1969 bis 2013: Vom „Kühlschrank“ zum Smartphone

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Quelle: Wikimedia Commons; Autor: Jitze Couperus; Lizenz: CC-Lizenz

Als Leonard Kleinrock, ein Professor der University of California im Jahr 1969 ein Paket mit den Maßen eines Kühlschranks geliefert bekam, war ihm bereits klar, dass er Teil eines Projekts werden würde, das die Welt verändern sollte. Das Paket enthielt mitnichten ein Haushaltsgerät, sondern ein IMP (kurz für: interface message processor) – ein Gerät, das die Verbindung zweier Computer ermöglichen sollte.

Es ist streitbar, wann genau die Entwicklung des Internets ihren Anfang nahm. Doch der 29.Oktober 1969 war ohne Zweifel ein wichtiges Datum in dieser Entwicklung. Der Computer, der an diesem Tag von Kleinrock in Los Angeles an das IMP angeschlossen wurde, kommunizierte mit einem anderen Computer in Stanford via eines zweiten IMPs und so war das simple Wort „Login“ das erste, was über die Entfernung von mehreren hundert Kilometern zwischen Stanford und Los Angeles ausgetauscht wurde. Um genau zu sein, waren es nur die Buchstaben L und O, denn das war der Punkt, an dem die Verbindung abriss. Dennoch war der erste Schritt getan und fortan war es Forschern möglich, auch aus der Ferne auf Computer zuzugreifen, die zu diesem Zeitpunkt noch sehr teuer und unhandlich waren, und ihre Ressourcen mit anderen zu teilen. Die Entwicklung des Internets ging zunächst in vergleichsweise kleinen Schritten voran.

Die letztendliche Einführung des World Wide Web fällt der Schweizer Forschungseinrichtung CERN zu, die 1989 ein System errichtete, um wissenschaftliche Artikel miteinander zu verknüpfen – die erste Internetseite ging online. 1993 wurde diese Technologie jedem frei zugänglich. Von diesem Zeitpunkt an nahm die Entwicklung des Internets rapide an Fahrt auf und begann, endgültig die Welt zu erobern.

Im Jahr 1995 waren bereits 16 Millionen Menschen online, konnten sich per E-Mail in Verbindung setzen und sogar schon bei Amazon online shoppen. 1998 erschien Google auf der Bildfläche und das Internet war für die meisten Nutzer nicht mehr Neuland, sondern ein allgegenwärtiges Alltagsinstrument.  Im Jahre 2001 hatte sich die Zahl der Internetnutzer im Vergleich zu 1995 mehr als verdreißigfacht. Heutzutage sind über 2 Milliarden Menschen Teil des World Wide Web.

Die wahnsinnige Geschwindigkeit, mit der sich das Web entwickelt hat und damit auch die Wege der Kommunikation revolutioniert hat, lässt sich auch an der Anzahl der Websites festmachen: Am 1.Januar 1994 gab es gerade mal 623 Websites – im gesamten Internet. Heute, knapp 20 Jahre später, gibt es allein mehr als 15 Millionen Domains mit der Endung .de, also deutsche Internetseiten.

Die Grenzen des Internets scheinen nicht abzusehen. Facebook, Twitter & Co helfen inzwischen dabei, sich mit der ganzen Welt zu verknüpfen, Trends zu setzen und sogar politischen Widerstand zu koordinieren. Alles kann mit jedem geteilt werden. Jede Stimme wird gehört. Eine zentrale Rolle dabei spielt auch die  Nutzung des Internets durch Smartphones. Die mobile Nutzung des Webs, die 1969 noch absurd erschien, ist heute allgegenwärtig und weiter auf dem Vormarsch.

In den letzten 44 Jahren hat das Internet eine enorme Entwicklung durchgemacht und die Welt verändert. Das, was sich damals Visionäre in ihren kühnsten Träumen ausgemalt haben, ist heute Wirklichkeit und selbstverständlich. Ich bin gespannt, was in den kommenden 44 Jahren auf uns zukommt. Vielleicht werden wir irgendwann auf 2013 zurückschauen und darüber lächeln, wie primitiv der Stand der Technologie damals war.

David Genz

Kommunikationswissenschaft Uni Bamberg

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