Eigentum im Social-Web?

Mit seinem Satz „Euer Internet ist nur geborgt“ klärte uns Sascha Lobo bereits letztes Jahr darüber auf, dass man nur auf einer eigenen Website Herr seiner Inhalte seien kann.

Diese Aussage stützt er darauf, dass wir als Nutzer keinerlei Einfluss darauf ausüben können was mit unseren Inhalten passiert, sobald sie auf einer der Zahlreichen Plattformen veröffentlicht sind. So kann es vorkommen, dass man online geht und plötzlich einige Inhalte oder das gesamte Profil gelöscht wurde.

Es können aber auch ganze Netzwerke vom Erdboden verschwinden. Dieses Jahr konnten die bisherigen Nutzer der Blog-Plattform Posterous mit diesem Phänomen Bekanntschaft machen. Nachdem Posterous von Twitter letztes Jahr aufgekauft wurde, folgte bereits ein Jahr später die Schließung des Bloganbieters. Immerhin hatten die User noch bis zum 30. April 2013 die Möglichkeit ein Backup ihrer Seite zu erstellen. Nach Bekanntgabe des „Shutdowns“ wurde fleißig unter dem Hashtag #posterous getwittert, um andere Nutzer daran zu erinnern ihre Inhalte zu sichern.

Posterous

Inzwischen kommt es immer öfter vor, dass Onlineriesen wie Facebook, Twitter, Google, und Yahoo die „kleineren Fische“ aufkaufen um diese anschließend zu integrieren oder gegebenenfalls einzustampfen. Fest steht, dass in den meisten Fällen die Nutzer darunter leiden, da sie nicht bestimmen können was anschließend mit ihren Inhalten passiert. Selbst wenn die Firma nur integriert wurde, kann es passieren, dass man plötzlich die Rechte an seinen vermeidlich persönlichen Daten verliert. Man könnte das ganze als Digitalen Darwinismus betrachten, bei dem nur der überlebt, der sich möglichst viele Wettbewerber einverleibt, ohne selbst dabei gefressen zu werden.

Doch ist mein Content sicher sobald ich meine eigene Website eröffne? In diesem Punkt kann ich  Sascha Lobo nur bedingt zustimmen. Fest steht, dass im Gegenteil zur Facebookpage die Möglichkeit besteht eine individuelle Seite zu erstellen, bei der man weitestgehend bestimmen kann was mit den eigenen Inhalten passiert. Diese Seite befindet sich jedoch in den meisten Fällen auf einem fremden Server, wodurch man auch hier nicht garantieren kann, wie lang die Website mit ihren Inhalten letztendlich verfügbar seien wird. Wirklich unabhängig könnte ich nur arbeiten, wenn ich mir gleich meinen eigenen Server zulege.  Doch wer macht das schon?

Björn Detto

Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich Universität Bamberg

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