YouTube – From Broadcast To Broadway

Aufgepasst, denn jetzt wird so manch einer neidisch auf einen Acht-jährigen. Mit einem Jahreseinkommen von bis zu 1,32 Millionen Dollar, heute rund 890.000 Abonnenten und 808 Millionen Videoaufrufen ist der kleine Evan dick im Geschäft und zählt mit zu den 20 weltweiten Bestverdienern auf dem größten Videoportal Youtube. Auf seinem Kanal EvanTubeHD testet er (gelegentlich auch seine Schwester) familienfreundliche Spielwaren und Videospiele für seine Zuschauer aus. Wirklich erstaunlich oder?

Doch genau das ermöglicht uns das Video-Portal Youtube. Alle 60 Sekunden werden 2,8 Millionen Videos angesehen und 100 Videos hochgeladen – enorme Zugriffszahlen wie man sieht. Kein Wunder, dass diese Plattform hinter Google und Facebook die drittgrößte Webseite überhaupt ist. Inzwischen hat sich eine Community entwickelt, die ihre Benutzer regelmäßig mit Inhalten versorgt und sogar dabei Geld verdient. Mit 13 Millionen Zuschauern steht der Schwede PewDiePie an der Spitze der Youtubeverdiener. Neben ihm haben es auch andere zahlreiche Youtuber wie nigahiga und JennaMarbles geschafft mit ihrem Kanal ihren Lebensunterhalt zu verdienen und zu Stars zu werden. Sie werden auf den Straßen erkannt, besuchen TV-Shows und planen ihr regelmäßiges ‚Meet & Greet‘ um ihren Fans nahe sein zu können. Wer diesen steilen Weg wagt, muss bedenken, dass diese Karriere auch Schattenseiten mit sich bringt. Jeden Tag neue Videothemen finden, die die Fans interessiert ist nicht immer einfach. Und ein Video entsteht auch nicht von selbst – man muss sehr viel Zeit investieren, nicht nur um zu drehen, sondern auch die Bearbeitung an sich kostet viel Mühe.  Außerdem geht fast die Hälfte des Erlöses, nämlich 45%, an den Mutter-Konzern Google. Eine Kreativblockade oder fehlende Motivation kann man sich nicht erlauben, wenn man erfolgreich bleiben möchte. Doch wer seinen Job liebt, dürfte hierbei keinerlei Probleme haben. Immerhin sollten nicht die Zahlen im Vordergrund stehen, sondern der Spaß. PewDiePie2 Spitzenverdiener PewDiePie

higa1 Nigahiga auf seinem ‚Meet and Greet‘ in Singapur

Ob groß oder klein, jeder hat die Möglichkeit Video-Clips nicht nur anzusehen, sondern auch hochzuladen. Von Schminktutorials und Mode-Lookbooks bis zu eigenen Musik-, Koch- und Comedyvideos – man kann beliebig seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Evelyn Nguyen

Kommunikationswissenschaft

Universität Bamberg

Wie kann Markenkommunikation im Web erfolgreich sein?

Im Zeitalter des Internets kann sich ein Unternehmen nicht mehr leisten, sich aus dem digitalen Geschehen rauszuhalten. Natürlich bietet das Internet einige Risiken, die nicht zu unterschätzen sind, trotz dessen bietet es mindestens genauso viele Chancen, die Unternehmen unbedingt nutzen sollten. Ziele von Markenkommunikation sind unter anderem Aufmerksamkeit schaffen, Image bilden und wahren sowie Kundenbindung. Um diese Ziele zu erreichen ist eine strategische Vorgehensweise der Schlüssel zum Erfolg, die sich eben nicht nur auf analog ODER digital bezieht: Online verfügbare Darstellungen sind in inhaltlicher, zeitlicher und formaler Hinsicht aufeinander abzustimmen und mit sämtlichen anderen Markenaussagen im Offline-Bereich zu verknüpfen.

Jedoch kann die Kommunikation unterschiedlich gestaltet werden und am Ende erfolgreich oder eben nicht erfolgreich sein. Ein Grundgedanke von Markenkommunikatoren sollte „Thema schlägt Marke“ berücksichtigen. Denn: Mehr als zwei Drittel der Personen suchen nach Themen im Social Web – nicht nach Marken. Eine wahllose Veröffentlichung ist somit nicht sinnvoll, vielmehr sollten sie auf Grundlagen des Agenda-Settings beruhen, um auch einen „Information overload“ zu vermeiden. Die Wahl des Kommunikationskanals ist auf Grund der jeweiligen Stärken und Schwächen zu treffen . Online-Kanäle, insbesondere Social-Media-Kanäle, überzeugen durch Schnelligkeit, geringe Kosten sowie durch die Möglichkeit die Zielgruppe direkt einzubinden und zum Mitmachen zu animieren. Durch diese direkte und zweiseitige Kommunikation werden die Internet-Nutzer angeregt, ihre eigenen Ansichten, Botschaften oder Erfahrungen mitzuteilen.
Ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, dass solche Vernetzungsmöglichkeiten für ihre Nutzer anbietet ist Starbucks. Mit dem Motto „Share.Vote.Discuss.See“ können Nutzer Erfahrungen teilen oder sogar Produktideen äußern. Durch das direkte Einbeziehen der Stakeholder macht sich Starbucks zu einem nahbaren und erlebbaren Unternehmen, welches unter anderem so die Markenbindung der Kunden erhöht.

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Eine weitere Möglichkeit von Unternehmen mit dem Endkunden in Kontakt zu treten bieten zahlreiche Inszenierungen, die Offline-Events von Marken mit dem Einsatz von Social-Media Applikationen verbinden. So hat BMW mit ihrer Marke „MINI“ 2010 ein Mini-Getaway in Form eines Wettbewerbs in den Straßen Stockholms veranstaltet. Man musste nur eine App runterladen, um einen „virtuellen“ Mini in Stockholm zu finden und diesen für sich zu beanspruchen. Der Clou: Man gewinnt den realen Mini nur, wenn man es schafft 50 Meter entfernt von all den anderen Teilnehmern zu bleiben.


Bei solchen Aktionen steht das Erleben der Marke im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Teilnehmer dieser Challenge ihre Erlebnisse weitertragen und so als Markenbotschafter fungieren. Ist der Event-Teilnehmer Absender der Botschaften, nicht die Marke selbst, werden lebensnahe Kommunikationsprozesse – Stichwort „Word-of-Mouth“ – geschaffen, die ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit vermitteln.

Hier werden nur zwei Beispiele von erfolgreicher Markenkommunikation genannt. Auch Facebook-Seiten ermöglichen Marken mit ihren Konsumenten in Kontakt zu treten. Stefanie Fuchs von User Centered Strategie plädiert in ihrer Brandrede für eine authentische Markenkommunikation auf Facebook und hat einige Beispiele von bekannten Unternehmen, wie man es nicht machen sollte:

Kerstin Hunold Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Facebookst du noch oder twitterst du schon?

Ihre Majestät hat getwittert! Queen Elisabeth II. zieht auf einer Ausstellung in einem Wissenschaftsmuseum in aller Öffentlichkeit ihren Handschuh aus, um das Tablet berühren zu können: Mit dem Hashtag #TheQueenTweets taucht sie nun wie Millionen von anderen Stars, Politikern und Menschen wie wir in die Twitter-Welt ein.

Eine Minute auf Twitter

Twitter. Das ist der Kurznachrichtendienst, der mit neben Facebook das wohl beliebteste Soziale Netzwerk ist.
Als Deutschland dieses Jahr die WM gewonnen hat, zwitscherten in einer einzigen Minute(!) mehr als eine halbe Million, nämlich 618,725 Twitter-Nutzer mindestens einen Beitrag zu DEM Ereignis des Jahres.
Und während einstiger Teenie-Star Miley Cyrus auf der VMA Performance einen ihrer legendärsten Skandalauftritte hinlegte, gaben 300.000 Menschen pro Minute auf Twitter ihren Senf dazu ab.
Man ist also definitiv nicht alleine, wenn man einen Tweet in das virtuelle Universum schickt.


what-happens-in-a-twitter-minute-infographicQuelle: WhoIsHostingThis/DigitalInformationWorld

Face to face mit Stars

Twitter dient aber nicht nur dazu, seine eigene Meinung zu einem Thema hinauszuposaunen. Weil fast jede prominente Persönlichkeit heutzutage diesen Nachrichtendienst nutzt, sind Stars für jeden Fan fast anzufassen nah!
In den beschränkten 140 Zeichen, die ein Tweet beinhalten darf, kann jeder seinem Idol direkt schreiben – und hoffen, dass er diesen Eintrag sieht, retweetet, darauf antwortet ODER sogar einem folgt. Dann stehen auch den direkten Nachrichten nichts mehr im Wege.
Youtuber und Blogger Sami Slimani hat genauso wie seine Schwestern in den letzten Jahren eine riesengroße Fangemeinde aufgebaut. Mit Twitter tritt er mit seinen Zuschauern und Fans, den Saminators, immer sehr persönlich in Kontakt und gibt in kurzen Tweets sehr viel über sich preis.

Mit Twitter immer topaktuell

Nicht nur brandheiße News über Stars bekommt man per Twitter schnell mit, sondern auch über das gesamte Weltgeschehen kann man sich schnell informieren. Nachrichten verbreiten sich heutzutage in wenigen Sekunden über die Twitter-Welt. Journalisten und Politiker wecken mit ihren Tweets über bestimmte Anlässe die gesamte Aufmerksamkeit auf sich.
Focus, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung – alle Printmedien haben mittlerweile einen Twitter-Account. Ein einziger Klick auf „Folgen“ reicht aus, um in Echtzeit bestens über alles informiert zu sein, was auf der Welt passiert.

„Wir haben die Verpflichtung, alle Menschen auf diesem Planeten zu erreichen“, sagte Dick Costolo, CEO von Twitter einmal im vergangenen Jahr. Die Queen ist immerhin drin und schaut man auch auf die restliche Entwicklung, die der Zwitschernachrichtendienst seitdem vollbracht hat, ist es vielleicht nur noch eine Frage der Zeit bis Costolo dies schafft.

Nadia Riaz

Kommunikationswissenschaft
Universität Bamberg

Wer bloggt für dein Unternehmen?

Tausende Weblogs tummeln sich im WorldWideWeb und beschäftigen sich mit verschiedensten Inhalten. Ob Reisejournal, Beautymagazin oder Unternehmensblog – bei einem Blog handelt es sich um eine regelmäßig aktualisierte Webseiten, die von neuen Beiträgen und Kommentaren lebt.
Weblogs werden auf unterschiedlichste Weise genutzt. Privater User bloggen über Reisen in ferne Länder oder ihre neusten Lieblingskleider. Blogs werden aber auch im Interesse des Kommunikationsmanagement einer Firma eingesetzt. Ziel ist, neben der Informationsfunktion, die Sympathie für ein Unternehmen zu fördern. Dabei kann ein eigener Blog den Bekanntheitsgrad deutlich erhöhen!
Bei den sogenannten Corporate Blogs handelt es sich um Seiten, die von Unternehmen zur online Kommunikation eingesetzt werden. Ein Paradebespiel ist der Daimler-Blog. Auf dem Blog posten Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmensbereichen und Hierarchieebenen bereits schon seit sieben Jahren und geben einen persönlichen Einblick hinter die Kulissen des Konzerns. Neben Artikeln zu technischen Erneuerungen der aktuellen Automodelle werden auch Themen behandelt, wie „Warum sammelt Daimler Kunst?“. In dem Blogbeitrag „Amerika Road Trip mit dem Mercedes-Benz 190D (II)“ gelingt es dem Autor einen Bogen zwischen Technik- und Urlaubreport zu spannen. Da die Mitarbeiter selbst schreiben und nicht von einer PR-Abteilung publiziert wird, wirken die Beiträge persönlich und authentisch.

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Foto: http://blog.daimler.de/2014/10/22/amerika-road-trip-mit-dem-mercedes-benz-190d-ii/

Ähnlich wie Daimler führt auch das Unternehmen Tchibo einen von Mitarbeitern gestalteten Blog. Von der Kaffeeernte in Brasilien bis zur Entwicklung neuer Themenwelten in Hamburg – der Konzern möchte auf neue Produkte aufmerksam machen. In einem aktuellen Blogbeitrag wird über eine Kollektion berichtet und mit einem Gewinnspiel die Leser aufgefordert, ein Kommentar zu verfassen. Neben Texteinträgen wird hier auch Videomaterial gepostet, wie ein Making-Of zu einem Shooting mit Helene Fischer.

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Sollen Blogger, die eine Seite mit großer Reichweite haben, für ein Unternehmen schreiben, ist Vorsicht geboten. Viele Blogger verstehen sich als unabhängig und möchten nicht als Sprachrohr für Unternehmen agieren. Aufgrund dieser Tatsache eignet sich für Unternehmen eine indirekte Kontaktaufnahme zu potenziellen Bloggern. Mit der Gründung eines eigenen Firmenblogs kann in der Bloggerwelt mitgewirkt werden durch eigene Beiträge und Kommentare. Hingegen steht eine direkte Ansprache der Blogger durch PR-Abteilungen in der Kritik. Oft prallen Welten aufeinander, da Blogger ihre Unabhängigkeit wahren möchten – Denn wer möchte schon scheinbar unabhängige Blogbeiträge lesen und ihnen Glauben schenken, wenn sich hinter den Bloggernamen große Konzerne verstecken?

Carolin Latsch, Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich Universität Bamberg

Google plant die Zukunft

Chrome auf dem PC, Android in der Hosentasche und Google als Startseite. Unser heutiges digitales Leben ist ohne Google schlicht nicht mehr vorstellbar. Und in Zukunft wird sich das wohl auch nicht so schnell ändern.

Chrome ist mittlerweile nach dem Internet Explorer der meistgenutzte Browser, Android besitzt 85 % Marktanteile im Smartphone-Segment und die Websuche Google gilt sowieso seit jeher als Synonym für Suchmaschine. Doch was für ein Internetgigant das Mountain Viewer Unternehmen ist, zeigt sich, wenn man sich die Zahlen aus der Infografik von Buddy Loans vor Augen führt:

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Rund 4.500 Suchanfragen verarbeitet Google pro Sekunde! In dieser einen Sekunde generiert Google rund 1.750 US-Dollar mit Werbung, die zu einem großen Teil über die Suchergebnisse ausgeliefert wird. Insgesamt verursachen alle Google Dienste einen Traffic von sage und schreibe 22.074 GB (!) pro Sekunde.

Doch selbst diese Datenmenge wird wohl in naher Zukunft noch einer erheblichen Steigerung zu teil, zumindest wenn man einen Blick auf die aktuellen Projekte des US-Konzerns wirft. Zahlreiche Akquisitionen im Jahr 2014 geben Ausschluss darüber, wie sich Google das Internet in der Zukunft vorstellt. Beispielsweiße befindet sich unter den bis über 30 übernommenen Startups Smart Home, welches mit 3,2 Milliarden US-Dollar die zweitteuerste Übernahme für den US-Konzern war, ein Spezialist für die Vernetzung des eigenen Heims. Ziel ist es, die Verflechtung des Internets der Dinge voranzutreiben. Fernseher, Heizung, Kühlschrank, Fensterrollos und natürlich Auto und Handy. Alles soll eine IP-Adresse bekommen, alles mit dem Netz verbunden werden.

Da aber immer noch circa zwei Drittel der Welt nicht über einen schnellen Internetanschluss verfügen und so für Google werbetechnisch nicht erschlossen werden können, plant auch hier der US-Konzern die Breitbandabdeckung voran zu treiben. Das sogenannte Project Loon soll mittels gasgefüllter Ballons samt Solarpanelle auch in abgelegenen Gebieten schnelles Internet verfügbar machen. Und dies schon ab nächstes Jahr.


Doch woher rühren eigentlich diese ehrgeizigen Pläne aus dem Hause Google? Durch den Siegeszug von Facebook galt Marc Zuckerberg als derjenige, der Google das Feld um Daten und Informationen streitig machen konnte, war Facebook doch in der Lage ihren Partner deutlich personenbezogenere Werbung bieten. Google, hatte sich auf die Werbung auf Youtube und ihrer Suchmaschine versteift und hatte den Trend eines freundeskreisbasierten Social Networks schlicht verschlafen. Obwohl das eigene Netzwerk Google+ mehr als drei Jahre nach seinem Start über 350 Millionen aktive Nutzer verfügt und drei von vier international agierende Unternehmen eine eigene Seite haben, – Zahlen, von denen andere Netzwerke in so kurzer Zeit träumen würden bzw. Facebook und Co. Geträumt hätten – gilt es trotzdem als finanzieller Flop. Zu hohe Kosten für zu wenig Nutzen.

Deshalb versucht Google in den aufstrebenden Märkten wie Smart Home und künstlicher Intelligenz entscheidend mitzugestalten und zu prägen. Dadurch könnte es noch detailliertere Informationen über seine Nutzer in Erfahrung bringen und gezielter Werbung schalten. In Folge dessen werden ganz neue und spannende Möglichkeiten im Marketingbereich eröffnet. So plant beispielsweiße das US-Werbeunternehmen Kiip Belohnungen im Straßenverkehr: Bei einem zu frühzeitigen Erscheinen zu einem Meeting soll man ein Angebot für einen Kaffee beim Bäcker um die Ecke angeboten bekommen oder orts- und personenbezogene Coupons bekommen können.

Selbstverständlich hat sich Google auch schon in diesem Marktsegment positioniert. Jedem sind sicherlich noch die Tests des selbstfahrenden Google-Wagen in Erinnerung. Dies zeigt: Mit Google ist in der Zukunft mehr als denn je zu rechnen.

Christian Grosch
Kommunikationswissenschaft
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

#hashtag activism vs. Straßen-Demos?

Eure Freunde sind dabei, Schauspieler wie Aktivisten machen es publik und auch die First Lady lässt von sich hören. Worum kann es also gehen, wenn so viele unterschiedliche Personen aus der ganzen Welt in etwas so Großes involviert sind? Instagram ist voll mit diesen ‚Pappschild‘-Bildern und auch aus Twitter ist es nicht mehr wegzudenken: #bringbackourgirls 

Mit diesem Hashtag bekunden Tausende ihre Solidarität zur Entführung von über 200 Schülerinnen durch die Terrorgruppe Loko Haram in Nigeria. Großes Leid, Angst und auch Wut herrschen in Nigeria über das Schicksal der Mädchen. Doch die enorme Entrüstung beschränkt sich nicht nur auf dieses Land, sondern findet weltweit Unterstützung. Der Hashtag #bringbackourgirls macht auf die Geschehnisse aufmerksam und bringt Leute dazu, sich mit der Entführung auseinanderzusetzen. Er erzeugt globale Wirkung und verhindert, dass das Thema in Vergessenheit gerät. Was früher Protestbanner und Demonstrationen bewirkten, schaffen Posts und Tweets in sozialen Netzwerken nun einflussreicher, weitreichender und revolutionärer. Das Stichwort ‚Revolution‘ muss hier fallen und darf es auch zu Recht – schließlich ist es eine solche, wenn Prominenz wie auch Bürger für eine gemeinsame Sache einstehen und wachrütteln.

Diese Netzkampagne ist aber bei weitem nicht die Einzige, die in den letzten Wochen für ständigen Gesprächsstoff sorgte und Online-Aktivismus jeglicher Art entfachte. Tausende Unterstützer finden sich gerade gegen das Thema „Rassismus“ zusammen, zeigen Missstände auf oder Anteilnahme an Einzelschicksalen. Proteste gegen den Tod des afroamerikanischen Teenagers Michael Brown und Kampagnen gegen die Erschießung des dunkelhäutigen Trayvon Martin in Amerika finden sich im Netz und schaffen es, sich mit Alltagsrassismus auseinanderzusetzen, aufzuklären und bewusst und aufmerksam auf seine Umwelt positiv einzuwirken.  #justice4trayon#blacklifematters wie auch #iftheygunnedmedown regen die beständige Debatte über Rassismus und Recht auf Selbstverteidigung weiter an und zeigen Reichweite und Bedeutsamkeit, über diese Missstände zu diskutieren. Twitter bietet diese Möglichkeit und die ganze Welt macht sich dieser zu Nutze: Nicht nur Tweets mit politischen Inhalten finden sich dort, sondern auch Videos zu Protesten, die fernab von Twitter, Facebook & Co. stattfinden und dort ihre Wirkung zeigen.

Twitter ermöglicht es uns, am Geschehen ‚hautnah‘ teilzunehmen, zu informieren und immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Diese Vorteile machen sich daher viele zu eigen und zeigen eigene Meinungen, Umstände aber auch eigenes Elend auf. #freepalestine, #gazaunderattack, #hamaskillskids und #israelunderfire sind Hashtags, die seit dem Sommer 2014 – teilweise gefälschte – Fotos aus dem Gaza-Konflikt teilen und die ganze Welt in Atem halten und berühren. Genauso werden die Hashtags aber auch benutzt, um Solidarität und Unterstützung mit den Opfern zeigen und „Awareness“ zu garantieren.

„Awareness“ ist ein treffendes Wort in diesem Kontext, denn Tweets und Facebook-Posts schaffen es wie öffentliche Demonstrationen Aufmerksamkeit zu erzeigen, Online-Petitionen ermöglichen das selbe wie gedruckte Versionen und Schilder vor der Handykamera haben die gleiche Wirkung wie Schilder auf der Straße. Internet ist daher DAS Instrument, um Informationen weiterzuleiten, „Awareness“ zu schaffen und ganze Massenbewegungen zu aktivieren. Immer im Hinterkopf behalten sollte man jedoch die Tatsache, dass jedem Konflikt verschiedene Meinungen und Parteien gegenüberstehen. Kontexte, eigene Recherche und Zusatzinformationen sind daher in der Twittersphere unumgänglich.

Doch Stimmen werden laut, dass Online-Aktivismus eher als „Feelgood-Aktivismus“ betrieben wird, nichts bringt und Faulheit („Slacktivismus“, engl.: slack – Faulpelz) eine große Rolle spielt, Twitter & Co. zu nutzen anstatt sich aktiv an Demonstrationen zu beteiligen. „Twitter-Revolution“, aber keine Revolution im „wahren Leben“? Zugegeben, Tweets verändern nichts an Geschehnissen oder Vergangenen, doch sie verändern das Bewusstsein für Probleme und das eigene Handeln. Und das ist schließlich auch das, was auf der Straße das Ziel ist. Wer also twittert und postet, der informiert und inspiriert. Hashtags erreichen die ganze Welt, Zahlreiche schließen sich diesen an und schon erreicht das Thema eine Reichweite, die ganze Straßenproteste sprengen wird.

Die Zahl der politischen Hashtags wächst in einer Zeit voller Unruhen und Missstände. WIE VIELE Hashtags es zu solchen Themen jetzt schon gibt, zeigt eine Sammlung der Süddeutschen:

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/589442/Von-ArabSpring-bis-YesAllWomen

Twitter, Instagram und Facebook nutzen, aufmerksam sein, sich selbstständig informieren und immer up-to-date sein!

Sophia Tauber

Kommunikationswissenschaft, Anglistik

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Früher besonders, heute alltäglich

Im Zug auf dem Weg zur Arbeit noch schnell seine Mails checken, die Neuigkeiten auf Facebook lesen oder online Bestellungen tätigen – was für uns heute selbstverständlich ist, war vor 15 Jahren noch eine Besonderheit. 1998 besaßen nur drei Millionen Deutsche einen Internetzugang, heute hat sich diese Zahl fast verzwanzigfacht. Durch Smartphones Tablets und Laptops ist es uns heute möglich, zu jeder Zeit und überall online zu kommunizieren. Das Internet vereint „ältere Medien“ wie Fernsehen, Radio oder Zeitungen in sich und bietet uns gleichzeitig Neues und Exklusives: Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen können sich via Internet global vernetzen und miteinander kommunizieren und interagieren. Das Internet ist mittlerweile ein ständiger Begleiter.

Früher nutze man das Internet höchstens, um gezielt nach Informationen zu suchen oder möglichst schnell seine E-Mails zu kontrollieren, um möglichst keine hohen Kosten zu erzeugen. Heute sind immer billiger werdende Flatrates und eine zunehmende Übertragungsgeschwindigkeit die Grundsteine für die tägliche Nutzung von Videoplattformen, Internet-Radios, Chaträumen und Downloads. Ein schneller Breitband-Anschluss ist heute notwendig um an der Gesellschaft teilhaben zu können. In Universitäten und sogar in Schulen wird mittlerweile fast vorausgesetzt, dass jeder Zugang zum Internet hat, was noch vor weniger als 20 Jahren undenkbar gewesen wäre. Studenten und vor allem Schüler suchen ihre Informationen für Referate oder Hausarbeiten aus dem Internet, Sportvereine organisieren ihre Treffen und Veranstaltungen in Whatsapp-Gruppen oder per E-Mail. Vom Internet abgeschlossen zu sein, kann man sich heute kaum noch leisten.

Vor allem die mobile Nutzung des Internets gewinnt immer mehr Bedeutung: mit der Revolution der Smartphones ist die Nutzung des Internets so einfach wie nie: Apps ermöglichen es uns, abgegrenzte Angebote im Internet gezielt und bequem zu nutzen. Das Angebot reicht von Apps, bei denen man spielen kann, bis hin zu Service- oder Informations-Apps. Vor allem für die weniger schnelle und weniger leistungsfähige Datenverbindung in Mobilfunknetzen sind Apps eine große Erleichterung. Bis eine App sich jedoch unter den zahlreichen Angeboten durchsetzt, müssen einige Hürden überwältigt werden. Der erste Schritt ist die Installation der App, entscheidend ist jedoch, dass sie von vielen Menschen regelmäßig genutzt werden. Erfolg hat eine App, wenn sie ihre Nutzer online bindet und möglichst komfortabel zu nutzen ist, was beispielsweise den Erfolg von Facebook erklärt.

Quelle: Stefan Bayer  / pixelio.de

Quelle: Stefan Bayer / pixelio.de

Die Nutzung des Internets und die Kommunikation via Internet wird mittlerweile so intensiv betrieben, dass die Gefahr besteht, dass die reale Kommunikation massiv vernachlässigt wird. Immer öfter sieht man Jugendliche die nebeneinander im Café sitzen und auf ihren Smartphones tippen anstatt miteinander zu reden. Auch an Bushaltestellen, in Mittagspausen oder sogar am Strand sieht man immer mehr Leute, die anstatt an der reellen Welt teilzunehmen lieber in ihrer eigenen, virtuellen Welt verweilen. Das Smartphone scheint einfach interessanter zu sein. 24 Stunden am Tag  für jeden erreichbar zu sein, und ständig im Internet surfen zu können ist also nicht nur ein Segen, sondern auch ein Fluch für die Gesellschaft.

Quelle: Jerzy Sawluk  / pixelio.de

Quelle: Jerzy Sawluk / pixelio.de

Cindy Dötschel

Kommunikationswissenschaft

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Dynamischer, authentischer, ergreifender – Web-Videos als Kommunikationsmittel

Ein abgetippter, schwarz-weißer Text wird oft gar nicht bis zum Schluss gelesen bzw. nur überflogen, ein Bild wird bestenfalls ein-zwei Minuten angesehen in 95% der Fälle aber wieder schnell vergessen, ein Radiospot wird angehört und fünf Minuten später weiß man nicht mehr worum es ging.

Doch mit Videos ist das anders, bei Videos kommen fast alle unsere fünf Sinne zum Einsatz. Wir sehen, hören und manchmal fühlen es. Videos sind persönlicher, nahbarer und ergreifender. Mit Videos kann man Emotionen ausdrücken, lauter werden, ernst aber auch lustig sein.

Unternehmen können von Videos auf zwei Seiten profitieren, sie können ihnen sowohl die interne Kommunikation mit Mitarbeitern enorm erleichtern. Auf der anderen Seite können sie mit externen Videos gezielt die breite Masse erreichen. Bevor wir uns aber mit den unterschiedlichen internen und externen Einsatzmöglichkeiten von Web-Videos beschäftigen sollen ganz grundlegende Vorteile von Web-Videos aufgezeigt werden.

Videos drehen: ein Kinderspiel

Zum einen ist es mit der Zeit immer leichter geworden ein zwei-fünf minütiges Web-Video zu produzieren (außer natürlich wenn das Video ganz spektakuläre Effekte, Explosionen, Einlagen etc. beinhalten soll). Ein „normales, durchschnittliches“ Video ist heutzutage schnell und einfach produziert, da jedes gut aufgestellte Unternehmen im Regelfall über die nötige technische Ausstattung verfügt und mit ein bisschen Kenntnis und Übung Video drehen in der heutigen Zeit zum Kinderspiel wird. Außerdem ist mittlerweile auch das Senden und Empfangen von Videos so leicht wie nie zuvor. Der Sender benötigt lediglich neben dem Equipment zum Video drehen eine gängige Software mit der er das Video bearbeiten kann. Der Empfänger hat es noch einfacher, in den meisten Fällen reicht ein Player als Abspielsoftware, der auf jedem aktuellen Internetbrowser bereits integriert ist.

Nahbar durch Web-Videos in der internen Kommunikation

Kommen wir nun aber zu den oben erwähnten unterschiedlichen Einsatzfeldern solcher Web-Videos. Angefangen mit der internen Kommunikation in Unternehmen können Vorstände und Führungskräfte vom Einsatz von Web-Videos insofern profitieren, dass sie z.B. durch ein dreiminütiges Video in dem sie die Mitarbeiter über Neuigkeiten, Veränderungen, Erfolge etc. informieren viel mehr Menschen erreichen als über einen zweiseitigen Text als Rundmail, der vermutlich eh bei 20% direkt im Papierkorb landet, 30% eine halbe Stunde später nicht mehr wissen worum es ging und zwei Tage später von 40% vergessen wurde. Um ein Video anzuschauen lehnt man sich kurz mal zurück und lässt die Inhalte ohne große Anstrengung auf sich wirken. Der Vorstand kann seine Mitarbeiter durch emotionale Einflüsse viel gezielter ansprechen, sie motivieren und auffordern. Er wirkt dadurch authentischer, persönlicher und eine Art Face-to-Face Situation entsteht.

Eckhard Cordes, Vorstandsvorsitzender der METRO AG nutz diese Art der Mitarbeiterkommunikation regelmäßig. In kurzen Web-Videos verkündet er die Erfolge von der METRO AG und bedankt sich bei den Mitarbeitern.

Metro

zu sehen: Eckhard Cordes, Vorstandsvorsitzender der METRO AG

Quelle: http://www.metrogroup.de

Ein Videoansprache an Mitarbeiter muss aber nicht immer ernsten Anlässen entstehen – im Gegenteil – ein Unternehmen hat durch ein kurzes Web Video an die Mitarbeiter, das z.B. während des letztens Betriebsausflugs gedreht wurde eine viel bessere Möglichkeit die Mitarbeiter zu begeistern und sich als Teil des Team zu fühlen, wenn sie sich fünf Minuten „in Action“ sehen anstatt sich durch 83 Fotos zu klicken. Doch interne Web-Video eigenen sich nicht nur zum Informieren und Unterhalten, sie können genauso gut eine Weiterbildungsfunktion übernehmen. Durch solch ein Video, welches Mitarbeiter neue Erkenntnisse und Fähigkeiten übermitteln soll profitiert und spart sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer an vielen Stellen. Jeder Teilnehmer ist über Standortgrenzen hinweg zur gleichen Zeit auf dem gleichen Infostand, keiner muss lästige Anfahrtswege in Kauf nehmen, jeder ist trotzdem an seinem Arbeitsplatz anwesend und, wenn auch nur beschränkt, verfügbar und solch eine Onlineschulung kann jeder Zeit wieder aufgerufen und erneut angeschaut werden.

Erfolgreich durch Web-Videos in der externen Kommunikation

Wenn sich ein Unternehmen nun entscheidet auch „nach außen“ Web-Video online zu stellen kann es insofern Vorteile davon ziehen, dass sie sich z.B. mit einem guten „Auzbi oder dueles Studium-Programm“ potentiellen Auszubildenden anwerben und so viel schneller und leichter von sich überzeugen als durch zahlreiche Flyer, Banner und Plakate.

Azubine Kim-Nina erklärt wie sie leicht sich in drei Schritten bei Siemens beworben hat

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=7umBUcNs-VM

Doch nicht nur potentielle Arbeitnehmer können so auf leichtem und kreativem Weg gewonnen werden auch dem normalem Verbraucher können durch Videos z.B. komplexe Produktionen auf anschauliche Weise oder Bedienungsanleitungen anhand von Online-Tutorien viel leichter vermittelt und nebenbei wird Zeit fürs Texten und für Papier gespart. Dass das Unternehmen dadurch modern und dynamisch wirkt ist auch noch ein positiver Nebeneffekt. Samsung z.B. hat auf seiner Website unzählige Video-Tutorials die z.B. das Bedienen der Kamera beim Galaxy S5 erklären

Samsung

Quelle: http://www.samsung.com/de/support/category/mobile/mobiledevice/Smartphone

Es zeigt sich, dass die Verwendung von Webvideos für Unternehmen eine ganze Hand von Vorteilen eröffnet. Natürlich muss wie bei jeder Kommunikationsmaßnahme beachtet werden die Faktoren wie richtige Zielgruppenansprache, entsprechender Format, Länge , Botschaft etc. beachtet werden und man sollte sich überlegen wie die Reichweite und der eigenen Mehrwert den man mit dem Video hat ausfallen soll. Da Videos einerseits schnell und günstig produziert werden können nach oben hin jedoch was Inhalte, Effekte, Zeit und Kosten etc. keine Grenzen gesetzt sind.

Nadja Saam,  Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

„A person like me…“

So oder so ähnlich lässt sich die prominenteste Taktik der momentanen Bemühungen des Online-Marketings in Unternehmen zusammenfassen. Nie zuvor war es für eine Marke so wichtig ein sorgfältiges Image zu kultivieren, um auf dem Markt bestehen zu können. Technische Raffinesse, unternehmerische Weitsicht oder hohe Qualität funktionieren besonders im Rahmen des Internets nicht mehr ohne ein positives Bild innerhalb des Kundenkreises. Verantwortlich dafür sind der Konkurrenzkampf, das nahezu nicht enden wollende Angebot des Internets und der Kunde, der so leicht wie nie zuvor an Informationen über ein bestimmtes Produkt gelangen kann.
Kurz gesagt, der Konsument ist kritisch wie nie.
Es stellt sich die Frage womit eine Kundenbindung vermittelt werden kann, die leicht zu rezipieren ist und eine rasche Identifikation mit dem entsprechenden Unternehmen bietet. Genau hier treten Storytelling und Personalisierung auf den Plan. Wehmeier und Winkler definieren die genannten Maßnahmen folgendermaßen:

Personalisierung und Storytelling werden in diesem Beitrag als strategisch eingesetzte Instrumente der PR diskutiert, die darauf abzielen, mittels narrativer Inszenierung organisationale Verantwortlichkeiten, Entscheidungen und Prozesse intern, medial sowie öffentlich anschlussfähig, und glaubwürdigkeitsfördernd zu kommunizieren.

Einfach ausgedrückt geht es darum, sich über die Personen innerhalb eines Arbeitsumfelds nach außen zu kommunizieren. Dies kann auf zwei unterschiedliche Arten geschehen, die sich hauptsächlich in ihrer Identifikation beim Rezipienten unterscheiden. Man kann innerhalb einer Firmenhierarchie oben ansetzen und den verantwortlichen CEO bzw. die Vorstandsversammlung zu Öffentlichkeitszwecken nutzen. Massenmedial sollte hier die Möglichkeiten eines CEO-Blogs oder audio-visuelle Beiträge zum Arbeiten der Geschäftsführung genutzt werden. Trotz des informativen Charakters der Erfahrung lässt sich eine Mangel an Identifikationsfläche feststellen. Genau dieser Mangel führt uns zurück zum Beginn meines Artikels ‚A person like me‘. Grundsätzlich muss sich bei jeder PR- oder Marketing-Strategie überlegt werden, wer angesprochen werden soll. Geht man hier nur von der Gesamtheit der Bevölkerung aus wird schnell deutlich, dass die größtmögliche Identifikationsfläche von den Leuten geboten wird, die tatsächlich in einem Unternehmen die grundlegenden Prozesse einer Fertigung übernehmen oder welche die Waren gezielt konsumieren. Gerade der Konsument, der seine persönliche Erfahrung teilt, ist ein Dreh- und Angelpunkt für modernes Online-Marketing. Diesen Umstand belegt zum einen der Erfolg von Bewertungsseiten, als auch die Click-Raten von persönlichen Geschichten auf sozialen Medien.

ReactiveStoryTelling
(http://rosssimmonds.com/social-media/reactive-storytelling/)

Um ein Beispiel anzuführen möchte ich auf die aktuelle Marketing-Strategie des Unternehmens Yorxs verweisen. Der Online-Diamanthändler gehört in seiner Sparte zu den auf Facebook erfolgreichsten, deutschen Unternehmen. Das liegt daran, dass Yorks auf eine intensive Taktik des Dialogmarketings respektive der Personalisierung und des Storytellings baut. Als Basis dieser PR-Strategie ist es ausschlaggebend die Community des entsprechenden sozialen Mediums als zentralen Meinungsmacher nachzuvollziehen, sowie den Wert dieser Gruppe richtig einzuschätzen. Grundsätzlich ist jeder willkommen, ob Kunde oder nicht, der Spaß am Thema Diamanten hat und die ästhetisch grafische Umsetzung der Produkte auf der Unternehmensseite schätzt. Genau diese grafische Umsetzung ist die Basis der Kommunikation. Das wird erreicht mit einer Mischung von analoger und digitaler Kommunikation. Das entsprechende Bild wird mit einer Frage verbunden, welche jeder Nutzer der Community beantworten darf. Dabei ist die Antwort des Einzelnen nicht egal, sondern wird als wertvolle Information genutzt die dem Unternehmen die Möglichkeit gibt seine Nutzer und potentiellen Kunden besser kennen zu lernen. Hier sind die partizipierenden Nutzer sich gegenseitig die nächsten Personen und identifizieren sich miteinander.

Um die Community weiterhin zu pflegen und kennen zu lernen, ist es ausschlaggebend einen hohen Fokus auf die Kundenfreundlichkeit innerhalb der Einkaufserfahrung zu legen. Vor allem Beiträge wie Videos zu Fertigungsprozessen, unternehmensinternen Strukturen oder transparente Aufklärung über das entsprechende Produkt führen zu einer stärkeren Nutzerbindung. Der Nutzer wird vom anonymen Teilchen innerhalb einer heterogenen Maße, zum gut informierten Teil einer Interessensgemeinschaft. Der bereits erwähnte Online-Händler setzt diese Maßnahme mittels eines Aufklärungsvideos  zum Thema Konfigurator um.

Will man diese Bemühungen des Geschichtenerzählens gezielt weiter spinnen, eignen sich vor allem Beiträge die zu empathischem Verhalten einladen. Die Geschichte ist uns in ihrer Funktion als Unterhaltungsmedium bereits von Kindesbeinen an bekannt. Kombiniert man dieses Kommunikationsmittel mit für ein Unternehmen strategisch relevanten Inhalten lassen sich erstaunliche Erfolge erzielen. So nutzen immer Firmen die positiven Erzählungen von Auszubildenden zum gezielten Recruiting ihres Nachwuchses. Auch hier ist die Identifikation mit dem Erzähler der ausschlaggebende Punkt der Meinungsbildung über den dargestellten Arbeitgeber.

Allerdings kann das Erzählen von Geschichten auch einen schlechten Ausgang nehmen. Vor allem wenn das Kommunizierte vom Publikum kontrovers oder gar negativ aufgenommen wird. Das kommt insbesondere dann vor, wenn eine Strategie bewusst den Bezug zum realen Geschehen verliert. Daher sind die Zielsetzung und das Abwägen von Risiken bei jedwedem Kommunizieren mit der Social-Media-Community zu beachten. Nicht nur können die Kommentare auf eine bestimmte Kommunikation zu negativer Aufmerksamkeit führen, auch durch die Möglichkeit von Berichterstattungen ist die Basis für Image-Schäden gegeben. Der umsichtige Umgang mit der Methode muss im Vordergrund stehen, sowie vor allem das Begreifen der Community als wertvolle und zu respektierende Gruppe von potentiellen Kunden und nicht als zu steuernde, gedankenlose Schafsherde.
Abschließend lässt sich konstatieren, dass die Geschichte und vor allem ihre bedeutende Fähigkeit den Rezipienten zur Identifikation einzuladen, als Mittel des modernen Social-Media-Marketings nicht mehr wegzudenken ist. Egal ob es sich um kurze Interaktionen, ausgefeilte Storylines oder genaue Erfahrungsberichte handelt, unterstützt die Methode das Image einer bestimmten Marke maßgeblich und stärkt damit signifikant die Kundenbindung.

Sören März, Kommunikationswissenschaft & Kunstgeschichte, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Facts and figures about Facebook, Google & friends

Sie sind unsere treuen Begleiter durch den ganz normalen Alltagswahnsinn und kaum mehr wegzudenken: Facebook, Google, Twitter und Co.

Wo früher noch altmodisch die Briefadresse oder eine Telefonnummer ausgetauscht wurde um in Kontakt zu bleiben, wird heute – quasi noch im gleichen Atemzug mit dem Vorstellen – nach dem Facebookname der neuen Bekanntschaft gefragt. Wo früher das Lexikon zu Rate gezogen wurde, ist heute Google erster Ansprechpartner und um der ganzen Welt mitzuteilen was es zum Frühstück gab, muss man kein von Paparazzi verfolgter Popstar mehr sein, sondern einfach ein Tweet absetzen. Wir alle sind online – durch die digitale Welt miteinander verknüpft und wer nicht im Internet lebt, lebt quasi in einer anderen Welt.

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Das zumindest suggerieren die neuesten Zahlen und Fakten zur Social-Media-Nutzung, zusammengefasst von Digital Insights:
Seit der Gründung von Facebook im Jahr 2004 wird die Plattform heute, zehn Jahre später, bereits von derzeit monatlich 1,28 Billionen aktiven Nutzern belebt – davon greifen monatlich rund eine Billion User mobil, also über Handy- oder Tablett-Apps, auf die Social-Media-Plattform zu.

Über Twitter werden derzeit täglich über 500 Millionen Tweets abgesendet und über eine Billionen Mitglieder können diese verfolgen. Jedoch ist Tweet nicht gleich Tweet: Wo einige User mit ihrer Nachricht ganze Retweet-Wellen auslösen und Diskussionen around the world anregen, gibt es auch 391 Millionen Twitter Accounts, die keinen einzigen Follower haben und unglaublich aber wahr – 44% der angemeldeten Twitter-User haben noch nie einen Tweet abgesetzt!

Aber auch die noch etwas unbekannteren Plattformen sind stark im Kommen: Wo im Vorjahr LinkedIn noch 238 Millionen Nutzer zählte, sind es in diesem Jahr schon über 300 Millionen!

Und auch die digitale Videoclip-Welt boomt – neue 100 Stunden Videomaterial werden pro Minute auf YouTube hochgeladen und über sechs Billionen Stunden Video werden pro Monat auf YouTube geschaut.

Zudem steigt die Bedeutung von Blogs rasant an: Inzwischen bloggen über 6,7 Millionen Menschen auf unterschiedlichen Blogging-Websites und auch für Unternehmen ist dieses Phänomen als Marketing-Strategie nicht zu missachten – Firmen mit einem Blog werden 97% mehr verlinkt als andere.

Wie die Zahlen deutlich machen – es führt kein Weg mehr an social media vorbei und ein jeder will dazu gehören, zu der Clique von Facebook, Google and Friends.

Ann-Kristin Hoppenz

Kommunikationswissenschaft

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Weitere interessante Fakten und Daten findet man in der Infografik von Digital Insights:

Social Media Statistic 2014, Digital Insights

Social Media Statistic 2014, Digital Insights