Facebook weiß alles – sogar wer deine „wahren“ Freunde sind

Bestimmt Facebook welche Freunde wichtig sind und welche nicht? Kann man überhaupt noch sagen, man hätte die Kontrolle über seinen eigenen Account? Die Tatsache, dass Facebook die Informationen von Freunden filtert, ist schon seit längerem bekannt. Aber ein ganz normaler Nutzer wird wohl kaum wissen in wie weit eigentlich wirklich gefiltert wird.

EdgeRank nennt sich die „berühmte“ Formel die Facebook seit 2006 benutzt. Dabei werden die Freunde die man in der Liste hat, je nach Interaktionsstufen und Komponenten innerhalb der Formel aussortiert. Diese sind Affinity, Weight und Time Decay und sie stehen in einem unbekannten Verhältnis zueinander. Es wird also nach der Affinität des Benutzers, der Bedeutung und der Aktualität des Beitrags unterschieden. Oder ganz leicht gesagt, je mehr man mit einem anderen Nutzer interagiert, also Beiträge mit einem Like bewertet oder kommentiert, desto wahrscheinlicher ist es, dass seine Meldungen öfter angezeigt werden.

Außerdem gibt es noch zusätzlich zwei Arten der Unterscheidung. Die erste ist die persönliche Interaktion. Hierbei wird die eigene Aktivität bezüglich eines bestimmten Posts in Betracht gezogen. Zudem werden die Interessen gespeichert und wenn man bei einem Thema besonders aktiv am „Gefällt mir“ drücken oder kommentieren war, erscheinen im Newsfeed ähnliche Beiträge.

Genau derselbe Vorgang existiert dann logischerweise auch im Chat. Freunde mit denen man öfter in Kontakt steht und kommuniziert, erscheinen in der Chatleiste bei den „Favoriten“ und alle anderen Freunde die Online sind, werden weiter unten in der Liste angezeigt.

Die zweite Art der Unterscheidung ist die Reaktion des Netzwerks. Je mehr gemeinsame Freunde an einem bestimmten Post Interesse zeigen, also liken, kommentieren oder teilen, wird dieser im eigenen Newsfeed angezeigt. So wie es eine positive Reaktion gibt, gibt es natürlich auch negative. Der Unterschied ist, wenn die „Freunde“ auf einen Post negativ reagieren, wird die Wahrscheinlichkeit, dass er für einen zu sehen ist immer geringer.

Eine weitere Möglichkeit die vor allem aus Marketing- und Werbezwecken genutzt werden kann, sind die bezahlten Beiträge. Diese erscheinen dann ganz sicher im Newsfeed.

Nun bleibt dennoch die Frage, ob das auch wirklich gut ist, dass „wichtige“ von „unwichtigen“ Freunden aussortiert werden. Die EdgeRank Formel ist grundsätzlich dafür da, dass man unter der variierenden Zahl der Freunde trotzdem noch den Überblick behalten kann, denn ansonsten wäre man mit der überwältigenden Strömung an Informationen zu sehr überfordert. Und wenn man mal ehrlich ist, solange man mit bestimmten Facebook Freunden nicht interagiert, kann es ja auch nicht so wichtig sein ob man ihre Beiträge sieht oder nicht.

Emine Deveci

Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich Universität Bamberg

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