebotschaft sind dann nicht mehr zu trennen und die Grenzen verschwimmen immer mehr. Für so eine redaktionell integrierte Werbung zahlt man bei MediaKraft übrigens 80 Euro pro 1000 Klicks. Und eine Songparodie von ‚Y-titty‘ erreicht schnell mal eine Million Klicks – ein Geschäft, das sich also lohnt.

Auf der Website des SWR heißt es:

„Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten erklärt nach Sichtung und Bewertung dieser Videos gegenüber REPORT MAINZ: „Wenn da Absicht dahinter steht und auch Geld fließt und ein Auftrag erteilt wird, dieses Produkt zu zeigen, das ist Schleichwerbung. So ist es auch bei den YouTube-Videos, die wir uns angesehen haben.“

Ist das Internet wirklich noch ein rechtsfreier Raum?
Nein, nicht ganz. Durch die Recherchen von Report Mainz wurde ein Prüfverfahren gegen MediaKraft eingeleitet, von MediaKraft selbst heißt es aber, dass nichts Derartiges vorläge. Generell darf man deshalb aber nicht jeden Youtuber verteufeln, der Tipps gibt oder Produkte vorstellt. Die Frage muss sein, ob die Produkte aus freien Stücken vorgestellt werden und, ob die gezeigte Meinung wirklich die echte Meinung des Youtubers ist, oder ob vielleicht sogar Geld geflossen ist.

Anna Deerberg

Otto-Friedrich-Universität

Kommunikationswissenschaft

Help! I’m lost in the digital world – Addicted to Facebook, Twitter & Co.

Dieser kleine „Daumen hoch“-Button ist Gold wert, denn er steigert das Selbstwertgefühl eines jeden Facebook-Nutzers. Mit einem Klick lässt er das kloine Herzar’l eines Freundes höher schlagen, denn er sagt ja: „Gefällt mir“ – faszinierend! Doch kann das Sammeln des Like-Buttons süchtig machen? Werner Degen, Sozialpsychologe an der LMU München kennt dieses Phänomen, denn als Nutzer und Wissenschaftler weiß er über die Bedürfnisbefriedigung Bescheid.

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In sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter & Co. erhält man durch Likes, Retweets und andere Button ein starkes Anerkennungsgefühl. Eine Bestätigung dafür, dass eine Person ihre Sache gut gemacht hat. Doch mit der Realität hat das häufig nur sehr wenig zu tun. Diese ist oftmals vom stinknormalen Alltagsleben geprägt, in dem nur sehr selten Lob und Anerkennung zum Vorschein kommt. Traurig, aber wahr.

Psychische Belastung

Wer kennt es nicht – das Gefühl, alles falsch zu machen, ein schlechter Mensch zu sein, der nie ein Ideal erreicht. Wenn die psychische Belastung zu groß wird, verirrt man sich verstärkt in den Sphären des Social Media, denn dort findet man zahlreiche „Freunde“. Laut Degen sehnt sich der Mensch danach, sich in einer Gesellschaft positiv aufgehoben zu fühlen, was sich wiederum als Abhängigkeit bezeichnen lässt.

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Der Like-Button stellt somit ein soziales Feedback-Instrument dar. Gehöre ich noch meiner sozialen Gruppe an? – Dieser Frage kann ganz leicht nachgegangen werden, in dem auf die Anzahl der Likes geguckt wird. Als wahrer Facebook-Junkie besitzt man ja sowieso gefühlt eine Millionen Freunde, damit ist die Zahl der „Gefällt mir“-Drücker besonders groß.

Die Folgen: soziale Isolation & Abschottung in das World Wide Web

Schlimm wird es erst dann, wenn sich Menschen aus der realen Welt abschotten und nur noch im Facebook-Dorf oder in der Twitter-Welt herumgeistern. Gefährlich wird es, wenn Nutzer die Ziele ihres Lebens aus den Augen verlieren und nur noch blindlinks in den Tag hineinleben, ohne ihre wahren Freunde zu besuchen oder sich am Vereinsleben, Sport etc. zu beteiligen.

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Inzwischen sollen mehr als eine halbe Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung an einer Internetsucht leiden, die vor allem auf Social Media Seiten zurückführbar sei.

Solch eine Sucht führt langfristig gesehen nicht nur zur Isolation, sondern auch zu körperlichen Beschwerden. Denn eine stundenlange Bewegungslosigkeit vor dem PC lässt die Muskeln verkümmern – und somit auch den Körper!

Aber keine Sorge, wer mehrmals täglich postet, twittert oder sich anderweitig mitteilt, ist noch lange nicht in der digitalen Welt verschwunden. Dennoch, manchmal sollte man sich schon die Frage stellen: Muss das jetzt sein, dass ich auf mein Smartphone glotze, um die neuesten Tweets zu lesen? Jetzt, wo ich neben meiner Freundin/meinem Freund z.B. auf der Couch, im Restaurant oder an der Bar sitze? – Denkt mal darüber nach! Jeder Tag besitzt 24 Stunden, d.h. man sollte sich die Internet-Zeiten so einteilen können, dass auch noch Zeit für wahre Freunde und Menschen, die einem sehr viel bedeuten, bleibt!

Anja Andraschko
Kommunikations- und Politikwissenschaften
Universität Bamberg

Fake Urlaub auf Facebook – Selbstdarstellung im Internet

Eine Studentin reist mehrere Wochen lang durch Asien – aber nur auf facebook. In Wahrheit sitzt sie in ihrem Zimmer in den Niederlanden und täuscht so Freunde und Familie. Was ist echt, was ist fake im Internet?

Man sieht sie unter Palmen, am Strand, in einem buddhistischen Tempel, beim Essen von asiatischen Köstlichkeiten. Irgendwo in Asien. Doch Zilla van den Born ist dort nicht. Sie sitzt in Amsterdam und schreibt ihre Bachelor Arbeit im Fach Grafikdesign zu diesem Thema. Mit Photoshop bastelt sie Urlaubsbilder und postet diese auf facebook. Über soziale Netzwerke und über Skype hält sie alle auf dem Laufenden, meldet sich von der anderen Seite der Welt.

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Es funktionierte und jeder glaubte es ihr. Selbst ihre Familie fiel darauf herein, nur ihr Freund war eingeweiht. In einem Interview mit Spiegel Online gibt Zilla van den Born zu, dass es anstrengend war. Der Ausruf ihrer Mutter, als sie davon erfuhr „Mein Gott, Zilla!“ wurde zum Titel ihrer Bachelorarbeit. Ein Experiment, das sie bekannt gemacht hat. Danach überschlagen sich die Berichte zu ihrer Fake-Reise.

Diese absichtliche Täuschung ist hier nur ein Experiment. Doch mit jedem Bild, das wir auf sozialen Netzwerken hochladen, mit jedem Wort, das wir posten, geben wir etwas über uns preis. Wir zeigen ein Bild von uns, formen unsere Persönlichkeit, wie wir im Web gesehen werden wollen. Und so zeigt dieses Experiment, wie leicht wir uns täuschen lassen. Es macht deutlich, wie blind wir sind, obwohl wir doch um die Möglichkeiten der digitalen Technik, etwas vorzugaukeln, wissen.

Das Internet, insbesondere soziale Netzwerke sind Bühne und Spiegel zugleich. Doch was treibt uns dazu, uns so zu präsentieren? Geltungsdrang? Einsamkeit? Angst, etwas zu verpassen? Was ist unser Internet-Ich und wie kommt es zustande? Ein schmaler Grad, zwischen Schein und Sein. Dieses Internet-Ich wurde schon oft erforscht und es gibt bereits „digital-coaches“, die zu diesem Thema beraten.

Unsere Identität haben wir im Internet unter Kontrolle. Oder doch nicht? Viel geben wir im Web preis, was wir vielleicht gar nicht wollen. Wir erschaffen eine Wirklichkeit, die keine ist. Sarah Mönkeberg beschreibt es in einem Beitrag eingehend.

Fakt ist: Jeder oder jede, der soziale Netzwerke nutzt, hat ein Gesicht im Internet, versucht, sich so darzustellen, wie er gesehen werden will. Was wir über uns sagen, sehen alle, deuten es und bilden sich ihre Meinung über uns. Ob sie stimmt, ist eine andere Frage. Diese Frage sollten wir uns auch stellen, wenn wir die Profile unserer Mitmenschen im Internet sehen.

Felix Braune
Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

Let´s get naked: Über Privatsphäre und Transparenz

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Ähnlich wie in diesem Facebook-Post gehen viele Personen leichtfertig mit Informationen um und geben mehr Details aus ihrem Privatleben preis als ihnen eigentlich lieb ist. Wenn es nach Mark Zuckerberg geht, dann ist das Zeitalter der Privatsphäre vor allem für Facebook-Nutzer sowieso schon längst vorbei. Und das betrifft dann eine ganze Menge von uns, denn pro Monat sind allein in Deutschland ca. 25 Millionen Menschen mindestens einmal online. Mittlerweile sind es wahrscheinlich sogar noch mehr, denn die jüngsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2013, da Facebook die automatische Erfassung der Nutzerdaten unterbunden hat – soviel schon mal zum Thema Transparenz.

Hierbei muss man aber genauer unterscheiden. Denn des einen Freud ist des anderen Leid. Wo einerseits Schaden durch zu viel Offenheit entsteht, kann sie auf der anderen Seite auch extrem nützlich sein.

Für Unternehmen gilt Transparenz als der Schlüssel zum Erfolg.

Die Darstellung im Internet und auf sozialen Plattformen entscheidet darüber, welches Bild wir von den Unternehmen vermittelt bekommen. Die Möglichkeiten zur Darstellung sind dabei nicht nur für private Nutzer, sondern eben auch für Unternehmen fast unbegrenzt.

Allerdings muss das Image, welches sich schließlich bei uns entwickelt hat, nicht unbedingt der Realität entsprechen. Durch Bilder und Posts entsteht zwar oft der Eindruck, das Unternehmen sei transparent und gäbe viel preis, doch oft handelt es sich um leere Informationen, die nur den Schein erwecken, der Realität zu entsprechen. Das nennt man dann im Extremfall Schönfärberei oder „Whitewashing“.

Besonders beliebt im Zeitalter von Möchtegern-Umweltrettern ist auch das sogenannte „Greenwashing“. Hier soll das Unternehmen oder eines der Produkte möglichst umweltfreundlich und nachhaltig dargestellt werden. So geschah es auch bei einer großen Drogeriekette. Was eigentlich als Vorzeigeprojekt bei dm begann, endete nun mit einem Shitstorm gegen das Unternehmen. Vor ca. zweieinhalb Jahren konnte man an der Kasse Bio-Baumwolltaschen kaufen, die auch noch in Deutschland hergestellt wurden. Nicht nur schön für das gute Gewissen, sondern wirklich umweltfreundlich. Für Bloggerin Pia Dießen war der Kauf allerdings weniger erfolgreich. Sie bekam zwar auch einen dem Original sehr ähnlich sehenden roten Jutebeutel, der wurde aber in Indien statt in den heimischen Gefilden gefertigt.

Nun wird dem Unternehmen eben Täuschung und „Greenwashing“ vorgeworfen.

Was im Internet über Personen oder Unternehmen steht, kann sehr schnell eine ungeahnte Eigendynamik entwickeln und über Aufstieg und Niedergang entscheiden. Authentische Internetauftritte steigern die Beliebtheit bei den Kunden, vergrößern die Reichweite und durch soziale Plattformen wird der Austausch zwischen Kunden und Unternehmen ermöglicht, was für beide Seiten zum Vorteil genutzt werden kann.

Privat ist es manchmal aber vielleicht sogar reizvoller, wenn nicht alles öffentlich mitgeteilt wird und so manches Geheimnis wirklich ein Geheimnis bleibt. Nach der Devise handelt sogar Mark Zuckerberg. Er kaufte sich nämlich nicht nur ein Haus, sondern gleich alle umliegenden Grundstücke, um vor neugierigen Blicken sicher zu sein.

Anna Deerberg
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Facebook oder Twitter? Welcher Dienst ist besser geeignet?

Ist man nicht angemeldet, gilt man heute schon fast als Außenseiter. Über Facebook ist heute nahezu jeder erreichbar und mit seinen Freunden, Kollegen und Bekannten verknüpft. Man lädt sich gegenseitig zu Veranstaltungen ein, wird an die Geburtstage der Mitmenschen erinnert und kann mit einem Klick Videos, Fotos oder Posts mit seinen „Online-Freunden“ teilen. Die geteilten Inhalte können von der Community kommentiert oder mit „gefällt mir“ markiert werden. Auch die digitale Kommunikation untereinander ist via Facebook so einfach wie nie. Durch den Chat ist es möglich, kostenlos Nachrichten an Gruppen oder einzelne Personen zu schicken und so mit Menschen, die man persönlich kaum zu sehen bekommt, in Kontakt zu bleiben. Facebook wird vom Unternehmen „Facebook Inc.“, das Mark Zuckerberg vor 10 Jahren gegründet hat, betrieben und ist seit 2012 auch an der Börse vertreten. Der englische Name „Facebook“ bedeutet ins Deutsche übersetzt übrigens soviel, wie Jahrbuch.

Doch auch der Konkurrent Twitter, der 2006, also zwei Jahre später als Facebook online ging, ist auf dem Vormarsch und verzeichnet immer mehr User. Auch auf Twitter kann man an andere User Privatnachrichten senden – diese sind allerdings, genau so wie die sogenannten Tweets auf 140 Zeichen beschränkt. Auf Twitter ist es normal, zusätzlich zu den Personen, die man aus dem echten Leben persönlich kennt (wobei von diesen lange nicht so viele Twitter, wie Facebook besitzen), Prominenten, Politikern, Unternehmen oder auch Nachrichtenagenturen zu folgen. In Deutsch würde Twitter „Gezwitscher“ heißen. Das Unternehmen „Twitter Inc.“ hat seinen Sitz in San Francisco, Kalifornien und wurde 2006 gegründet. Die Leitung teilen sich Jack Dorsey und Dick Costolo.

Zweifellos sind die beiden Sozialen Netzwerke mit 1,23 Milliarden (Facebook) und 271 Millionen Nutzern (Twitter) die beliebtesten weltweit. Obwohl Facebook von Datenschützern stark kritisiert wird, zählt es weltweit zu den Top fünf der meistbesuchten Websites und landet deutschlandweit hinter Google auf Platz zwei. Die Nutzerzahlen bei Twitter steigen in letzer Zeit ständig, wohingegen Facebook sich, was die Neuanmeldungen betrifft nur noch im Mittelfeld befindet. Deutlich voraus ist Twitter seinem Konkurrenten Facebook aber, was die Verwendung von Hashtags betrifft. Twitter führte bereits 2009 (Konkurrent Facebook erst 2013) die Möglichkeit ein, einfache Schlagwörter mit einem Hashtag zu verlinken. User haben so die Option, schnell nach Beiträgen zu einem bestimmten Thema innerhalb des Netzwerks zu suchen. Auf Facebook hält sich auch heute die Verwendung von Hashtags noch in Grenzen. Offensichtlich haben also beide Netzwerke ihre Vor- und Nachteile und es lässt sich nicht beurteilen ob eines der beiden wirklich besser oder schlechter ist. Ich persönlich nutze die Communities abhängig davon, ob ich in der Stimmung bin, Posts und Fotos von ehemaligen Schulfreunden oder Bekannten zu betrachten, oder aber von Nachrichtenagenturen über die weltweiten Geschehnisse informiert werden möchte und den neusten Klatsch der Promis erfahren will. Erschreckend finde ich bei beiden, dass man sehr schnell den Überblick darüber verlieren kann, was für eine Reichweite die eigenen Posts oder Tweets haben.

Cindy Dötschel

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kommunikationswissenschaft

Quo vadis, Second Screen?

Mit der grundlegenden Thematik des Second Screens haben wir uns in diesem Blog schon näher beschäftigt, auch die damit einhergehenden Live-Tweets und digitales Public Viewing waren ebenfalls schon Thema auf #mediawandel. Doch da die meisten Beiträge schon über ein Jahre alt sind, ist es nun mal wieder an der Zeit den aktuellsten Entwicklungen und Veränderungen in Sachen Second Screen nachzugehen.

Obwohl das Buzzword Second Screen laut Google Trends in den letzter zwei bis drei Jahren enorm an Popularität gewonnen konnte, kommt die TNS CONVERGENCE MONITOR Studie zu dem Ergebnis, dass die Nutzung eines Second Screens sich bei den 14- bis 64-Jährigen seit 2010 nicht signifikant erhöht habe und mehr oder weniger gleich geblieben sei. So nutzen gerade einmal 28 Prozent Smartphone oder Tablet während des TV-Konsums. Von diesen nimmt aber lediglich elf Prozent Bezug auf das TV-Programm. Das heißt nur etwa jeder Zehnte nutzt ein mobiles Endgerät während des Fernsehen in direktem Verhaltnis zum Fernsehen.

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Aber dennoch werden die Rundfunkanstalten, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, nicht müde mit dem Second Screen zu experimentieren und weitere Ideen zu entwickeln. So lief zwischen dem 12. und 30. Mai erstmals probeweiße Quizduell auf ARD. Bei diesem Konzept müssen vier Kandidaten gegen die gesamten Nutzer der Smartphone App antreten. Die Testphase wurde von technischen Problemen, aber auch von einem größeren Medieninteresse begleitet. Im Februar 2015 soll das Quiz dann regulär auf Sendung gehen. Des Weiteren zeigte das ZDF mit dem Film APP den ersten Second Screen Film im deutschen Fernsehen. Mit der begleitenden App konnten die Zuschauer Zusatzinformationen und alternative Kamerawinkel parallel zum Film verfolgen. In einer Umfrage der Seite firstshowing.net nahmen die Teilnehmer die App als eine interessante Erweiterung des Filmerlebnisses wahr.

Aber warum forcieren die Sender überhaupt verstärkt einen erweiterten Ausbau ihres Second Screen Angebots, wenn wie eingangs aufgezeigt, die Nutzung des Rezipienten bisher eher gering ist? Weil der Second Screen nicht nur einen Mehrwert für den Zuschauer, sondern auch für das Marketing darstellt und diesem interessante Möglichkeiten der Werbung bietet. So konnte in der „Kartografie von Bewegtbild 4“ Studie nachgewiesen werden, dass die Werbeerinnerung beim Rezipienten bei der Nutzung eines Second Screens höher ist als ohne.

In einem Interview mit SPON zeigt Sebastian Weil, Geschäftsführer von Studio 71 (Multi-Channel-Network der ProSiebenSat.1 Gruppe), wie man neue Werbeformen auf dem Second Screen nutzen möchte. So sollen die Apps auf die Tonspur während eines Werbeblocks reagieren und so beispielsweise das Angebot eines Reiseanbieters aufrufen, welches soeben im Fernsehen beworben wurde. Im besten Fall verfügt die App dann auch über grundlegende Informationen wie Familienstatus und Anzahl der Kinder des Rezipienten und kann dahingehend das Angebot automatisch modifizieren.

Im Juli startete ProSiebenSat.1 PULS 4 mit der App TVSMILES ein Bonusprogramm für das Ansehen von Werbung. Die App erkennt Werbepausen über das Audiosignal und liefert passend zu den Werbespots kleine Minispiele, die der Zuschauer absolviert und mit sogenannten Smiles belohnt wird. Diese kann er dann im Prämienshop gegen Sachpreise eintauschen. Die App wurde im Google Play Store bisher über 500.000 heruntergeladen und verfügt mit 4,6 von 5 Sternen über eine ausgesprochen gute Userdurchschnittswertung. Im Bereich dieser Marketingapps wird in den nächsten Jahren wohl noch so einiges an Innovationen auf uns zu kommen.

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Bildquelle: TVSMILES

Eine weitere interessante Entwicklung hat der Second Stream im Bereich der Videospiele gemacht. Zunächst waren die sogenannten Companion Apps eher als eine Art Begleitmusik außerhalb der Spielzeit konzipiert. Während der Fahrt in der U-Bahn oder Bus hatte man so etwa Zugriff auf ausgewählte Spielinhalte wie In-Game-Shop oder konnte Anpassungen an seiner Spielfigur vornehmen, die dann beim Start des regulären Spiels übernommen werden.

In den letzten beiden Jahren wandelten sich die Companion Apps aber zunehmend zu „echten“ Second Screen Devices. In der für Assassin’s Creed IV begleitenden App war es beispielsweise möglich während des Spielens auf der Konsole oder dem Computer die Karte der Spielwelt auf dem Tablet aufzurufen und und sich daran in Echtzeit zu orientieren und Markierungen darauf zu setzen. Obwohl noch ein Großteil der Videospielentwickler auf eine Second Screen Companion App verzichtet, zeigt das Beispiel Assassin’s Creed mit mindestens zwei Millionen Downloads für Android und iOS (bei 10 Millionen verkaufter Einheiten des Hauptspiels), dass der Second Screen nicht nur auf das Fernsehen beschränkt bleiben muss und sich auch auf anderen Medien etablieren kann.

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Bildquelle: GamersBeverage

Also, wohin geht die Reise des Second Screen? Während in den USA schon über zwei Drittel ein mobiles Endgerät während des Fernsehen nutzen, steckt der Second Screen was Nutzungsstatistiken angeht in Deutschland noch in seinen Kinderschuhen und wartet auf seinen endgültigen Durchbruch. Aber über kurz oder lang werden auch hierzulande die Nutzerzahlen steigen, wenn sich entsprechende Sendeformate wie Quizduell etabliert haben und originelle Projekte das Potential des Second Screens weiter ausreizen. Und richtig interessant wird es zu beobachten sein, wie neue Geräte wie Google Glass oder iWatch die Entwicklung des Second Screens beeinflussen werden. Es bleibt also spannend, der Weg des Second Screens hat gerade erst begonnen.

Christian Grosch
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Kommunikationswissenschaft

Hilfe in jeder Lebenslage oder unterschätztes Problem?

Kaum mehr wegzudenken aus dem Alltag – das Internet dominiert inzwischen das Leben und das Handeln fast jeder Person. Natürlich gibt einige Menschen, die auch ohne Internet auskommen und wieder andere, die der festen Überzeugung sind, ohne Internet besser zurecht zu kommen. Aber sind wir mal ganz ehrlich – für den Max Mustermann unter uns kommt ein Leben ohne den treuen Begleiter und Ratgeber in jeder Lebenslage nicht mehr in Frage. Spielen wir mal einen gewöhnlichen Tag ohne das Smartphone mit Internetzugang zu jeder Zeit und an jedem Ort durch:

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Anstelle des gewünschten Podcasts oder Radiosenders mit freundlicher Wetteransage wird man um 6.30 Uhr von dem ohrenbetäubenden Döööd-Dööd des altmodischen Weckers aus dem Schlaf gerissen. Auf dem Weg zur Arbeit ist es nichts mit mal schnell die Mails und News checken. Auch der Besuch in der neuen Wohnung der besten Freundin am Nachmittag gestaltet sich schwierig. Spätestens wenn man feststellt, dass man nicht die geringste Ahnung hat wo genau die Marienstraße 26 ist, wünscht man sich doch Google-Maps als treuen Wegweiser an seine Seite. Und überhaupt, schon ein halber Tag ist vergangen und man weiß immer noch nicht ob Tim seine Abschlussprüfung bestanden hat, oder Onkel Heiner sich wirklich das Tattoo hat stechen lassen?!

Ein Leben ohne Internet – für viele ein Horrorszenario. Doch neben der Sonnenseite gibt es auch die Schattenseiten des World Wide Webs…

Begeben wir uns im Internet auf die Suche nach bestimmten Dingen, gehen wir davon aus, dass wir ungefilterte Informationen erhalten, die wir dann selbst nach Wichtigkeit, Relevanz und Glaubwürdigkeit zu ordnen haben. Wir gehen davon aus, dass unsere Nachbarin bei gleicher Suche dieselben Informationen erhält wie wir, und dass auf der Timeline unserer besten Freundin, die genau die gleichen Freunde und Like-Seiten besitzt wie wir, dieselben Dinge angezeigt werden.

Doch dem ist nicht immer so. Viele Internetseiten und Plattformen arbeiten mit Algorithmen. So haben wir zwar alle vermeintlich die freie Wahl der Informationen, leben jedoch trotzdem in unserer ganz persönlichen Internet- Bubble.

Beispielsweise setzte Facebook auf einen Algorithmus, anstatt es den Usern zu überlassen, was sie auf ihrer Startseite sehen. Anhand früheren Verhaltens der einzelnen Nutzer wird bestimmt, was diese auch in Zukunft auf ihrem Newsfeed zu sehen bekommen. Doch woher soll Facebook denn genau wissen, was meinem Like gilt? Der Person, die etwas gepostet hat, oder die Sache selbst? Zudem ändern sich in der heutigen schnelllebigen Zeit Interessen so schnell, dass man manchmal selber nicht weiß was nun aktuell und persönlich wichtig ist und was einen morgen interessieren wird. Das menschliche Denken ist sehr emotionsgeprägt und hoch sensibel – dem kann kein Algorithmus der Welt gerecht werden. Wo man letzte Woche noch alle kleinen Infos zu Person XY bekommen wollte, möchte man diese heute vielleicht nicht mehr sehen. Nach einem Umzug in eine andere Stadt interessiert man sich vielleicht nicht mehr so sehr für die Veranstaltungen der alten Stadt. Und Personen, die nicht besonders aktiv sind auf Facebook, die dem User jedoch besonders wichtig sind, gehen in der Fülle der unwichtigen News unter.

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Jedoch auch Facebook weiß, dass der Algorithmus nicht gut genug funktioniert, um genau zugeschnittene Newsfeeds für die einzelnen Nutzer zu erstellen. Daher soll den Usern in Zukunft mehr „Mitspracherecht“ gegeben werden – neben der alt bekannten Möglichkeit News von bestimmten „Freunden“ auf seiner Startseite komplett auszublenden, soll es bald auch die Möglichkeit haben lediglich „weniger“ von dieser Person angezeigt zu bekommen.

Doch auch auf anderen Seiten wie zum Beispiel bei Suchmaschinen stellt man fest, dass man in seiner eigenen Internet-Bubble lebt. Auch hier werden Algorithmen angewandt, um dem User die für ihn vermeintlich interessantesten Infos zu präsentieren. Blöd nur, wenn sich die Interessen verändern oder man eigentlich eine ungefilterte Suche bevorzugen würde um sich anschließend selbst eine Meinung bilden zu könne, ob die Infos für einen interessant erscheint. Ein Aha-Erlebnis bietet auf jeden Fall der Vergleich der eigenen Google-Suche zu einem bestimmten Thema, mit der eines Freundes. Jeder bekommt das zu sehen, was er vermeintlich sehen möchte – oder soll.

Doch diese Art der „Selektion“ von Informationen ist nur ein Bereich. Zudem kommt: Wer eine unpopuläre Meinung vertritt, fliegt oder kommt nicht zu Wort. So ist es auf manchen Seiten oder Plattformen, dass ein Beitrag auf Grund der Person die ihn postete oder der Seite zwar potentiell auf eine Timeline passen würde, jedoch vom Algorithmus ausgeschlossen wird. Hier liegt das Problem vor, dass Menschen in Gruppen dazu tendieren, die allgemein vorherrschende Meinung auch zu vertreten und nicht konträr mit der Grundmeinung zu gehen. Dies wird durch den Algorithmus noch gefördert. Forscher sprechen in Verbindung mit der öffentlichen Meinung hier auch von der Schweigespirale. Auf Facebook beispielsweise gibt es zwar die Möglichkeit zum „Like“, vom „Dislike“ fehlt jedoch jede Spur. Dabei ist Facebook natürlich nur exemplarisch für viele andere Ordnungsalgorithmen zu sehen.

Schweigespirale

So ist die Eingangsfrage, ob das Internet als treuer Begleiter zu sehen ist, oder ob ein unterschätztes Problem dahinter verborgen liegt, mit einem ganz klaren JEIN zu beantworten. Ganz klar ist, jeder von uns lebt in seiner eigenen, individuellen Internet-Bubble. Der richtige und gewissenhafte Umgang ist jedoch das Zauberwort – das Internet erleichtert das Leben um vieles und kann neben dem Herbeiführen von Informationen auch zum Aufrechterhalten von so manchen Sozialkontakten dienen – so lange man also sorgfältig mit den vom Internet gebotenen Infos umgeht, kann es als treuer Freund und Helfer im Alltag dienen.

Ann-Kristin Hoppenz
Kommunikationswissenschaft
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Vom Monokel zu Google Glass

#Sieh die Welt mit anderen Augen!


Innovation – Eines der häufigsten und wichtigsten Begriffe der heutigen Zeit.

Der Mensch strebt nach ständiger Verbesserung.

Im 18. Jahrhundert wurde aus dem Lesestein das Monokel entwickelt, was den Menschen mit eingeschränkter Sehkraft ermöglicht, scharf zu sehen und zu lesen.

Es wurde möglich, die Welt „mit anderen Augen“ zu sehen.

Ein Japanisches Sprichwort besagt: Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen!

Grenzen wurden auch überschritten, als GOOGLE die neueste Entwicklung im Bereich der Next Generation Technology vorstellte.

Die Rede ist von Google Glass. Eine Hightech-Brille mit Internetkonnektivität!

Aus dem schlichten Glas, das man sich ins Auge klemmt, um gut zu sehen, ist heute eine Brille entstanden, die es ermöglicht mit seiner Umwelt zu interagieren.

Google Glass – auch eine Innovation, die für Ihren Alltag in Frage kommt?

 

Wir sagen: Ja !

Google Glass hat nicht nur den Vorteil 24/7 mit dem SocialNetwork wie Facebook, Twitter & Co verbunden zu sein, wie der ein oder andere vielleicht im Moment denken mag, sondern bietet Zahlreiche Features für verschiedenste Anwendungsbereiche, was Google mit seinen Explorer Stories sehr gut zeigt.

Hier wird anhand eines Feuerwehrmanns sehr gut verdeutlicht, wie die Google Glass auch Leben retten kann. Auch im Bereich Tierschutz, ist die Hightech-Brille schon im Einsatz.

Nicht nur im Alltag ist Google Glass ein echtes must-have-Feature. Auch Geschäftsbeziehungen, Meetings und Präsentationen können durch die Wunderbrille erleichtert werden. Seien Sie Ihrem gegenüber immer ein Schritt voraus, indem Sie alle relevanten Daten und Fakten immer vor Augen tragen.

Es wird also deutlich, dass die Google Glass durchaus eine Innovation der Zukunft sein kann.

Am protzigen Design wird Google bestimmt bis zum Markteintritt in ca. 2 Jahren noch arbeiten. Abgesehen vom Design, gibt es wie bei jeder neuen Innovation, einige Kritiken.

Größter Kritikpunkt ist wohl der Datenschutz.

→ Kritiker befürchten, dass eine neue Ära der Spionage beginnt.

Fazit: Kurz gesagt, die Brille der Zukunft ist ein durchaus nützliches Gadget. Wir sind jedoch der Meinung, dass sich gerade in Sachen Privatsphäre noch etwas ändern muss.

Vom Monokel zur Google Glass zeigt die schnelle technologische Entwicklung und lässt uns gespannt erwarten, welche Neuheiten die Zukunft für uns zu bieten hat.

Nico Stensinski / Marcel Daun
Studiengang BWL-Industrie, IN 314
Duale Hochschule Baden Württemberg, Campus Ravensburg

Schlägt das Twitterview das Interview k.o.?

Twitterview? Noch nie davon gehört? Ganz logisch: ein Interview über Twitter! Würde es sich um einen Boxkampf handeln, könnte die Ankündigung wie folgt lauten:

„Es gehen in den Ring: der neue Herausforderer „Twitterview“, der durch Dynamik und Schnelligkeit überzeugt vs. das bekannte „Interview“, welches durch seine durchdachte Vorgehensweise und seinen bekannten NachHaken besticht.“

Doch schlägt das Twitterview das Interview k.o.? Wird das Twitterview das Interview ersetzen, oder wie geht dieser „Kampf“ aus?

BÄM2

Gestartet wird mit Runde 1: Chancen des Herausforderers

Der Herausforderer bietet Tweets, bei denen Fragen und Antworten mit 140 Zeichen verfasst werden. Der Vorteil? Beide Seiten müssen sich auf diese Zeichenanzahl beschränken, was präzise und knappe Antworten verspricht. Ist man auf Twitter angemeldet sind Tweets für jeden zugänglich, das heißt, jeder kann das Interview direkt verfolgen und teilhaben oder selbst als Interviewer auftreten. Das zeigt, das ein Twitterview auf zwei Weisen erfolgen kann. Entweder werden die Fragen von einem Interviewer gestellt oder der zu Befragte eröffnet das Interview für alle Interessierten selbst. Eine weitere Eigenschaft, die das Twitterview von einem Interview unterscheidet ist, dass Followers aktiv das Interview durch eigene Fragen oder Anregungen gestalten können. Außerdem ermöglicht ein #Hashtag, mit dem ein bestimmtes Interview versehen wird, jede Frage und jede Antwort über die Suchoption leicht wiederzufinden. Mittlerweile sind neben schillernden Erscheinungen wie Lady Gaga auch einflussreiche Persönlichkeiten auf Twitter zu finden, wie beispielsweise Regierungssprecher Steffen Seibert (@RegSprecher). Dieser hat sich 2012 für ein Twitterview entschieden und bot 45 Minuten lang Rede und Antwort zu den Fragen, die ihn von Jedermann via Tweets erreichten. Jedenfalls so gut es ging.

Und so kommen wir zu Runde 2: Grenzen des Herausforderers

Kommen wir auf das Twitterview von @RegSprecher zurück. Beuth (Redakteur ZEIT ONLINE) bringt es in seinem Artikel gut zum Ausdruck: „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“. Gerade bei politischen Themen scheint die Plattform Twitter für ein offenes Interview ohne Themenvorgabe ungeeignet. Denn die 140 Zeichen, die durch die Erwähnung des Namens, Hashtags und Verlinkungen verkürzt werden, können komplexe Themen fast nicht behandeln. Doch so geht Substanzielles verloren.

Eine Twitter-Userin empfindet das Twitterview von Seibert wie folgt:

Kommen wir zur Prognose für den Ausgang der Auseinandersetzung von Twitterview vs. Interview:

Tweets ermöglichen Fragen direkt und schnell zu beantworten. Je nach Komplexität des Themas reicht diese Form des Interviews jedoch nicht aus. Das Beispiel des Twitterviews von Steffen Seibert hat Grenzen aufgezeigt, die insbesondere die politische Kommunikation via Twitter betrifft. Denn bei politischen Themen, die meist komplexe Sachverhalte darstellen, können Tweets thematisch nicht alles erfassen. Allerdings bietet es die Möglichkeit Standpunkte kurz und bündig darzustellen, die für weitere Kommunikation diesbezüglich sorgen. Journalisten müssen also nicht befürchten, dass sie bald keine „normalen“ Interviews mehr führen werden. Denn ein gut aufbereitetes, journalistisches Interview wird nicht durch ein Twitterview oder Tweets ersetzt. Jedoch sollten sich Journalisten dieser Interviewvariante oder Twitter nicht verschließen. Ob die Wahl auf ein Interview klassischer Art oder ein Twitterview fällt, muss nach gründlicher Überlegung der Ziele und Zielgruppen, die erreicht werden sollen, erfolgen.

Kerstin Hunold
Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Social Business – Vision & Realität 2020

So wie Telegraphie und Telefonie die Arbeitswelt im 19. Jahrhundert drastisch veränderten, so stellt Social Business nun im 21. Jahrhundert den entscheidenden Fortschritt dar. Heute ist Social Business eine Chance für Unternehmen die Zusammenarbeit mit ihren Kunden offener und effizienter zu gestalten. Obwohl es heute noch viele kritische Einstellungen gegenüber diesem Thema gibt, wird dies in wenigen Jahren etwas ganz Alltägliches sein.

Fraglich ist wohl, ob es Firmen, wie Facebook oder Twitter, noch gibt, oder ob neue soziale Netzwerke in Zukunft ihren Platz einnehmen werden, um Social Business weiterzuführen. Wichtig ist, dass Social Business im Jahr 2020 ein nachhaltiger Bestandteil unserer Gesellschaft sein wird und sich nicht nur als ein vorübergehender Trend entpuppt.

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg, denn wie alle neuen Technologien stößt auch Social Business erst einmal auf Widerstand und muss sich bewähren. Häufigste Kritikpunkte sind moralische Grundsätze, wie zum Beispiel das Fehlen von Privatsphäre. Außerdem werden die getrennten Bereiche von Privats- und Arbeitsleben infrage gestellt. Doch auch schon während der Industrialisierung wurden diese beiden Bereiche näher zusammengeführt, indem die Wohnungen der Arbeiter nahe dem Arbeitsplatz erbaut wurden. Social Business geht hier also nur einen Schritt weiter.

Damit dieser Fortschritt in den Unternehmen erfolgreich gelebt werden kann, müssen Werte klar definiert werden. Zum einen gehört dazu, dass die einzelnen Arbeiter Freiräume haben, die Arbeit transparent organisiert ist und dadurch allgemeines Vertrauen auf allen Ebenen der Unternehmung geschaffen wird. Ziel ist es Social Business auf diese Werte auszurichten. Zum anderen fordert Social Business die Wertschätzung der Leistung der Arbeiter, was ihre eigene Bestätigung und Vergewisserung fördert. Durch das dadurch gewonnene Selbstvertrauen ergeben sich Chancen für das Unternehmen dessen Arbeitswelt offener und flexibler zu gestalten. Im Jahr 2020 wird die Fähigkeit im Team zu arbeiten eine überlebenswichtige Rolle spielen, denn rivalisierendes Durchsetzungsvermögen wird nicht mehr funktionieren.

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In Zukunft werden die Potentiale der sozialen Netzwerke im Unternehmen genauso genutzt wie sie heute schon im Alltag gebraucht werden. Doch welches Ziel verfolgen Unternehmen mit dem verstärkten Einbeziehen dieser neuen Technologie? Zentrales Argument hierfür ist die verbesserte Kommunikation, da diese um vielfaches vereinfacht wird und spontaner sowie unkomplizierter gestaltet werden kann. Dadurch wird die Kollaboration der Mitarbeiter untereinander verstärkt. Dies bringt viele Vorteile für die Unternehmen, aber auch neue Anforderungen an die Mitarbeiter mit sich. Gegliedert werden diese in drei Bereiche:

1) Informationsmanagement: Die Informationen müssen für alle Mitarbeiter frei zugänglich sein, um Wissen teilen zu können. Hierbei kann Cloud Computing von großer Hilfe sein.

2) Identitätsmanagement: Die Mitarbeiter müssen lernen sich selbst Profile zu erstellen, ihre Kompetenzen zu präsentieren und sich so selbst aufzuwerten.

3) Beziehungsmanagement: Es hilft dabei Kontakte schneller finden zu können, gesuchte Personen schneller ansprechen bzw. anschreiben zu können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Social Business die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird, wobei Flexibilität, Freiheit und Transparenz im Mittelpunkt stehen werden, damit das Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig bleibt. Doch als disruptive Entwicklung wirkt sich Social Business auch zerstörerisch auf das alte Wertesystem und die vorhandenen Rahmenbedingungen der Gegenwart aus. Darum ist es umso wichtiger, dass Gesetze angepasst werden, um sowohl neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, als auch das Wohl des Einzelnen zu sichern. Es darf nicht zur Entfremdung unserer Gesellschaft und Wertegemeinschaft kommen. Nur so können wir die Vorteile des Social Business nutzen und die sonst überwiegende Zahl der Verlierer verhindern.

Literatur: Social Business. Von Communities und Collaboration. Hg. v. Annabelle Atchison, Thomas Mickeleit und Carsten Rossi. Frankfurter Allgemeine Buch 2014.

Theresa Buck / Christina Mackenberg
Studiengang BWL-Industrie, IN 314
Duale Hochschule Baden Württemberg, Campus Ravensburg