Social Networks: Chancen für Non-Profit-Organisationen

In meinem ersten Beitrag Social Networks: Just do it! bin ich auf die Möglichkeiten eingegangen, die die sozialen Netzwerke Privatpersonen bieten. Im zweiten Teil geht es um gemeinnützige Organisationen wie Krankenhäuser, WWF, Amnesty International oder UNICEF (nur um ein paar sehr bekannte aufzuzählen). Organisationen, die versuchen, etwas zu bewegen und die Welt ein bisschen besser zu machen.

Soziale Netzwerke erlangen immer mehr Bedeutung in unserem Alltag. Große Firmen, deren Hauptziel ihr Kapital ist, setzen schon seit längerem auf das Web 2.0: Kunden werben, informieren, neue Produkte vorstellen und verkaufen, Imagepflege, und vieles mehr.

Doch auch Non-Profit-Organisationen, deren Ziel die Gemeinnützigkeit ist, egal ob sozial oder kulturell, bietet die „neue Welt“ der Onlinekommunikation einige Möglichkeiten.
Bevor sich eine Organisation für Social Media entscheidet, muss sie sich jedoch klar machen, wen und was sie erreichen möchten. Nicht jedem Verein ist die Umsetzung eines guten Online-Auftritts möglich (denn auch dieser benötigt Zeit, Geld und Personal).
Ist aber erst einmal Grundwissen und Kompetenz in Bezug auf den Social Media-Auftritt aufgebaut, eröffnen sich den Organisationen große Chancen.
Die Kommunikation wird nicht einfacher als in der realen Welt, jedoch kostengünstiger. Beispielsweise weniger Kosten für Papier, Briefmarken und Transport.
Facebook, Twitter und Co. schaffen es in kürzester Zeit, die Botschaften einer Organisation viral im Netz zu verbreiten. So steht ein guter Post, ein Video oder ein Bild nicht mehr nur auf der eigenen Seite, sondern kann ohne Probleme weiterverbreitet werden und steigert die Aufmerksamkeit.

Stellen Sie sich vor, Sie drucken ein großes Plakat mit einen Aufruf zur Blutspende und es verdoppelt sich von ganz alleine. Immer und immer wieder. In Minuten. Und plötzlich hängt ihr Plakat hunderte Male in der ganzen Stadt.

Die sozialen Netzwerke entwickeln eine neue Art und Weise der Partizipation, durch die Spender und freiwillige Helfer schneller und unkomplizierter in Projekte eingebunden werden können. Eine der größten Aktionen war sicherlich das Video zu Kony 2012 –  heute hat es fast 100 Millionen Aufrufe auf Youtube.
Spender sind nicht mehr nur Spender, sondern können sich im Web 2.0 aktiv mit ihren Ideen einbringen. Die Netzgemeinde kann in konstruktiven Diskussionen Ideen voranbringen oder (weiter-)entwickeln. (Aber: nicht jede Idee ist für die online Welt geeignet)

Zusätzlich haben Follower und Fans die Möglichkeit sich über Aktionen und die Arbeit der Organisationen zu informieren. Alles ist jederzeit für jeden abrufbar.
Es müssen sich nicht mehr alle Menschen an einem Ort befinden, um die Planung eines Projekts voranzubringen: Facebook, Skype und Twitter überwinden Distanzen und erleichtern großflächige Planungen.
Wer keinen Online-Auftritt für die komplette Öffentlichkeit möchte, kann beispielsweise auch nur die eigenen Mitarbeiter über aktuelle Berichte und Aktionen informieren und versuchen, die eigene Botschaft zu vermitteln.

Social Media bietet sowohl im sozialen als auch im kulturellen Non-Profit-Bereich ein hohes Potential, um mit einer virtuellen Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Ich hoffe, dass es im Laufe der nächsten Jahre noch mehr gemeinnützige Organisationen geben wird, die dieses Potential erkennen und nutzen werden, um ihre Botschaften, ihre Informationen und ihre Arbeit mit der Welt zu teilen.

Ann-Cathrin Harth

Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s