Einkaufen der Zukunft: Warteschlange adé!

Wer kennt das Problem denn nicht, man möchte nach einem langen Arbeitstag noch schnell ohne großen Stress den Kleineinkauf im Supermarkt erledigen, doch an der Kasse beginnt der Stress dann meistens erst richtig. Lange Schlangen an den Kassen, ältere Damen die ihr Kleingeld zusammenzählen und schreiende Kleinkinder lassen für einige den stressfreien Kurzeinkauf zu einem wahren Horrortrip werden. Doch es kann auch wesentlich einfacher und schneller gehen. Die Lösung liegt in RFID-Transpondern an den Waren und bargeldlosem Bezahlen mittels Geldkarten mit einem NFC-Chip (Near Field Communication).

Was sind diese neue Techniken, die das Einkaufen ohne langes Anstehen oder Geld zusammensuchen, ermöglichen sollen?

Das so genannte RFID (Radio Frequency Identification) ist ein System, welches es ermöglicht Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt zu übertragen und zu speichern. Die Daten werden auf einem Transponder gespeichert und können über eine Leseeinheit per Funk wieder ausgelesen werden. RFID-Systeme werden schon heute in vielen Bereichen eingesetzt ohne dass wir davon Kenntnis nehmen.

Eigene Darstellung

Eigene Darstellung

Die Einsatzgebiete sind nahezu grenzenlos, so werden sie z.B.in der Bekleidungsindustrie als Diebstahlsicherung, in Geld- und Kreditkarten, in Tierhalsbändern zur Identifikation, in Wegfahrsperren bei Autos und sogar schon als Implantate im Menschen als Bezahlfunktion eingesetzt. Hier eine gelungene Umsetzung der Integration von RFID-Transpondern.

Metro Future Store

Im Jahr 2003 eröffnete die Metro Gruppe erstmalig den real,- Future Store, welcher den Grundstein für eine neue Methode des Einkaufens legte. In dem Future Store in der Nähe von Krefeld werden innovative RFID-Anwendungen im Lagerwesen oder den Verkaufsräumen auf ihre Einsetzbarkeit unter realen Bedingungen getestet. Um das Lagermanagement zu erleichtern und verbessern werden sämtliche Waren sowie Kisten und Paletten mit einem RFID-Transponder versehen. Dieser beinhaltet alle wesentlichen Informationen über die Ware, wie Zusammensetzung, Verträglichkeit, Herkunft, Menge oder Preis. Zusätzlich lässt sich durch das passieren von Leseeinheiten im Warenfluss der genaue Weg jeder einzelnen Ware zurückverfolgen.

In dem Future Store soll aber durch den Einsatz von RFID-Anwendungen nicht nur das Lagerwesen optimiert werden, sonder auch der Einkauf für den Kunden komfortabler gestaltet werden. So ist es für den Kunden möglich mit Hilfe der MEA-App (Mobiler Einkaufsassistent) seinen Einkaufzettel  zu Hause zu erstellen und jederzeit mit sich zuführen. Zudem können mittels der App wichtige Informationen zu den Produkten gewonnen werden

Der wohl größte Vorteil für einen Kunden beim Einkaufen in dem real,- Future Store ist am Ende seines Einkaufs. Dadurch, dass jedes Produkt mit einem RFID Transponder versehen ist kann der Kunde nun ohne extra einscannen der Waren an der Kasse bezahlen. Beim durchgehen einer Leseschranke sendet die Leseeinheit kontaktlos ein Signal mit allen relevanten Daten an das System und erkennt somit welche Waren der Kunde kaufen möchte. Anschließend hat der Kunde nun die Möglichkeit  die Waren im Einkaufswagen über die herkömmliche Art an der Kasse zu bezahlen oder an einer der neuen Selbstbedienungskassen des Future Stores.  An diesen Kassen kann unter verschiedenen Bezahlfunktionen entschieden werden. So besteht die Möglichkeit mittels Bargeld oder der üblichen Geldkarte zu bezahlen. Zu den Neuheiten im Future Store zählt z.B. das kontaktlose Bezahlen über einer Geldkarte oder Smartphone mit NFC-Funktion.

„girogo“-Geldkarte

Passend zu den Selbstbedienungskassen in dem Future Store der Metro Gruppe wurde Anfang 2012 ein bundesweites Pilotprogramm gestartet. Die unter dem Namen „girogo“ laufende Bezahlfunktion wird bundesweit in acht großen Handelsketten und bei rund 70 Einzelhändlern eingesetzt. Die „girogo“-Geldkarte ist ein Projekt der Sparkasse, welche anfänglich nur im Großraum um Hannover getestet wurde, bis Ende 2015 sollen jedoch alle 45 Millionen Sparkassennutzer eine mit einem NFC-Chip versehene Geldkarte bekommen. Bei dem Projekt „girogo“ handelt es sich um eine kontaktlose Bezahlfunktion, welche unter anderem auch in der Drogeriekette dm, der Parfümerie Douglas und dem Lebensmittelhändler Edeka getestet wird. Die „girogo“-Karten funktionieren auf Basis von Prepaid Kreditkarten, die zu einem Betrag bis zu 200€ aufgeladen und zum Bezahlen von Beträgen bis 20€ eingesetzt werden können. Zum Bezahlen muss lediglich die Karte an das Lesegerät gehalten werden – ohne Unterschrift und Geheimnummer (PIN), das System bucht dann automatisch den Einkaufswert, der sich im Einkaufswagen befindenden Waren, von dem Guthaben ab.


Betrachten wir nun noch einmal unser anfängliches Problem mit den langen Warteschlangen und Kleingeld zusammensammelnden Kunden an den Kassen der Supermärkte. Mithilfe von RFID-Anwendungen gehören Warteschlangen an Kassen, durch kontaktloses Scannen aller gekauften Waren und anschließendem bargeldlosem Bezahlen durch Geldkarten mit einem NFC-Chip, bald der Vergangenheit an.

 

Christian Schwarzkopf

 Studiengang: BWL-Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s