But first let me take a #selfie

„Selfie“ wurde vom Oxford-Wörterbuch zum Wort des Jahres 2013 gekürt. Ein Selfie ist eine Art Selbstporträt bzw. ein Schnappschuss von sich selbst: der Arm lang ausgestreckt, das Smartphone in der Hand haltend und am besten noch Freunde im Arm und KNIPS!
Doch damit ist es noch lange nicht getan. Kaum ist das Foto gespeichert, wird es auf einer Social Media Plattform gepostet. Ob Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat & Co., überall ist der neue Trend zu entdecken.

Beispielsweise wurden Promis früher noch von Fotografen mit ihrer Kamera verfolgt. Heute jedoch sind sie ihre eigenen Paparazzos. Sogar auf der diesjährigen Oscar-Verleihung durfte ein Promi-Selfie natürlich nicht fehlen, das der Verleihung noch die Krone aufsetzte.

Fast täglich holen nicht nur die Prominenten ihr Handy aus der Tasche und knipsen einen Selfie, sondern die ganze Welt folgt diesem Hype. Damit wollen sie vor allem für sich selbst werben und ihr Image aufbessern.
Nicht nur die jüngere Generation nutzt die neue Fotomethode. Sogar bedeutende Politiker nutzen #Selfies, um auch bei den Digital Natvies, welche Vorreiter des digitalen Zeitalters sind, an Beliebtheit zu gewinnen. Auch US-Präsident Barack Obama behilft sich diesem Trick:

Barack

Dieses Selfie mit den so sympathisch und nett lächelnden Politikern ging jedoch in die Hose… Es wurde während der Trauerfeier von Nelson Mandela im Dezember vergangenen Jahres abgelichtet. Diese unpassende Situation führte zu negativen Schlagzeilen.

Man lerne daraus: nicht überall und zu jedem Zeitpunkt ist es angebracht ein Selfie zu machen und danach online zu stellen.

Hier deshalb unsere fünf „Goldenen Regeln für ein perfektes Selfie“:

  1. Sei nicht allein auf einem Selfie, denn mit Freunden grinst es sich besser.
  2. Achte auf deinen Hintergrund. Sind dort vielleicht Dinge, die nicht jeder sehen sollte?
  3. Überlege dir, ob es gerade der richtige Moment für ein Selfie ist.
  4. Entscheide, ob du dieses Foto wirklich (!) für die ganze Welt zugänglich machen möchtest!
  5. Mache nicht zu viele Selfies. Dein Smartphone-Speicher wird es dir danken.

Der Youtube Videoclip zu dem Lied „But first let me take a selfie“ zeigt einige gute und leider auch misslungene Selfies:

Außer den weit verbreiteten Selfies, gibt es derzeit schon einige Abwandlungen. Zum Beispiel werden von oben fotografierte Schuhe und Füße #shoefies genannt. Ein #belfie zeigt den Hintern des Social Media Nutzers, während das #welfie die gute Figur im Fitness Center zeigt. Ein weitere skurrile Abwandlung ist das #shelfie. Darunter wird das Fotografieren seines eigenen Buchregales verstanden.

Diese etwas verrückte Art der Selbstdarstellung ist zwar gerade im Trend, wer aber sagt, dass sie das Image der Menschen wirklich positiv beeinflussen?! Ist dieser Trend nur vorübergehend oder wird er sich weiter ausbreiten? Wir werden sehen…

Im Moment bleibt uns nur zu sagen: „Take a selfie! “

 

Elena Rohmer / Viola Schwenning

Studiengang Industrie, 2. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Advertisements

#ArmsWideOpen – einfach, wirkungsvoll, weltumspannend

Das alles gibt es eben #NuraufTwitter – Schwarz-Rot-Gold oder Himmelblau-Weiß? In welchem Kleid soll die weltberühmte Christus-Statue am Vorabend vor dem Endspiel Deutschland – Argentinien erleuchten? Twitter-User auf der ganzen Welt können nun über die Farbgebung abstimmen. In Zusammenarbeit mit dem Erzbistum von Rio de Janeiro ermöglicht der Kurznachrichtendienst den Fans der beiden Finalteams diese Aktion.

cristo

Um abzustimmen, müssen die Nutzer zum Hashtag #ArmsWideOpen (Arme weit ausgebreitet) schreiben, ob sie für Deutschland oder Argentinien sind – ebenfalls mit Hashtag #GER oder #ARG. Die Erzdiözese von Rio de Janeiro wird dann den Cristo Redentor (Christus Erlöser) am Samstagabend von 19.00 bis 21.00 Uhr (0.00 bis 2.00 MESZ am Sonntag) in der entsprechenden Farbe anleuchten, wie die Zeitung „Estado de São Paulo“ berichtete.

Den aktuellen Zwischenstand des Votings gibt es hier:
http://x3.votenow.tv/?wid=62f8f4a9c77310

Die Statue auf dem 710 Meter hohen Berg Corcovado, die zu den sieben modernen Weltwundern zählt, wurde schon häufiger zu besonderen Anlässen farblich angestrahlt. Schwarz-Rot-Gold leuchtete sie erstmals zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2012 und später auch zum Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck 2013.

Die Christus-Statue selbst twittert natürlich auch: @cristoredentor ist ihr Nutzername.

Ich unterstütze diese weltumspannende Aktion selbstverständlich auch:

 

Ganz klar: Twitter gehört bereits zu den Gewinnern der Fußball-WM. Welche Dynamik sich dort entwickelt, zeigte kein Spiel besser als der Triumph der Deutschen über Brasilien. Mit 35,6 Millionen Tweets wurde #BRAGER zum meistdiskutierten Sportevent aller Zeiten auf Twitter.

 

Thomas Mavridis (@ThMav)

 

 

 

 

 

 

 

 

Virale Videos und Fotos im Social Web

Spätestens seit dem Hype um das „social beer game“ kennt sie jeder; virale Videos und Fototrends. Es beginnt immer gleich; eine Person stellt ein Video ins Netz, auf dem er etwas total außergewöhnliches oder verrücktes macht, teilt es und nominiert oder verlinkt weitere Personen. Die verlinkten Personen müssen dann das selbe wie der Verlinkende machen, auf einem Video festhalten, ebenfalls hochladen und weitere Freunde verlinken, ansonsten gibt es eine Konsequenz; beim „social beer game“ muss der Verlinkte seinem Nominierer einen Kasten Bier spendieren.
Diese Videos finden sehr schnell Nachahmer und verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Beispiele hierfür sind das oben genannte „social beer game“, hierbei geht es darum, möglichst schnell ein Bier zu trinken und drei weitere Freunde dadurch zum trinken zu animieren. Außerdem gibt es den Trend des „milking“ (England), bei dem man sich öffentlich ohne jede Vorwarnung einen Kanister Milch über den Kopf schüttet. Ebenfalls gab es 2014 das Phänomen des „twerking“ – impliziert durch Miley Cyrus – eine Art des Tanzens, bei dem es vor allem darauf ankommt, kreisende und ruckartige Hüftbewegungen zu machen. Ein nun schon wieder etwas älterer Internethype ist das „flashmobbing“, bei dem sich viele Personen scheinbar spontan an einem Ort treffen und die gleiche Choreographie zu einem bestimmten Song tanzen, in einem Fastfoodrestaurant alle das gleiche bestellen (München 2008), plötzlich erstarren (New York 2008) oder eine spontane Kissenschlacht (Köln 2009) veranstalten.

milking in Newcastle:

Flashmob „frozen“ Grand Central Station, New York

Auch in der Welt der Fototrends gibt es immer wieder neue Entwicklungen, wie zum Beispiel das sogenannte „planking“ (vom Wort „Planke“) auf dem man sich möglichst ausgestreckt und gerade auf die unterschiedlichsten Untergründe und Gegenstände legt:

planking

 

Ein weiterer Trend ist ganz klar das „photobombing“, sinngemäß übersetzt „in ein Foto reinplatzen“ und bedeutet, dass eine unbekannte oder unerwünschte Person kurz vor dem abdrücken  in die Bildszene hineinspringt und das Foto durch seine Abbildung „zerstört“.

Auch Regional gibt es aktuell die „cold water challenge“. Über Facebook wird eine Feuerwehrguppe nominiert, die ein Video in dem sich die Truppe dann in dem kalten Wasser abkühlt, innerhalb von 24h hochladen muss, ansonsten müssten sie für die Feuerwehrgruppe, die sie nominiert hat, ein Grillfest organisieren.

Die Trends werden allerdings zum Teil auch kritisch angesehen, da auch schon lebensgefährliche Unfälle passierten als die Nachahmer übers Ziel hinaus schossen. Oft artet es aus, da die Nominierten sich immer noch verrücktere Dinge überlegen um nicht in der Masse unterzugehen, bei dem „social beer game“ ist ein Junge ums Leben gekommen, da er sich beim Biertrinken gefilmt hatte, während er an einem Helikopter hing.

Trend-Prognosen für das Jahr 2014 sind das „clocking“, indem man still an irgendeinem Ort steht und seine Arme als Zeiger einer Uhr einsetzt oder das „baby shaming“, wobei man seinem Baby einen Zettel mit seiner Verfehlung auf die Brust klebt ( „I don’t sleep at night“, „i can’t read“ etc.).

 

Lisa Keller / Johannes Geyer

Studiengang BWL-Industrie WIN3 2013 DHBW-Ravensburg

Dem Ärger Luft machen – kinderleicht mit Social Media

Möchte man seinem Ärger Luft machen, so kriegen dies meist nicht die betreffenden Personen oder Organisationen mit, sondern eher das eigene private Umfeld. Erreichen kann man so jedoch kaum etwas.

Doch durch die Nutzung von Social Media Kanälen haben es viele Leute geschafft, weltweite Aufmerksamkeit über ihren Unmut zu erlangen. Plötzlich teilen viele Menschen auf der ganzen Welt die eigene Meinung und lösen im Netz einen sogenannten Shitstorm aus. Selber hätten diese unter Umständen gar nichts unternommen, nun bestätigen sie die Postings durch Kommentare mit Zustimmung oder eigener Erfahrung und verbreiten die Beiträge weiter, bis es riesige Ausmaße annimmt.

Der „Schuldige“ kommt so meist gar nicht drum herum, öffentlich Stellungnahme zu beziehen, um größere Image-Schäden zu vermeiden und die Situation zu entschärfen.

Ein besonders bekanntes Beispiel hierfür ist Dave Carroll. Bei einem Flug mit United Airlines, erlebte der Musiker, wie seine wertvolle Gitarre bei der Verladung durch die Mitarbeiter stark beschädigt wurde, da sie diese durch die Luft warfen.

Nach einem Jahr voller erfolglosen Versuchen, Schadensersatz zu erlangen, entschied er sich, seine Erfahrung in einem Song niederzuschreiben. Als er diesen in einem Video auf Youtube online stellte, wurde es über Nacht zum Hit und erlangte eine riesige Anzahl an Aufrufen. Inzwischen hat das Video mehr als 14 Millionen Klicks.

Bald darauf wurden sogar mehrere Fernsehsender darauf aufmerksam, interviewten den Geschädigten und Augenzeugen und berichteten wiederholt von den Ereignissen. Kurze Zeit später verfolgte die halbe Welt diesen Fall und reagierte über Social Media Channel darauf.

Um ihren Ruf nicht weiter zu gefährden, reagierte United Airlines mit Reumütigkeit. Sie versicherten Carroll, dass sie sein Video für interne Schulungen verwenden würden, um weitere solcher Vorfälle zu vermeiden und die Unternehmenskultur zu verbessern. Außerdem entschädigten sie ihn.

Ein Ziel, dass er ohne die Aufmerksamkeit anderer über Social Media nicht erreicht hätte.

Das Video von Dave gibt es hier zu sehen:

 

 

Aber nicht nur bekannte Unternehmen wie die United Airlines oder auch die Deutsche Bahn, sondern auch Privatpersonen mussten bereits Shitstorms über sich ergehen lassen. Jeden kann es treffen.

 

Nadine Geiger und Svenja Dorn

Studiengang: BWL-Industrie, 2 Semester, Duale Hochschule Baden – Württemberg, Campus Ravensburg

 

Gewinnspiele auf Facebook – Motor für organische Reichweite 2014

Seit Anfang 2014 stellen viele Betreiber von Facebook Seiten fest, dass ihre organische Reichweite stark zurückgeht. (siehe dazu auch allfacebook) Grund dafür ist eine Änderung in den Algorithmen von Facebook: Um Seitenbetreiber dazu zu bewegen für Reichweite zu bezahlen, also gesponserte Meldungen anzulegen, werden Posts ohne diesen Push immer weniger beachtet.

Es gibt jedoch nach wie vor Möglichkeiten auch ohne direkte Investitionen in Sponsoring beachtliche Reichweiten zu erzielen: Facebook belohnt nach wie vor guten Content. So erhalten Beiträge mit Bildern oder Videos, die in kurzer Zeit viele Interaktionen (Kommentare, Gefällt-Mir-Angaben, Klicks auf den Beitrag) erzielen noch immer einen relativ hohen Edge Rank. Dadurch können auch rein organisch verbreitete Beiträge große bis sehr große Reichweiten und weiterhin Interaktionszahlen erzielen.

Eine vergleichbar einfache Art einen guten Interaktionsanreiz zu geben ist die Auslobung  eines Gewinnspiels: Die Fans und User werden in einem Beitrag (mit Bild) dazu aufgefordert in den Kommentaren eine Quizfrage oder ähnliches zu beantworten. Unter allen (richtigen) Antworten wird dann ein Preis verlost. Folgend ein Beispiel der Privatmolkerei Bauer:

Was hier (wie im Beispiel) zusätzlich einen Positiven Effekt hat, ist die Kooperation mit anderen großen Facebook Seiten (im Beispiel: Holiday Park und Die Biene Maja), die das Gewinnspiel ebenfalls geteilt haben.

Wie schon angesprochen: Gewinnspiele sind auch für die eigene und andere Seiten, im Speziellen Kooperationspartner sehr einfach mit der Aufforderung zur Teilnahme zu teilen. So können Reposts mit geringem Aufwand die Reichweite eines Gewinnspiels noch weiter erhöhen:

Dass Reposts kaum dazu führen, dass Fans zweimal den gleichen Beitrag sehen ist aus folgenden Gründen logisch: Zum einen postet man zu einer anderen Tageszeit (weil man eben andere User erreichen will, wie beim ersten mal), zum anderen sorgen die Algorithmen von Facebook für eine Art Filter im Newsstream der User. (Zu Reposts siehe auch: allfacebook)

So vielversprechend sich Gewinnspiele auch anhören, es gibt einiges zu beachten um den Ball nicht ins eigene Tor zu schießen:

-viele User werden durch das Gewinnspiel nur kurzfristig angelockt, weil sie den Gewinn abstauben möchten. Sie haben aber eigentlich kein Interesse am sonstigen Content der Seite.

-diese User drücken oft während des Gewinnspiels auf Gefällt-Mir, sind nach Ablauf des Gewinnspiels schnell von den Posts der Seite genervt und entfernen ihre Gefällt-Mir-Angabe wieder.

-jede entfernte Gefällt-Mir-Angabe ist so schlecht für den Edge-Rank der Seite, wie mehrere neue Gefällt-Mir-Angaben gut sind. das heißt man braucht mehrere neue Gefällt-Mir-Angaben um das Abwandern eines einzigen Fans auszugleichen.

Zusammengefasst: Falsch ausgelegte Gewinnspiele können auf Dauer der Seite mehr Schaden, als sie ihr nutzen.

Deshalb ist es wichtig ein Gewinnspiel genau zu durchdenken. Folgende Gedanken können Anhaltspunkte bieten:

-Wer ist meine eigentliche Zielgruppe?

-Was will meine Zielgruppe?

-Welchen Mehrwert bietet mein sonstiger Content meinen Fans?

-Passt mein Gewinnspiel und dessen Preis zu obigen drei Fragen?

-Gibt es mögliche Kooperationspartner und passen diese zum Typ des Gewinnspiels und zur Zielgruppe?

 

So kann man Gewinnspiele, bei denen alle diese Fragen bedenkenlos zu beantworten sind durchführen, ohne dass man sich größere Sorgen machen muss. Im Idealfall sind die eigenen Produkte, Dienstleistungen oder Gutscheine für das eigene Produkt sogar der attraktive Preis den sich die Fans wünschen.

Ein Gewinnspiel bei dem man eigene Produkte verlost ist in jedem Fall einen Versuch wert. Geringe Kosten für den Seitenbetreiber und selbst wenn die gewünschte Reichweite ausbleibt (aus welchen Gründen auch immer, z.B. falscher Posting-Zeitpunkt) hat man als Seitenbetreiber nichts verloren – man kann nur gewinnen!

Tobias Liegl & Thiess Aldinger

Studiengang: BWL-Industrie, 2. Semester, Duale Hochschule Baden – Württemberg, Campus Ravensburg

Red Bull’s Sponsoring der Extremsportarten

Red Bull ist ein sonderbares Unternehmen. Es produziert im Grunde nichts. Außer Bilder und Worte. Und hat doch Milliarden, um gewaltige Summen in den Sport zu stecken. Wie funktioniert das? Die Brausefirma im Überblick.

Der Extremsportler Felix Baumgartner springt aus 39 Kilometern Höhe. Während des Flugs hatte er nichts zu trinken dabei. Ihn mit einer Red-Bull-Dose in der Hand springen zu lassen, hat sein Sponsor dann doch nicht verlangt. Red Bull ist bekannt als Geldgeber für viele Sportevents – was ist das für ein Unternehmen?

Der Anfang

Hätte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz 1982 nicht eines Abends in der Bar des Hongkonger Mandarin-Hotels in einer Newsweek die Liste der größten Steuerzahler Japans entdeckt – es wäre alles anders gekommen. Er entdeckte, so weiß es jedenfalls das Manager-Magazin, dass ganz oben „kein Honda, kein Toyota, sondern ein Herr Taisho“ stand. Der produzierte ein Aufputsch-Getränk mit Namen Lipovitan.

Mateschitz, damals noch bei dem Zahnpasta-Hersteller Blendax als Marketing-Manager beschäftigt, wusste, was zu tun war: Blendax hatte eine Partnerfirma in Thailand, den Pharmakonzern TC Pharmaceuticals. Der produzierte ebenfalls eine Art Energie-Drink unter dem Namen Krathing Daeng. Auf Englisch: Red Bull. Mateschitz kannte es, weil er auf dem Weg vom Flughafen angeblich stets sein Taxi anzuhalten pflegte, um das Getränk zu kaufen. „Ein Glas, und der Jet-Lag war vorbei“, zitierte ihn der Economist einst.

Der Erfinder

Red Bull hat also mit dem gleichnamigen österreichischen Unternehmen zunächst mal wenig zu tun, dafür viel mit Chaleo Yoovidhya, der das Getränk in den siebziger Jahren erfand. Erstaunlicherweise drängte er sich aber nie in den Vordergrund, obschon seine Familie mit 51 Prozent die Mehrheit am Unternehmen hält. Red Bull – das war für viele immer Mateschitz, aber nicht Chaleo Yoovidhya. Gedacht war die Brause ursprünglich übrigens vor allem für Arbeitende, nicht für Feiernde.

Chaleo Yoovidhya verkaufte seine Variante zunächst ohne Kohlensäure in kleinen braunen Glasflaschen. Im Frühjahr 2012 starb er im Alter von 89 Jahren. Er soll nach Angaben des Magazins Forbes der zweitreichste Mann Thailands gewesen sein. Mateschitz gilt mit einem Vermögen von 4,1 Milliarden Euro laut Forbes als reichster Mann Österreichs.

Das Marketing-Genie

Unabhängig davon, ob sich nun die ganzen Geschichten rund um die Entdeckung von Red Bull tatsächlich so zugetragen haben oder nicht – in der Vermarktung von Red Bull zeigt Mateschitz außerordentliches Geschick. Er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, zog die richtigen Schlüsse und kannte die richtigen Leute. Auch für die Vermarktung des Produkts gibt es wieder so eine schöne Begebenheit, von der man nicht so ganz genau weiß, ob sie wahr ist oder nicht. Interviewanfragen dazu laufen in der Regel ins Leere, Mateschitz redet nicht gerne mit der Presse.

Jedenfalls soll Mateschitz der Ansicht gewesen sein, dass ein so unklassisches Produkt wie Red Bull auch ungewöhnlich beworben werden müsse, wusste der Spiegel. Just als 1987 in Österreich die ersten Dosen ausgeliefert worden seien, habe das österreichische Fernsehen ein Porträt des damaligen Ferrari-Piloten Gerhard Berger gebracht, ein Freund von Mateschitz. Der sei am Strand von Brasilien entlang gejoggt und habe dabei Red Bull getrunken. Daraufhin seien die Verkäufe in Österreich stark angezogen.

Mateschitz, der von sich sagt, er habe das „Wruum-wruum-Syndrom“ (Rheinische Post), ist dieser Strategie treu geblieben: Red Bull steht für Sport und Extreme, wobei der Motorsport als die große Liebe von Mateschitz gilt. 2004 kaufte er sich einen eigenen Formel-1-Rennstall – Ford wollte seinerzeit sein Jaguar-Team loswerden. An einem weiteren ist er ebenfalls beteiligt. Der Erfolg: Derzeit führt Doppelweltmeister und Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel erneut die Weltmeisterschaft an. Überdies engagiert sich das Unternehmen in Funsportarten wie Basejumping, aber auch in Fußball und Eishockey werden Millionen investiert. 2011 soll der Marketingetat für den Sport bei 1,4 Milliarden Euro gelegen haben, allein die Formel 1 soll davon knapp 200 Millionen Euro verschlungen haben.

Gemessen daran ist der jüngste Sprung von Felix Baumgartner vergleichsweise günstig gewesen. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, doch die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Der Lohn: die Werbewirkung. Sie soll bei mehreren hundert Millionen Euro liegen. Ein Marketingexperte nannte Baumgartner eine „fliegende Red-Bull-Dose“. All jene, die den Sprung live im Fernsehen verfolgten oder Baumgartner nun auf einem der unzähligen Fotos in den Medien entdecken, sehen Red Bull. Aber auch die Formel 1 oder die Red Bull Air Races, mit denen Länder wie Ungarn am Nationalfeiertag ihr Bürger bespaßen, verschafft sich Red Bull eine Präsenz, die sich am Ende für das Unternehmen auszahlt.

http://www.youtube.com/watch?v=J7pcdv06kxg

Die Marke

Die Allgegenwärtigkeit von Red Bull verschafft der Brause einen enormen Bekanntheitsgrad, hinter den die Konkurrenzprodukte weit zurückfallen – aber auch die übrigen österreichischen Unternehmen. Laut einer Studie des European Brand Institute ist Red Bull die bekannteste österreichische Marke, weit vor dem Schmuckunternehmen Swarovski. Der Markenwert von Red Bull liegt mittlerweile bei knapp 14 Milliarden Euro – Swarovski kommt gerade auf 3,7 Milliarden Euro.

Im internationalen Vergleich ist das allerdings nicht ganz so viel. In einem der bekanntesten Markenrankings der Gesellschaft Interbrand taucht Red Bull unter den ersten 100 nicht auf. Eine Studie von Eurobrand führt Red Bull hingegen auf Platz 61 der wertvollsten Marken der Welt. Zum Vergleich: In dem Eurobrand-Ranking hat Apple einen Markenwert von 100 Milliarden Dollar und das zweitplatzierte Unternehmen Coca-Cola einen von knapp 60 Milliarden Dollar.

 

Dennis W. und Nico M.

Studiengang BWL-Industrie, 2. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Do it yourself – Dein Traumauto

In den letzten Jahren hatte auch die Automobilbranche durch die Finanzkrise mit starken Einbußen zu kämpfen.

Deshalb mussten sich auch die deutschen Hersteller neue Ideen einfallen lassen, wie sie ihre Stellung auf dem globalen Markt gegen günstigere Konkurrenten halten können.

Um den Nerv der Zeit zu treffen, mussten die Automobilanbieter auch im Internet präsenter werden. Dazu wurde ein Automobilkonfigurator entwickelt.

Hier können Kunden bequem von zu Hause aus ihr Wunschauto zusammenstellen. Von der Motorleistung über Lederausstattung bis hin zu Farbe oder Türenanzahl kann jedes Modell individuell gestaltet werden. Diese Möglichkeit bieten inzwischen auch alle deutschen Automobilhersteller an.

Ein Beispiel hierfür ist Mercedes Benz, die ihren Konfigurator in einem Video auf YouTube vorstellen:

Aber wie nützlich ist so ein Konfigurator wirklich? Wir haben den Test mit Volkswagen gemacht:

Wie es sich für Mädchen in unserem Alter gehört, haben wir uns für ein Golf Cabriolet entschieden 😉

Wir haben den Konfigurator auf Darstellung, Auswahlmöglichkeiten, Handhabung und Preis getestet.

Das Auto wird aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. So gewinnt man einen Überblick über Außen- und Innenausstattung. Der Konfigurator ist in vier Rubriken eingeteilt. Zuerst wählt man die gewünschte Motorleistung aus. Danach wird Farbe und Innenausstattung abgefragt und Sonderausstattungen ausgewählt. Allerdings ist eine Vorschau der momentanen Zusammensetzung des Autos erst in der letzten Rubrik, der Übersicht, möglich. Wenn das ausgewählte Design nicht gefällt, muss wieder von vorn begonnen werden. Auch preistechnisch verliert man leicht den Überblick. Zwar werden bei allen Auswahlmöglichkeiten der zusätzliche Preis angezeigt, aber der Gesamtpreis ist erst am Ende sichtbar. Auch sind nicht alle Auswahlkriterien kombinierbar, was allerdings sofort gemeldet wird.

Auf dem Bild seht Ihr unser selbstkreiertes“Wunschauto“.

Unbenannt

Unser Fazit:

Im Vergleich zum herkömmlichen Berater beim Autohändler ist diese Methode unserer Meinung nach eher nur für einen Grobüberblick nützlich. Viele Auswahlmöglichkeiten in den verschiedenen Rubriken setzen technisches Fachwissen voraus und waren somit für uns eher unverständlich. Dies könnte durch eine persönliche Beratung umgangen werden. Auch waren wir eher skeptisch, was den Endpreis betraf. Ein Standard Golf Cabriolet kostet ca. 24.000 Euro. Für unser selbstkreiertes Auto hätten wir über 5000 Euro mehr bezahlen müssen. Ob dieser Aufpreis gerechtfertigt gewesen wäre, in Bezug auf unsere Ansprüche, ist unklar geblieben.

Alles in Allem ist der Trend „Konfigurator“ in anderen Bereichen (z. B. Möbel, Schuhe,…) unserer Meinung nach sinnvoller einsetzbar. Da ein Auto eine größere Anschaffung und somit eine große finanzielle Investition darstellt, spielen Service und Beratung eine größere Rolle. Deshalb würden wir auch kein Auto über das Internet bestellen.

Elena Holz / Melanie Rogg

Studiengang Industrie, 2. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg