Früher besonders, heute alltäglich

Im Zug auf dem Weg zur Arbeit noch schnell seine Mails checken, die Neuigkeiten auf Facebook lesen oder online Bestellungen tätigen – was für uns heute selbstverständlich ist, war vor 15 Jahren noch eine Besonderheit. 1998 besaßen nur drei Millionen Deutsche einen Internetzugang, heute hat sich diese Zahl fast verzwanzigfacht. Durch Smartphones Tablets und Laptops ist es uns heute möglich, zu jeder Zeit und überall online zu kommunizieren. Das Internet vereint „ältere Medien“ wie Fernsehen, Radio oder Zeitungen in sich und bietet uns gleichzeitig Neues und Exklusives: Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen können sich via Internet global vernetzen und miteinander kommunizieren und interagieren. Das Internet ist mittlerweile ein ständiger Begleiter.

Früher nutze man das Internet höchstens, um gezielt nach Informationen zu suchen oder möglichst schnell seine E-Mails zu kontrollieren, um möglichst keine hohen Kosten zu erzeugen. Heute sind immer billiger werdende Flatrates und eine zunehmende Übertragungsgeschwindigkeit die Grundsteine für die tägliche Nutzung von Videoplattformen, Internet-Radios, Chaträumen und Downloads. Ein schneller Breitband-Anschluss ist heute notwendig um an der Gesellschaft teilhaben zu können. In Universitäten und sogar in Schulen wird mittlerweile fast vorausgesetzt, dass jeder Zugang zum Internet hat, was noch vor weniger als 20 Jahren undenkbar gewesen wäre. Studenten und vor allem Schüler suchen ihre Informationen für Referate oder Hausarbeiten aus dem Internet, Sportvereine organisieren ihre Treffen und Veranstaltungen in Whatsapp-Gruppen oder per E-Mail. Vom Internet abgeschlossen zu sein, kann man sich heute kaum noch leisten.

Vor allem die mobile Nutzung des Internets gewinnt immer mehr Bedeutung: mit der Revolution der Smartphones ist die Nutzung des Internets so einfach wie nie: Apps ermöglichen es uns, abgegrenzte Angebote im Internet gezielt und bequem zu nutzen. Das Angebot reicht von Apps, bei denen man spielen kann, bis hin zu Service- oder Informations-Apps. Vor allem für die weniger schnelle und weniger leistungsfähige Datenverbindung in Mobilfunknetzen sind Apps eine große Erleichterung. Bis eine App sich jedoch unter den zahlreichen Angeboten durchsetzt, müssen einige Hürden überwältigt werden. Der erste Schritt ist die Installation der App, entscheidend ist jedoch, dass sie von vielen Menschen regelmäßig genutzt werden. Erfolg hat eine App, wenn sie ihre Nutzer online bindet und möglichst komfortabel zu nutzen ist, was beispielsweise den Erfolg von Facebook erklärt.

Quelle: Stefan Bayer  / pixelio.de

Quelle: Stefan Bayer / pixelio.de

Die Nutzung des Internets und die Kommunikation via Internet wird mittlerweile so intensiv betrieben, dass die Gefahr besteht, dass die reale Kommunikation massiv vernachlässigt wird. Immer öfter sieht man Jugendliche die nebeneinander im Café sitzen und auf ihren Smartphones tippen anstatt miteinander zu reden. Auch an Bushaltestellen, in Mittagspausen oder sogar am Strand sieht man immer mehr Leute, die anstatt an der reellen Welt teilzunehmen lieber in ihrer eigenen, virtuellen Welt verweilen. Das Smartphone scheint einfach interessanter zu sein. 24 Stunden am Tag  für jeden erreichbar zu sein, und ständig im Internet surfen zu können ist also nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch für die Gesellschaft.

Quelle: Jerzy Sawluk  / pixelio.de

Quelle: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Cindy Dötschel

Kommunikationswissenschaft

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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