11 Freunde – nicht nur auf dem Rasen eine gute Figur

Jeder kennt den bekannten Spruch „11 Freunde müsst ihr sein“, den Sepp Herberger, Weltmeistertrainer 1954, zu einem Motto machte, das heute noch viele Menschen mit wilder Leidenschaft zum Fußball verbinden. Aus genau dieser Leidenschaft heraus gründeten im Jahre 2000 Philipp Köster und Reinaldo Coddou ein Fußballmagazin, das unter dem Namen „11 Freunde – Das Magazin für Fußballkultur“ im Handel erhältlich ist. Ein weiteres Sportmagazin also, das sich hinter dem Kicker, der SportBild oder der BravoSport etablieren möchte? Weit gefehlt, denn 11 Freunde setzt nicht auf Statistiken, Spielberichte, Tabellen oder Ähnliches, was jeder Fußballfan sowieso schon kennt.  11 Freunde ist eine Umsetzung eines vereinsunabhängigen Magazins für Fußballkultur, das intelligent, spannend und humorvoll Geschichten des Fußballs erzählt, die über den alltäglichen Tellerrand hinausgehen und ist damit eher Lesevergnügen als Statistik-Nachschlagewerk. Die aktuellen Verkaufszahlen von 89.489 Exemplaren pro Monat (Stand Quartal 3/2013) lassen sich dabei ebenso sehen, wie die positiven Rückmeldungen aus der Pressewelt. So weit so gut. Doch machen die unübliche Berichtserstattung oder das ästhetisches Layout eine Zeitschrift so erfolgreich? Im folgenden Bericht möchte ich auf verschiedene Wandel im Marketing aufmerksam machen, die die 11 Freunde Verlag GmbH & Co. KG mit vorbildlichem Beispiel durchgeführt haben. Mein Hauptaugenmerk gilt dabei der aktuellen Verschiebung der 11 Freunde Applikation in den Apple Zeitungskiosk, welche im August dieses Jahres durchgeführt wurde.

Der Trend des Webs 2.0

Jedes Unternehmen muss sich im modernen Zeitalter die Frage stellen, ob es Online-Marketing im Web 2.0 durchführen soll. Das Web 2.0 wird nämlich schon heutzutage als nachhaltige Entwicklung und nicht als kurzfristiger Trend angesehen. 11 Freunde hat dies frühzeitig erkannt und ist mittlerweile auf zahlreichen Plattformen aktiv, in denen es einer großen Masse an Abonnenten, Fans oder Followern gegenübersteht. So trat 11 Freunde beispielsweise am 14.April 2009 bei Facebook bei und hat aktuell 186.200 „Gefällt mir“-Klicks, bei Twitter sind es aktuell 37.552 Follower, die die bisher 29.777 Tweets verfolgen (Stand 1. November 2013). Mehrfach am Tag werden Posts bzw. Tweets mit viel Charme hochgeladen, die dabei nicht selten auf die eigene Homepage mit speziellen Themen oder den gern gelesenen Livetickern aufmerksam machen.

Bei Google+ erfreut sich das Magazin einer Fangemeinde von 59.383 Personen, die dort ebenfalls auf den eigenen Youtube-Channel hingewiesen werden, der seit der Einführung vor 2 Jahren stolze 3.615.702 Aufrufe und 4.419 Abonnenten vorzuweisen hat (Stand 1. November 2013). Hierbei wird unter anderem zweimal in der Woche der 11 Freunde-Videobeweis kommentiert und diverse Interviews oder Umfragen durchgeführt. Alles in allem also ein enormes Spektrum, das den Bekanntheitsgrad  definitiv nochmals steigert und mehr als nur eine Heftergänzung darstellt.

Die 11 Freunde-Applikation im Apple Zeitungskiosk

Mit der Heftausgabe Nummer 122 am 22. Dezember 2011 reagierte 11Freunde auf das stetige Wachstum der Smartphones und Tablets in Deutschland, die zu gemütlichem Konsum von Zeitschriften einladen, und brachte eine Applikation für Apple auf den Markt. Für den stetigen Kontrahenten Android war die App ab dem 01. Oktober 2012 erhältlich. Laut Uli Dehne, Leiter 11Freunde.de wolle man mit den Apps „… die Bedürfnisse der Fußballfans, auch unterwegs von uns unterhalten und informiert zu werden“ erfüllen. Die App informiert die Leser jederzeit mit viel Witz über Geschehnisse auf und abseits des Fußballplatzes und gibt einen schnellen Überblick über Tabellen und Ergebnisse aus den wichtigsten Ligen Europas. Auch der preisgekrönte Liveticker ist in Echtzeit auf die Smartphones zu erhalten, was die App zu einem wahren Leckerbissen macht. Auch mit der für 11 Freunde so typischen Prise Bolzplatz-Kunst wurde nicht gespart. Diese Features verliehen der kostenlosen 11 Freunde-Applikation dadurch schnell den „Must-Have-Status“ für Fußballfans, auch wenn gewisse Daten nur durch den einmaligen Betrag von 0,79€ sichtbar werden.

Zu Beginn der 51. Bundesligasaison am 09. August 2013 ergab sich mit der Verschiebung der 11Freunde-App in den Apple-Zeitungskiosk ein neuer Wandel in dem Marketingbereich des Unternehmens. Der Trend zum E-Paper, der für viele Printmagazine das Aus bedeutete, wurde damit erfolgreich umgesetzt. Dauerkarteninhaber können hierbei das 11Freunde-Magazin kostenlos auch auf dem I-Phone oder I-Pad lesen, obwohl sie zusätzlich immer noch die Printversion zugeschickt bekommen. Für absolute Freunde des E-Papers kann man innerhalb der App auch entweder eine Einzelausgabe oder eine Dauerkarte zum Vorzugspreis für das Online-Magazin kaufen. Was die App nun gesamt auf dem Kasten hat, wird aus dem nachfolgenden Video ersichtlich.

Die Verschiebung der App in den Apple-Zeitungskiosk bietet jedoch noch weitere Vorteile: Apple lädt bei vorhandenem WLAN die neuste Ausgabe künftig automatisch herunter und passt das Cover der App an das Cover der aktuellsten Ausgabe an. Wird der Speicher knapp, werden alte Ausgaben automatisch gelöscht, die selbstredend jedoch zu jeder Zeit wieder gedownloadet werden können. Zudem erhält der Nutzer eine Push-Up-Nachricht, wenn eine neue Ausgabe erscheint. Zu erwähnen ist außerdem, dass alle Features der alten App natürlich bestehen bleiben.

Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Nutzungszeit für Zeitungs- und Zeitschriften-Apps heute schon bei über 4 Stunden pro Woche liegt, erkennt man, wie wichtig dieser Schritt für die 11Freunde Unternehmung war. Meiner Meinung nach bleibt der Printversion aber immer noch der Kult- und Sammlerwert erhalten, sodass die Online-Magazine diese nicht ersetzen können. Allerdings hat die App allemal das Potenzial einen deutlichen Mehrwert zu erzielen, obwohl man aufgrund der Aktualität der neuen App-Nutzung dazu leider noch keine Zahlen liefern kann. Es bleibt also abzuwarten, in welchem Ausmaß die neu gestaltete App angenommen wird, ein Schritt in die richtige Richtung ist es aber auf alle Fälle.

Robin Merz

Studiengang BWL-Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

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Ein Gedanke zu “11 Freunde – nicht nur auf dem Rasen eine gute Figur

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