Die Bundesliga: Im Netz weit abgeschlagen

Noch vier Mal schlafen, dann ist es wieder soweit: Am Freitag, dem 9. August, startet die deutsche Fußball-Bundesliga mit dem Klassiker Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach in die neue Saison. Bei diesem wie auch bei den anderen 16 Heimspielen des Rekordmeisters aus München steht schon lange fest, dass die Allianz Arena mit 71.000 Zuschauern ausverkauft sein wird. In der vergangenen Saison lockte die Liga im Schnitt 41.372 Fans in die Spielstätten der 18 Vereine – ein Wert, von dem andere Topligen wie die italienische Serie A oder Spaniens La Liga nur träumen können. Doch in einer anderen Statistik hat Deutschland noch deutlichen Nachholbedarf: In der Facebook-Follower-Liste des europäischen Fußballs liegt sie hinter Spielklassen mit deutlich geringerer Attraktivität wie die türkische SüperLiga – auch in der Twitter-Einzelbetrachtung schneidet Deutschlands Elite-Liga nicht gut ab!
So kam die Bundesliga mit ihren 18 Teams nach Ablauf der vergangenen Saison zum Monatsbeginn Juni gerade einmal auf 12.244.828 Follower und belegte damit Rang 5 im europäischen Ranking – eine enttäuschende Platzierung. Vor allem die beiden Social-Media-Spitzenreiter aus England und Spanien lagen nach Saisonende mit 85.779.636 bzw. 82.004.521 Gefällt-Mir in einer ganz anderen Dimension und scheinen nahezu uneinholbar. Selbst die Serie A (25.137.637) und die SüperLig (20.412.007) platzierten sich noch deutlich vor den Teams der Bundesrepublik.

Fans  von Rekordmeister Bayern München. Quelle: Werner100359

Fans von Rekordmeister Bayern München. Quelle: wikimedia commons. Autor: Werner100359

Immerhin: Dank des Einzugs von Bayern München und Borussia Dortmund ins Finale der Champions League macht in der Steigerungsrate der Bundesliga keiner etwas vor. Während des kompletten Monats Mai, als aufgrund des deutschen Endspiels die Bundesliga medial europaweit eine hohe Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, konnten die Vereine der Bundesliga ihre Follower-Zahl um 8,52 Prozent steigern! Ein sehr positiver Wert gegenüber beispielsweise La Liga (1,19 Prozent) oder die SüperLig (0,76 Prozent).
Das einzige Erfreuliche aus deutscher Social-Media-Sicht: Bereits auf Platz 8 stand mit der 2. Bundesliga (1.216.533) die zweithöchste deutsche Spielklasse, die wiederrum andere erste Ligen hinter sich ließ, wie zum Beispiel die Eredivise aus den Niederlanden (1.171.738) auf Platz zehn oder die russische Premier League (1.167.469) auf dem elften Rang. Selbst Deutschlands dritte (!) Liga fand sich mit 268.630 immer noch auf 23. Stelle in dem Ranking noch vor der höchsten Spielklasse Tschechiens.
Auch in der Einzelwertung schneiden die deutschen Top-Teams nicht wirklich besser ab. Champions-League-Sieger Bayern München kam nach Saisonende bei Twitter auf 398.525 Follower und belegte als beliebtester deutscher Verein nur einen 17. Platz. Borussia Dortmund kam mit 357.969 Follower auf Rang 19. Alle anderen deutschen Teams schafften es nicht einmal unter die Top 30 in Europas Twitter-Charts.
Woran könnte dies aber liegen? An sportlicher Erfolgslosigkeit sicherlich kaum. Immerhin stand Bayern München in den letzten vier Jahren drei Mal im Finale der Champions League. Schaut man sich die Anzahl der Tweets an, die der eine oder andere Verein, der sich vor den deutschen Teams platziert hat, fällt aber schnell ein erheblicher Unterschied auf. Manchester City (Platz 9) twitterte bereits über 35.000 Tweets an seine Fans, Galatasaray Istanbul (Platz 3) kam auf auf über 25.000 Tweets. Der FC Bayern (unter 7.000) und Borussia Dortmund (unter 8.000) kamen nicht ansatzweise an diese Werte heran.

Florian Greß

Kommunikationswissenschaft, Uni Bamberg

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