Please pay attention

paying attention

Paying attention“ diese zwei Worte sagen in der heutigen Informationsgesellschaft mehr aus, als auf den ersten Blick zu erahnen ist. Das gute alte Geld ist die Währung von gestern, heute zahlt man mit Aufmerksamkeit. Denn nach dem Schritt vom Tauschhandel zum monetären Handel sieht sich die Menschheit 2.0 mit einer weiteren Art des Handelns konfrontiert. Bei diesem Handeln ist die Information das Angebot und die Bezahlung erfolgt in Form von Aufmerksamkeit. Kurz gesagt die „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ bei welcher nach Georg Franck eine „Entmaterialisierung der wirtschaftlichen Wertschöpfung“ stattfindet.

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Das Besondere dabei ist, dass Informationen im Web 2.0 technologisch gesehen keine Grenzen kennen, weder räumlich noch zeitlich gesehen.  Der Mensch kann im Gegensatz dazu, weder mehreren Sachen gleichzeitig Beachtung schenken, noch kann er es unbegrenzt lange.  Zudem kommt das Phänomen der selektiven Wahrnehmung hinzu. Oftmals entscheidet der Rezipient binnen Millisekunden ob etwas einer genaueren Betrachtung Wert ist oder nicht. Dieser Prozess findet manchmal bewusst statt beispielsweise beim Querlesen von Informationen oder auch unbewusst, in dem man auf gewisse Stimuli reagiert oder andere nicht beachtet weil man abgelenkt ist.

Somit sind die Bedingungen für Angebot und Nachfrage neu festgelegt. Wer in diesem konkurrenzstarken Markt überleben will, dem sei geraten, sich mit den Bedingungen und Spielregeln vertraut zu machen. Denn im Kampf um die Aufmerksamkeit ist man nicht nur mit der Konkurrenz aus den eigenen Reihen konfrontiert, sondern auch mit Unternehmen aus anderen Unternehmensbranchen und ebenso auch Privatpersonen, welche ebenfalls etwas von dem Kuchen Aufmerksamkeit abhaben wollen. In Zahlen ausgedrückt kann man von mehr als einer Billionen Websites

ausgehen, die um die beschränkte Aufmerksamkeit buhlen. Essentiell für das Bestehen am Markt ist, dass man den Verbrauchern einen Mehrwert anbietet. Dieser Mehrwert schlägt sich nicht nur im Produkt oder der Dienstleistung wieder,  sondern auch in der Art wie man sein Angebot oder auch des Unternehmen selbst kommuniziert und der virtuellen Masse anpreist.

Einige Spielregeln die man einhalten sollte um online mithalten zu können:

  1. Der Mehrwert muss auf den ersten Blick erkennbar sein
  2. Es ist ratsam, die Aufmerksamkeit der Konsumenten,  nicht mit unnötig aufwendigen Formulierungen zu überstrapazieren
  3. Ein gut durchdachtes Corporate Design weckt Vertrauen und wirkt seriös
  4. Aussagekräftige und knapp gehaltene Sätze sind unerlässlich
  5. Man sollte sich unbedingt um Aktualität bemühen

Diese Regeln gelten für alle PR-relevanten Bereiche des Unternehmens, wie beispielsweise der eigenen Website, dem Social Media Auftritt oder unter anderem auch Pressemeldungen. Denn die dadurch gewonnene Aufmerksamkeit ist auch der Schlüssel zum monetären Erfolg.

Am Beispiel der „like Machine“ des Softdrinkherstellers Pepsi lässt sich gut erahnen wie wichtig und wertvoll die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden ist. Das Unternehmen entwickelte einen Getränkeautomaten, welcher eine Dose Cola auswarf, wenn der Konsument nachweislich den „gefällt mir“-Botton für den Facebookauftritt des Unternehmens drückte. Diese öffentlich zur schaugestellte Aufmerksamkeit weckte wiederum die Aufmerksamkeit anderer potenzieller Kunden. Zwar gingen die Getränke im Gegenzug für einen schnell gesetzten Thumb-up auf die Rechnung der Getränkehersteller, jedoch wird sich diese Rechnung sicherlich ausgezahlt haben.

In diesem Sinne:

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Anna-Lena Mlynar, Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich Universität Bamberg

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