Social Web tut jedem Unternehmen gut!

Es ist noch nicht allzu lange her, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das Internet als Neuland bezeichnete, doch hatte sie damit so unrecht? Deutschland belegt bei Mitgliedern in Facebook international gerade mal Platz 9. Bei Google+ Platz 10 und bei Twitter sogar nur Platz 20. In allen drei sozialen Netzwerken liegen Frankreich, England und Italien vor Deutschland. Nein, so schlimm ist es auch wieder nicht: Zwar liegen wir nicht an der Spitze, aber auch in Deutschland wird Social Web immer populärer. Vor allem immer mehr ältere Menschen treten Online-Netzwerken bei. Social Media verankert sich immer mehr im Alltag – Es gehört in vielen Bereichen unseres Lebens einfach dazu. Immer mehr Unternehmen gründen deshalb Social Media Abteilungen oder bauen bereits vorhandene aus und werden professioneller. Leider gilt das hauptsächlich für große Unternehmen, bei kleineren oft nur regional bekannten Unternehmen ist der Social Media-Auftritt häufig ein Graus:

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Unbeantwortete Kommentare auf der Facebook-Seite eines Schwimmbads

Zwar haben die meisten Unternehmen mittlerweile eine eigene Facebook-Seite, das war meistens aber auch schon alles. Nicht selten liegen diese Seiten einfach brach: Wenige „gefällt mir“- Angaben, keine Interaktion und wenige Informationen. Man hat das Gefühl als hätte sich seit Wochen keiner mehr um die Seite gekümmert. Wenn etwas gepostet wird, dann wird es danach oft nicht mehr beachtet. Falls es Fragen dazu gibt, werden sie nicht beantwortet, Kritik wird gelöscht, ignoriert oder man versucht den Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen. Wenn vom Unternehmen nichts kommt, ist es auch kaum verwunderlich, dass die Kunden es oft nicht beachten, wenn dann doch einmal etwas gepostet wird.

Dabei sollte jeder wissen, wie es richtig geht. Die Grundlagen für die Umgangsweise mit Kunden im Social Web sind die gleichen wie sonst. Ein Restaurant zum Beispiel wird keine Kunden im eigenen Biergarten ignorieren, warum es das dann in Facebook tun? Das Social Web bietet so viele Möglichkeiten, sich eine eigene „Fangemeinde“ aufzubauen. Nur selten stolpere ich in Facebook auf die Seite eines Unternehmens, die mir richtig gut gefällt. Aber geben tut es sie.

Das auch kleine Unternehmen gute, ja sogar einzigartige Online-Auftritte erstellen können zeigt das Beispiel eines BerlineMustafasr Dönerstands. Hier befindet man sich vor einem interaktiven Dönerstand und kann allerhand lustige Dinge „entdecken“, das ganze ist mit viel Humur und Liebe ausgestaltet. Wenn man alles erkundet hat, kann man sich direkt auf der Website auch ins Gästebuch eintragen oder auf die Facebook-Seite gehen. Auch gibt es Links zu lustigen Werbevideos in Youtube. Der Erfolg liegt auf der Hand: Die Gästebucheinträge sind durchwegs positiv und auf Facebook hat die Seite fast 17.000 Fans. Für einen Dönerstand wohl eine absolute Glanzleistung.

Natürlich braucht man so etwas nicht von jedem kleinen Unternehmen erwarten, da reicht eine Facebook-Seite wohl auch, vorausgesetzt, man kümmert sich darum. Und obwohl viele Facebook-Seiten vernachlässigt werden, gibt es dennoch genug Seiten, durch die man sich gerne klickt.

Ich denke, bei kleinen lokalen Unternehmen ist es wahrscheinlich kein Desaster, wenn der Social Media-Auftritt nicht gut ist, ein gutes Bild wirft es aber trotzdem nicht ab. Viele schauen sich bevor sie in ein Restaurant oder Hotel gehen davor die Facebookseite an oder teilen den Besuch in Facebook oder Twitter. Deshalb ist es auch für kleine Unternehmen sinnvoll, sich um den Social Media-Auftritt zu kümmern – schließlich ist es ja in der Regel nicht viel Aufwand ab und zu ins Internet zu schauen.

Robert Singer, Kommunikationswissenschaft Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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