… gefunden auf otto.de

Ein eher gelangweilt aussehendes Ehepaar sitzt „in einem Restaurant wie jeden dritten Mittwoch und spricht über naive Kunst“. Als auf einmal eine Frau auftaucht: Sie nimmt ein Küken aus ihrer Tasche und setzt es auf den Tisch. Mit einem „Au Revoir“ verabschiedet sie sich und verlässt den Tisch. Das Ehepaar bleibt perplex zurück. Der Frau jedoch stellt sich während der ganzen Szenerie nur die eine Frage: „Wo hat sie nur dieses Kleid her?“ – Gefunden auf Otto.de.

Diese Szene und einige andere Werbefilme für das Modeversandhaus Otto geistern zurzeit durch die Fernsehwerbung und das Internet. Dabei wird immer das gleiche Prinzip verwendet um begeisterte „Modejägerinnen“ von den Angeboten zu überzeugen: Tägliche normale Situationen werden durch abstrakte und verrückte Aktionen unterbrochen – dabei fragt man sich stets bis zum Ende, wofür die Szene eigentlich geschaffen wurde.

Alles Begann im Jahre 1949 – mit einem gebastelten Kalender und einer kleinen Auswahl an Schuhen. Werner Otto führte unter dem Motto „ Vertrauen gegen Vertrauen“ als erstes Unternehmen die Zahlung auf Rechnung ein. Durch den Slogan „Otto … find ich gut“ und der damit verbundenen Werbekampagne konnte schon in den 90ern ein Meilenstein im Marketing gelegt werden und ein Werbeslogan zum geflügelten Wort gemacht werden. Seit 2013 überrascht Otto.de nun mit den humorvollen TV-Sports, die in Zusammenarbeit mit der Berliner Agentur „HEIMAT“ entstanden sind.

Neu und trendy, so sollen die Kundinnen nun eingefangen werden. Otto nutzt das Begehren der Frauen schöne Dinge, die sie bei anderen sehen auch selbst besitzen zu wollen. Die Marketingstrategie scheint auf zu gehen, denn die Werbung zieht weite Kreise im Medienfeld Deutschlands: Der Spruch „Gefunden auf Otto.de“ dient längst nicht mehr nur den Werbezwecken des Unternehmens. Auch in Sozialen Netzwerken, wird das Versandhaus als Antwort auf viele Situationen angeführt und dabei der Werbeslogan angehängt.

Jedoch gibt es nicht nur positive Kritik. Durch die frisch gestaltete Werbung fühlen sich zwar viele junge Trendsetter angesprochen, jedoch werden die meisten älteren Kunden außer Acht gelassen. Trotz aller Kritik im World Wide Web: Für Otto.de bringt die neue Werbekampagne einen Hype und ein Umsatzplus, das sich sehen lassen kann: Im Geschäftsjahr 13/14 konnte ein Rekordumsatz von 12 Milliarden Euro erwirtschaftet werden und es wird noch ein Zuwachs der Zahlen erwartet.

Da gibt’s nur eins zu sagen: Ladies genießt die unterhaltsamen Werbegeschichten und wenn ihr ein schönes Kleidungsstück seht und es unbedingt haben müsst – ihr wisst ja wo ihr es findet … gefunden auf Otto.de.

 

Madeleine Linder | Sabine Klaus

Studiengang: BWL-Industrie, 2. Semester, Duale Hochschule Baden – Württemberg, Campus Ravensburg

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