Media Markt schließt? – ein Werbe-Gag missglückt

Jeder kennt die Werbung von Media Markt, meist aufdringlich und mit dem Versuch viel Aufmerksamkeit zu bekommen gestaltet. So auch die letzte Werbekampagne des Elektrofachhandels. Bei dieser Aktion wurden im Fernsehen, im Radio und im Web 2.0 damit geworben, dass alle Media Märkte schließen. Schnell kamen einige Verbraucherstimmen auf, die behaupteten Media Markt sei insolvent. War diese Werbestrategie nun von Vorteil für die Handelskette, oder überwiegen am Ende die Nachteile?

Die Marketingaktion

Schon einige Tage vor dem 2. Oktober konnten die Verbraucher überall lesen, dass alle Media Markt-Filialen und der Onlineshop schließen. Bis zu diesem Tag fand der, laut Media Markt, „Größte Schlussverkauf des Jahres“ statt. Viele Passanten waren beim Vorbeigehen an den Plakaten mit Sicherheit verblüfft und dachten sofort an Insolvenz und überlegten, ob der Markt danach jemals wieder auf machen würde. Dieses Bild der Kunden wurde durch den zugehörigen Werbespot unterstützt, denn nur im Kleingedruckten stand: „Am 2. Oktober geschlossen“ und nicht „Ab 2. Oktober geschlossen“.

Wer jedoch dachte, er müsse seine Elektroartikel ab diesem Tag in einem anderen Fachgeschäft kaufen, der irrte, denn all dies war eine Marketingaktion von Media Markt. Die Firma nutzte den 2. und 3. Oktober lediglich um Platz für neue Produkte zu schaffen und diese einzuräumen. Durch die Aktion, das Ganze als Schlussverkauf zu vermarkten, wollte Media Markt die volle Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dies hat das Unternehmen durch zahlreiche Plakate, TV-Werbung und Facebook-Posts auch geschafft.

Die Reaktion der Verbraucher

Im Vorhinein kann man sagen, dass sich Media Markt wirklich sehr darum bemüht mit seinen Kunden auf Facebook zu kommunizieren. Auf nahezu jeden Kommentar wird reagiert und geantwortet. Dies geschieht während den Öffnungszeiten sehr schnell, zum Teil innerhalb von wenigen Minuten. Dies alles schafft das Unternehmen bei insgesamt 1.227.951 „Gefällt mir“-Angaben. Seit dem 14.10.2013 ist Media Markt auch auf Twitter vertreten.

Für den aktuellen Werbe-Gag bekam Media Markt allerdings mehr negative Kritik. Auf der Facebookseite schrieb ein User beispielsweise, „Man könnte fast meinen, dass Media Markt mit dem Slogan ‘Wir schließen‘ die Baumarkt-Riesen wie Max Bahr und Praktiker verulken will und dann ‘Haha, aber wir machen wieder auf‘ (…) hinterherschiebt. Das ist so bescheuert, ich hoffe, das bringt Euch keinen einzigen Kunden mehr! Das ist Volksverdummung. (…) „Von mir aus braucht es keinen Media Markt mehr!“.
Folgendes Bild zeigt, dass mehrere User derselben Meinung waren und diese auch Kund taten.

Die Reaktion auf Facebook

Auf solche Kommentare antwortete Media Markt meist mit der gleichen, oder ähnlichen Antwort. Diese ist vorbildlich und lautete, „Das Verschwinden einer Marke und die Schließung von Geschäften im Rahmen einer Insolvenz sind tragisch und für alle Mitarbeiter schwer. Wir wissen, dass dies für den Einzelnen oft einen tiefen Einschnitt bedeutet. Es ist uns daher sehr wichtig, deutlich zu machen, dass wir mit unserer Aktion nicht darauf anspielen oder uns damit vergleichen möchten.“.
Andere Facebook-Nutzer reagierten auf die Maketingaktion anders und kommentierten die Aktion mit: „Super Idee“, oder „Geniale Werbeaktion“, usw.

Im Gesamten ging diese Aktion allerdings eher nach hinten los. Viele Kunden bemängelten die immer noch zu hohen Preise beim Schlussverkauf und bei der Eröffnung. Ebenso haben viele Verbraucher die Botschaft der Neueröffnung trotz großer Plakate, Radio- und Fernsehwerbung nicht richtig mitbekommen. Dies bezeugen auch die vielen Fragen der Facebook-User: „Wieso schließt ihr?“, oder „Seid ihr wirklich pleite?“.

Riskant oder Clever?

Sind nicht die anderen Elektrofachhändler die Gewinner einer solchen Aktion? Denn wo ein Media Markt ist, ist oft auch ein anderer Elektrofachmarkt nicht weit. Die Kunden, die die Aktion nicht verstanden haben, werden wohl zu diesen Händlern gegangen sein. Was ist wenn es diesen Kunden nun dort besser gefallen hat? Leider habe ich bis dato weder von Media Markt, noch von anderen Fachmärkten eine Auskunft über die Kaufkraft an und seit diesen Tagen erhalten.
Andere Unternehmen, so auch das Schwesterunternehmen Saturn, hängten einfach einen Zettel an die Tür „Von…bis…wegen Inventur geschlossen“. Da bleiben dann die negativen Kommentare eher aus.

Daniel Braun

Studiengang BWL-Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

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