Überraschend aber verdient!

Welchen deutschen VIP würde man, gemessen nach den Followern bei Twitter, auf dem zweiten Platz vermuten? Schauspieler wie Till Schweiger oder Matthias Schweighöfer, Moderatoren wie Oliver Pocher oder Dieter Bohlen, Musiker wie Nena oder Xavier Naidoo oder Sportler wie Phillip Lahm oder Mario Götze? Hinter dem Spitzenreiter Mesut Özil mit 2,68 Mio. Followern und Heidi Klum mit 1,72 Mio. Followern findet sich überraschend der DJ, Musikproduzent und Hörfunkmoderator Paul van Dyk mit 1 Mio. Followern.
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Wie kommt es zu dieser Platzierung?
Paul van Dyk hat im Vergleich zu anderen deutschen Promis eine relativ geringe Basis der medialen Öffentlichkeit in Rundfunk, Hörfunk und der Presse. Er gehört jedoch zu den erfolgreichsten DJs der elektronischen Tanzmusik und legt international in den besten Clubs und auf den angesagtesten Festivals auf. Allein im August ist van Dyk in den USA, in Großbritannien, in Spanien und auf Malta unterwegs, sodass er Deutschlands zweitgrößtes Luftmeilenkonto der Lufthansa besitzt.
Der in Eisenhüttenstadt alias Matthias Paul geborene Musiker erlangte den internationalen Durchbruch 1998 mit der Single „For an Angel“ und wurde u.a. 2006 bei den London Music Awards mit dem „Best International DJ Award“ und vom britischen DJ Magazine als weltbester Produzent ausgezeichnet.
In seinem Twitter-Account ist van Dyk sehr aktiv. Er kommt durchschnittlich auf vier Posts pro Tag und informiert seine Follower hauptsächlich über Neuerscheinungen seiner Tracks und Tourdates. Zudem hält er den Kontakt und die Bindung zu seinen Fans mit Hilfe von Chats auf Twitter oder Facebook aufrecht und stellt regelmäßig Fragen an seine Follower, wie „Hello Twitterworld 🙂 How´s everbody?“ oder „What for dinner?“, die sie zur Interaktion anregen. Ein weiterer kluger Schachzug bildet seine mehrsprachige Kommunikation. Hauptsächlich twittert Paul van Dyk auf Englisch. Passend zu seinen Auftritten in den verschiedenen Ländern kommuniziert er zudem in der jeweiligen Landessprache. Eine sehr gute Strategie, die Paul van Dyk, nicht nur bei seinen Fans, als sehr sympatisch erscheinen lässt.

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Inwieweit er persönlich an seine Follower twittert, lässt sich nicht sicher sagen. Man kann es aber durch seinen persönlichen Stil vermuten. Das dieser seine zahlreichen Twitter-Fans so erfolgreich erreicht, liegt sicher nicht zuletzt an der Unterstützung einer Berliner Agentur, die insbesondere auf aktivierende Kommunikation setzt: „Spots, Tweets, Blogs und Print: aktivierende Kommunikation macht in der Masse der Werbung den Unterschied. Durch individuelle Einbindung der Menschen in Kampagnen hebt sie eine Botschaft aus der Menge heraus.“ (Gregor C. Blach, Geschäftsführer „we do“).

So oder so, Paul van Dyk verfolgt eine Strategie, die ihn zum Platzhirschen unter den deutschen Musikern bei Twitter macht. Ein sehr gutes Beispiel intelligenter Kommunikation im Zeitalter des Web 2.0!

Heike Masarczyk,

Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

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