Graph Search – Jobsuche der Zukunft?

Millionen von Menschen nutzen das Internet, um sich nach einem passenden Jobangebot umzusehen. Die wichtigen Informationen sind dabei nur wenige Klicks entfernt. Doch nicht nur für die Jobsuchenden bietet das World Wide Web eine große Möglichkeit um die eigene Karriere voranzutreiben, auch Unternehmen greifen immer häufiger auf die aktive Personalsuche im Internet zurück. Einen wegweisenden Schritt ist hierbei nun auch Facebook gegangen. Mit der Aktivierung des Social Graph Search ist es seit 07.  August 2013 möglich, durch die persönlich gemachten Angaben und Beiträge auf Facebook, Personen nach bestimmten Kriterien auszufiltern. Bisher ist die Funktion nur auf der Englischen Facebook Version verfügbar, d.h. man muss sein Profil auf Englisch (US) umstellen. Als Recruiting Maßnahme ist dieses Tool ein völlig neues Mittel mögliche Arbeitnehmer aktiv auf Facebook zu suchen und anzuschreiben.

Neben der Angabe von Interessen und Hobbies, spielen auch Informationen über den beruflichen Werdegang, die Schul- und Studienabschlüsse sowie die ehemaligen Arbeitgeber eine große Rolle. Die Verknüpfung mit bestimmten Orten, wie Heimatort, Wohnort, Herkunft etc. ist ebenfalls von großem Interesse. Seit dem 30. September 2013 ist es zudem möglich, nach gemachten Posts zu suchen. Anhand der aufgeführten Angaben können gezielt potenzielle Arbeitnehmer angeschrieben und abgeworben werden.

graph search for job search

Jedem Facebook-Nutzer müsste aufgefallen sein, dass von dem sozialen Netzwerk momentan gezielt versucht wird, persönliche Angaben zu entlocken. Sind beispielsweise noch keine Daten über die Heimatstadt oder den Wohnort eingepflegt, versucht Facebook diese durch Vorschläge, die nur mit einem Klick bestätigt werden müssen, zu erhalten. Direkt auf der eigenen Profilseite wird nach deinem Arbeitsplatz, deinen ehemaligen Arbeitgebern, deinen Lieblingsfilmen, deinen Lieblingsbüchern, deinen Reisezielen etc. gefragt. Natürlich sind die Angaben freiwillig, aber Facebook lebt letztendlich von diesen Daten und versucht diese auch weiterhin auszubauen. Wichtig ist deshalb die Überprüfung der persönlichen Sicherheitseinstellungen, denn es werden nur Inhalte angezeigt, die mit Freunden geteilt wurden oder öffentlich sichtbar sind.

Damit Graph Search optimal funktioniert, ist es für den Suchenden von Nutzen, wenn viele und präzise Angaben gemacht werden, die auch öffentlich sichtbar sind. Will man Facebook also aktiv als Jobbörse verwenden, sollte man seine Seite aktuell halten und seine Daten möglichst genau einpflegen, damit die Unternehmen gezielt das eigene Profil auffinden können.

Die Suche mit Graph Search ist sehr einfach und völlig frei kombinierbar. Ich kann nach Leuten suchen, die in meinem Heimatort leben und meine Interessen teilen. Ich kann nach Orten suchen, die meine Freunde mögen. Ich kann nach Restaurants suchen, bei denen meine Freunde „gefällt mir“ gedrückt haben.

Facebook Restaurants

Für das E-Recruiting bedeutet dies, dass sehr gezielt nach einem potentiellen Arbeitnehmer gesucht werden kann. Sie suchen beispielsweise einen Ingenieur, der in Stuttgart lebt und bei der Robert Bosch GmbH arbeitet? Dafür wird in der Suchfunktion eingegeben: Engineers who live in Stuttgart, Germany and work at Robert Bosch GmbH.

Aber auch andersherum kann die Suche erfolgen. Unternehmen können Facebook nutzen, um neue Arbeitnehmer zu einer Bewerbung zu aktivieren, indem auch Ihr Profil möglichst detailliert angelegt ist und im Graph Search gefunden werden kann. Dafür sollte die Seite stets up to date sein und aktuelle Jobangebote posten. Weiterer Informationen, wie Unternehmen sich auf Facebook präsentieren sollten erhalten Sie hier.

Vor- und Nachteile für Unternehmen?

Es können negative Kommentare über den Betrieb leichter von möglichen neuen Arbeitsnehmern gefunden werden, was sie gegebenenfalls von einer Bewerbung abschreckt. Die Unternehmen haben so aber aktiv die Chance zu sehen, wer sich wie über das Unternehmen äußert und können gegebenenfalls Schritte zum Entgegenwirken einführen. Ein Mittel hierfür ist die Aufstellung von Social-Media-Guidlines, wie es auch Tognum eingeführt hat.

Potenzielle Arbeitnehmer können sich umfangreich über das Unternehmen informieren und ein realitätsnahes Bild bekommen. Mitarbeiter, die sich mit dem Arbeitsgeber identifizieren und diesen repräsentieren, sind eine sehr gute Werbung.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, müssen sich Unternehmen mit dem E-Recruiting beschäftigen, und dabei bietet die neue Suchfunktion ein großes Potential, weil sehr viele Menschen erreicht werden.

Graph Search bietet Arbeitnehmern sowie Arbeitgebern eine neue Möglichkeit sich am Arbeitsmarkt zu präsentieren. Besonders Unternehmen sollten darauf achten, wie sie sich auf Facebook darstellen, da potentielle Arbeitnehmer Informationen vermehrt über Facebook beziehen. Aber auch Arbeitnehmer sollten Ihre Daten überprüfen und eventuell anpassen.

Sophia Steinle         

Studiengang: BWL-Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

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