#Ballsauber? Ein #Aufschrei!

Habt ihr ihn schon gesehen den Werbespot „Ball sauber“ vom ZDF über den sich alle aufregen? Nein? Etwa weil ihr nur Privatfernsehen guckt? Oder weil ihr gar kein Frauenfußball mögt?
Mit ähnlicher Besorgnis hatten wohl die Produzenten des Spots auch zu kämpfen. Denn anders ist es doch wirklich nicht zu erklären das sie mit diesem Spot auf dem niedersten Niveau ansetzen, um Aufmerksamkeit für den Frauenfußball oder ihrem eigenen Programmangebot zu erzwingen.

Ist das schon Sexismus?

Wenn man sich mit solchen Themen auseinandersetzt, kommen Sprüche wie: „Die meinen das doch nicht so!“, „Das ist doch nur Spaß!“ oder „Man, du willst einem aber auch alles kaputt machen.“.
Aber so ist es eben nicht. „Die“ wer dann auch immer „Die“ sind, machen das aber so. Die Botschaft ist klar, das natürliche Umfeld einer Frau scheint die Waschmaschine zu sein.

Seit dem Grimme-Online-Preis gekrönten Hashtag #aufschrei, ist „die Sexismus Debatte wieder eine gesellschaftliche Debatte geworden“, so die Jury.
Dieser Disput, der sich mit der Reduzierung eines biologischen Geschlechts auf ein sozial konstruiertes Geschlecht beschäftigt ist doch nichts neues. Scheinbar wird sie nicht geführt weil es den meisten Menschen unangenehm ist aus ihren eingebläuten Rollenbildern heraus zu springen. Es fällt den meisten schwer, weil sie sich mit sich selbst beschäftigen müssten.
Besonders traurig ist es aber, wenn eine staatlich finanzierte Fernsehanstalt ihren Grundversorgungs- und Bildungsauftrag dafür nutzt um diese Rollenbilder weiter in die Gesellschaft zu tragen.

Es geht auch anders

Erinnert ihr euch noch an die EM2012 in den Gastgeberländern Polen und Ukraine, ja da werden schlimme Emotionen bei viele wach, neben der Schmach der Niederlage gegen Italien und dann auch noch dieser Balotelli, der mit einer imposanten Pose sein Tor feierte. Aber könnt ihr euch auch noch an die Programmwerbung erinnern? Eine Gruppe Menschen, tanzt und feiert während auf einem Fußballplatz einige Personen akrobatisch kicken. Dazu Musik die einem fast zum tanzen zwingt. Die Botschaften: Freunde, Spaß, Miteinander und Fußball.

Doch vergleicht man ihn mit dem Werbespot für die Frauenfußball EM? sie ist so schlecht, da kriegt man eher Lust einen Beschwerdebrief an den Fernsehrat zu schreiben. Vielleicht haben das auch schon einige Menschen gemacht, denn das ZDF hat auf die Kritik „reagiert“ und den Spot bearbeitet. Jetzt sieht man nach der kickenden Frau einen Mann der bügelt. Was soll das sein?
Ausgleichende Gerechtigkeit?

Hier dann mal der Vergleich aus England. Die „Hope’s Lions“ zeigen ihre Technik. Ein beeindruckender Werbespot der sich auf den Fußball, den Sport, konzentriert nicht auf das Geschlecht.

Sind wir wirklich so dumm?

Natürlich werben auch viele andere Unternehmen mit Sexismus. Da frage und wundere ich mich immer wieder, was wollen die fleißigen Werbeproduzenten uns damit sagen? Das Astronaut, der „männlichste“ aller Berufe ist? Das wir literweise Cola saufen müssen um den stressigen Büroalltag zu überleben? (Nebenbei Frauenbild: Die Frau als Marionette! Hallo?!)
Oder denkt man bei solch einem Spots von „redcoon.de“ überhaupt noch?

Maximilian Lägers

Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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