Nebenjob 2.0 – Blogger

Bei fast jedem Studierenden spielt sich die Hälfte des Alltages im Netz ab, also warum nicht gleich einen Nebenjob als „Blogger“ starten?

Was noch vor einigen Jahren belächelt wurde, ist heutzutage einer der Lieblingsbeschäftigungen  von tausenden Menschen – um mit dem eigenen Blog Geld zu verdienen gehört jedoch eine Menge Arbeit und mit Sicherheit auch das nötige Talent dazu. Wer etwas zu erzählen hat kann leicht einen eigenen Blog erstellen, das Thema ist dabei nicht wichtig Hauptsache man findet es selbst spannend und interessant genug, um es regelmäßig mit Neuigkeiten zu „füttern“. Rankseller, ein Online-Marktplatz für Blogger und Werbetreibende nahm die deutschen Blogger unter die Lupe und führte eine Studie durch, in der 2.344 Blogger teilnahmen und einiges Wissenswertes preisgaben – auch für künftige Blogger.

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Was macht einen Blog erfolgreich? 

Das Ziel jedes Bloggers ist es so viele Leser wie möglich zu erreichen. Denn je höher die Leserzahl eines Blogs, desto höher ist die Chance Unternehmen als potenzielle Werbekunden auf sich Aufmerksam zu machen. Auf viele Anfragen seiner Leser stellte der erfahrene Blogger Johnny Haeusler„10 Regeln für erfolgreiches bloggen“ auf, welche jedem Einsteiger eine nützliche Hilfe sein können.

  • Regel Nummer1: I had a blog before you had a blog 

  • Regel Nummer2: Die Blogroll zuerst!

  • Regel Nummer3: Kommentieren ist wichtiger als eigene Artikel

  • Regel Nummer4: Sei mysteriös und gemein

  • Regel Nummer5: Stelle technische Fragen

  • Regel Nummer6: Fotos

  • Regel NUmmer7: Services

  • Regel Nummer8: Verlinke! 

  • Regel Nummer9: Stöckchen

  •              Regel Nummer10: Misch dich ein 

Ehrlichkeit gewinnt!

Während meiner Recherchearbeit für diesen Eintrag habe ich mit vielen Freunden über den Einbau von Werbung im eigenen Blog diskutiert. Viele haben sich kritisch darüber geäußert. Denn sobald man weiß, dass das vorgestellte Produkt (z.B. in einem Beautyblog) gesponsert wurde sinkt die Glaubhaftigkeit. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig die „Werbegeschenke“ stets ehrlich zu bewerben und wenn nötig auch mal Kritik zu äußern.

Der Einbau von Werbung in den eigenen Blog ist zwar eine wichtige Einnahmequelle aber nur die Blogger, die die ungeschminkte Wahrheit veröffentlichen sichern sich weiterhin das Vertrauen Ihrer Leser.

Cindy Liebelt 

Kommunikationswissenschaft – Uni Bamberg

B2B-Kommunikation im Social Web

b2bDie Bedeutung von Social Media wurde nicht nur von Business-to-Customer Unternehmen (B2C) entdeckt, sondern seit einigen Jahren auch im B2B-Bereich. Denn letztendlich handelt es sich ebenso um Kommunikation, so dass auch in diesem Bereich Social Media Kampagnen gewinnbringend und effizient eingesetzt werden können. Die wichtigste Herausforderung ergibt sich laut einer Untersuchung der TNS Infratest in der Stärkung der eigenen Marke, da eine starke und gut kommunizierte Marke einen echten Wettbewerbsvorteil schafft und somit die Unternehmen höhere Margen erzielen können. Diese Kenntnis ist Grundvoraussetzung, um die geeigneten Mittel aus dem Marketing-Mix auswählen zu können und die gesetzten Ziele langfristig zu erreichen. Doch auch andere Aspekte spielen insbesondere im Social Web eine zentrale Bedeutung. Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen: interessante Inhalte, Glaubwürdigkeit, Regelmäßigkeit, Wirksamkeitsmessung und der Dialog mit den Zielgruppen.

Im Mittelpunkt stehen also der Aufbau und die Pflege von Beziehungen und soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter und Co. bieten hierfür die ideale Möglichkeit. In diesem Sinne ergeben sich sogar Vorteile für die B2B-Kommunikation, da die Unternehmen auf bereits bestehende Beziehungen und Netzwerke zurückgreifen können. Natürlich ersetzt das Online-Networking nicht den persönlichen Kontakt, allerdings ist es ein guter Weg, diesen zu ergänzen. Außerdem spielt Social Media bei der Gewinnung potentieller Neukunden eine entscheidende Rolle. Ein professioneller Service bei Vorverhandlungen oder Kontaktanfragen kann den gewissen Mehrwert eines Unternehmens generieren, um so das Unternehmen für sich zu gewinnen. Das Social Web bietet zudem die Möglichkeit durch Weiterempfehlungen oder positiven Erfahrungsberichten von anderen Unternehmen Vertrauen zu erzeugen, was insbesondere in der Entscheidungsphase ein wichtiges Kriterium ist.

Schaut man sich die Einbeziehung von Social Media im B2B-Bereich einmal näher an, lässt sich festhalten, dass sich im Vergleich zum verbraucherorientierten Networking einige Stärken herauskristallisieren. Hierzu zählt u.a. das kleinere Netzwerk, welches den Kontrollverlust bzw. die hohe Geschwindigkeit bei der Verbreitung von Informationen bändigt. Zudem basiert das Kaufverhalten – nicht wie im B2C-Marketing – auf emotionalen, kurzentschlossenen Entscheidungen, sondern vielmehr auf rationalen Überlegungen. Aufgabe des Content-Marketings ist es genau hier anzusetzen und dem Geschäftspartner durch die Bereitstellung wertvoller Informationen an sich zu binden und den Verkauf zu unterstützen. Eine geeignete Social Media Strategie erfüllt damit zwei wesentliche Funktionen: unterstützende Wirkung bei der Gewinnung von Neukunden und die Aufrechterhaltung insbesondere von Langzeit-Beziehungen.

Aber natürlich behalten bewährte Marketing-Strategien trotz der wachsenden Bedeutung des Social Webs ihre Relevanz. Wichtiger Kontaktpunkt bleibt nach wie vor die Website. Außerdem werden Unternehmen auch in Zukunft bei der Neukundengewinnung Mailing als bewährtes Instrument einsetzen. Allerdings wird hierbei verstärkt auf die zielgerichtete Ansprache von potentiellen Kunden geachtet.

b2b-content-marketing-word-cloudZusammenfassend lässt sich festhalten, dass auch die Unternehmen im B2B-Bereich längst die Bedeutung des Social Webs erkannt haben und durch erhöhte Investitionen Steigerungspotenziale erzielen möchten. Dabei verlieren allerdings bewährte Instrumente keinesfalls an Bedeutung. Viele Unternehmen haben bereits die Chancen des Content Marketings erkannt und in die Unternehmensprozesse integriert. Für andere Unternehmen wird dies die zentrale Herausforderung in Zukunft sein, da dieser Mehrwert einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil generiert.

Katharina Münch
Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Warum Sie twittern sollten, Frau Merkel

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„Keine Experimente“ das war bereits 1957 das Motto des Kanzlerkandidaten Konrad Adenauer. Im aktuellen Wahlkampf besinnt sich die CDU allen voran Angela Merkel gerne auf diesen Slogan zurück. Kontinuität und Tradition sind Programm. Zwischen Adenauers und Merkels Wahlkämpfen liegt allerdings mehr als ein halbes Jahrhundert. Eine Zeit in der sich einiges verändert hat, auch in Hinsicht auf den Wahlkampf. Denn seit Barack Obamas historischem Wahlsieg halten die digitalen Medien, auch in der deutschen Politik, Einzug und gehören zum politischen Alltag in Berlin.

Die deutschen Politiker haben die Bedeutung der Internetmedien erkannt und nutzten diese, vor allem im Wahljahr. Bereits die Wahl 2009 war die Erste, bei der alle deutschen Spitzenpolitiker die neuen Kommunikationsmittel des Internets nutzten, was rückblickend eine neue Art des Wahlkampfs ermöglichte, neue Öffentlichkeit schuf und mehr Transparenz und Demokratie möglich machte.

Besonders interessant ist Twitter für die politischen Kommunikation
Das hatte sich bereits 2008 in Amerika gezeigt. Aber auch in Deutschland bietet Twitter einzigartige Chancen für Politik und Gesellschaft. Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt unterscheiden, in ihrem wegweisenden Modell der Öffentlichkeitsforschung, in drei Öffentlichkeiten. Die Encounter-Öffentlichkeit (z.B ein zufälliges Gespräch mit einem Politiker), die Versammlungs-Öffentlichkeit (z.B. eine Podiumsdiskussion im Wahlkreis) und die Medien-Öffentlichkeit (z.B. der Youtube-Channel eines Abgeordneten). Dieses, aus der Kommunikationswissenschaft bekannte, Modell zeigt auf welchen Ebenen Politik agieren muss, die durch die Öffentlichkeit ihre Legitimation erfährt.
Twitter bietet, wie kaum ein anderer Social-Media-Dienst, die Möglichkeit alle drei Öffentlichkeiten zu verbinden. Kurze prägnante Tweets erreichen alle Follower. Durch retweeten wird die Öffentlichkeit darüberhinaus erreicht. Aber auch eine persönliche Kommunikation ist möglich. Twitter ist ein sehr direkter Weg zur Wähleransprache. Also eigentlich ein großartig Sprachrohr für die Kanzlerin.

Die Kanzlerin im Web
re:publica 2012 Besucht man Angela Merkel im Internet stößt man auf die Seite www.bundeskanzlerin.de.
Eine sehr aktuelle, professionelle Homepage, die einem Blog ähnelt. Termine und Veranstaltungen der Kanzlerin sind schnell zu finden. Sowohl eine Flicker-Account, als auch ein eigener Youtube-Channel sind eingebettet. Selbst ein Link auf Twitter existiert. Doch leider verweist dieser nur auf die Seite ihres Regierungssprechers Steffen Seibert.
Unter @RegSprecher folgen ihm mehr als 100.000 Nutzer.

Das Interesse an seinen Mitteilungen scheint groß zu sein. Auch seine Follower scheinen an einem aktiven, transparenten, demokratischen und offiziellen Kanal der deutschen Regierung interessiert zu sein. Seine Follower sind junge, engagierte Internetnutzer sowie Blogger, Journalisten aber auch Unternehmen, Politiker und internetaffine „Best Ager“.

Warum twittern Sie nicht selbst, Frau Merkel?
Sucht man Bilder der Kanzlerin im Internet, findet man sehr häufig Fotos auf denen sie in ihr Handy vertieft ist. Sie ist bekannt als begeisterte SMS-Schreiberin. Nun hat eine SMS 140 Zeichen, genau wie ein Tweet.
Was aber ist der Unterschied? Die Öffentlichkeit!cn_telefonNEU_DW_Po_431301p2 Was würde unserer Demokratie besser tun als mehr Öffentlichkeit und mehr Transparenz. Selbstverständlich heißt dass nicht, das Eine tun und das Andere lassen. Nicht alles ist Öffentlich und nicht alles soll es sein. Es gilt die Vorteile der Medien zu nutzen. Wie es bereits Obamas Wahlkampfmanager David Plouffe als „Hochzeit zwischen Graswurzelkampagne und digitaler Technologie“ bezeichnete hatte, ist es die Mischung die einen erfolgreichen Wahlkampf und eine erfolgreiche Politik ausmacht.

Nun kann man sagen, wenn die Kanzlerin das nicht will, dann muss sie das nicht. Ohne Frage ist Authentizität sehr wichtig. Die Frage sollte aber viel mehr lauten: „Sollte sie nicht?“ Immer mehr Menschen vernetzen sich sozial im Internet- auch bei Twitter. Wäre inmitten dieser Menschen nicht auch der Platz für eine Kanzlerin des Volkes?
Denn Twitter ist wie gemacht für Politiker. Sie können zum einen Nähe aufbauen, zum anderen aber auch Distanz waren. Sie können informieren, sicher vernetzen und Monitoring betreiben. Und viele nehmen diese Möglichkeit aktive wahr.

Vielleicht würde es unserer Demokratie gut tun, eine Kanzlerin zu haben, die sich in 140 Zeichen an die Bevölkerung richtet und somit näher am Volk ist.

Lucas Seeber
Kommunikationswissenschaft,
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Social Networks: Chancen für Non-Profit-Organisationen

In meinem ersten Beitrag Social Networks: Just do it! bin ich auf die Möglichkeiten eingegangen, die die sozialen Netzwerke Privatpersonen bieten. Im zweiten Teil geht es um gemeinnützige Organisationen wie Krankenhäuser, WWF, Amnesty International oder UNICEF (nur um ein paar sehr bekannte aufzuzählen). Organisationen, die versuchen, etwas zu bewegen und die Welt ein bisschen besser zu machen.

Soziale Netzwerke erlangen immer mehr Bedeutung in unserem Alltag. Große Firmen, deren Hauptziel ihr Kapital ist, setzen schon seit längerem auf das Web 2.0: Kunden werben, informieren, neue Produkte vorstellen und verkaufen, Imagepflege, und vieles mehr.

Doch auch Non-Profit-Organisationen, deren Ziel die Gemeinnützigkeit ist, egal ob sozial oder kulturell, bietet die „neue Welt“ der Onlinekommunikation einige Möglichkeiten.
Bevor sich eine Organisation für Social Media entscheidet, muss sie sich jedoch klar machen, wen und was sie erreichen möchten. Nicht jedem Verein ist die Umsetzung eines guten Online-Auftritts möglich (denn auch dieser benötigt Zeit, Geld und Personal).
Ist aber erst einmal Grundwissen und Kompetenz in Bezug auf den Social Media-Auftritt aufgebaut, eröffnen sich den Organisationen große Chancen.
Die Kommunikation wird nicht einfacher als in der realen Welt, jedoch kostengünstiger. Beispielsweise weniger Kosten für Papier, Briefmarken und Transport.
Facebook, Twitter und Co. schaffen es in kürzester Zeit, die Botschaften einer Organisation viral im Netz zu verbreiten. So steht ein guter Post, ein Video oder ein Bild nicht mehr nur auf der eigenen Seite, sondern kann ohne Probleme weiterverbreitet werden und steigert die Aufmerksamkeit.

Stellen Sie sich vor, Sie drucken ein großes Plakat mit einen Aufruf zur Blutspende und es verdoppelt sich von ganz alleine. Immer und immer wieder. In Minuten. Und plötzlich hängt ihr Plakat hunderte Male in der ganzen Stadt.

Die sozialen Netzwerke entwickeln eine neue Art und Weise der Partizipation, durch die Spender und freiwillige Helfer schneller und unkomplizierter in Projekte eingebunden werden können. Eine der größten Aktionen war sicherlich das Video zu Kony 2012 –  heute hat es fast 100 Millionen Aufrufe auf Youtube.
Spender sind nicht mehr nur Spender, sondern können sich im Web 2.0 aktiv mit ihren Ideen einbringen. Die Netzgemeinde kann in konstruktiven Diskussionen Ideen voranbringen oder (weiter-)entwickeln. (Aber: nicht jede Idee ist für die online Welt geeignet)

Zusätzlich haben Follower und Fans die Möglichkeit sich über Aktionen und die Arbeit der Organisationen zu informieren. Alles ist jederzeit für jeden abrufbar.
Es müssen sich nicht mehr alle Menschen an einem Ort befinden, um die Planung eines Projekts voranzubringen: Facebook, Skype und Twitter überwinden Distanzen und erleichtern großflächige Planungen.
Wer keinen Online-Auftritt für die komplette Öffentlichkeit möchte, kann beispielsweise auch nur die eigenen Mitarbeiter über aktuelle Berichte und Aktionen informieren und versuchen, die eigene Botschaft zu vermitteln.

Social Media bietet sowohl im sozialen als auch im kulturellen Non-Profit-Bereich ein hohes Potential, um mit einer virtuellen Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Ich hoffe, dass es im Laufe der nächsten Jahre noch mehr gemeinnützige Organisationen geben wird, die dieses Potential erkennen und nutzen werden, um ihre Botschaften, ihre Informationen und ihre Arbeit mit der Welt zu teilen.

Ann-Cathrin Harth

Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

Social Web tut jedem Unternehmen gut!

Es ist noch nicht allzu lange her, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das Internet als Neuland bezeichnete, doch hatte sie damit so unrecht? Deutschland belegt bei Mitgliedern in Facebook international gerade mal Platz 9. Bei Google+ Platz 10 und bei Twitter sogar nur Platz 20. In allen drei sozialen Netzwerken liegen Frankreich, England und Italien vor Deutschland. Nein, so schlimm ist es auch wieder nicht: Zwar liegen wir nicht an der Spitze, aber auch in Deutschland wird Social Web immer populärer. Vor allem immer mehr ältere Menschen treten Online-Netzwerken bei. Social Media verankert sich immer mehr im Alltag – Es gehört in vielen Bereichen unseres Lebens einfach dazu. Immer mehr Unternehmen gründen deshalb Social Media Abteilungen oder bauen bereits vorhandene aus und werden professioneller. Leider gilt das hauptsächlich für große Unternehmen, bei kleineren oft nur regional bekannten Unternehmen ist der Social Media-Auftritt häufig ein Graus:

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Unbeantwortete Kommentare auf der Facebook-Seite eines Schwimmbads

Zwar haben die meisten Unternehmen mittlerweile eine eigene Facebook-Seite, das war meistens aber auch schon alles. Nicht selten liegen diese Seiten einfach brach: Wenige „gefällt mir“- Angaben, keine Interaktion und wenige Informationen. Man hat das Gefühl als hätte sich seit Wochen keiner mehr um die Seite gekümmert. Wenn etwas gepostet wird, dann wird es danach oft nicht mehr beachtet. Falls es Fragen dazu gibt, werden sie nicht beantwortet, Kritik wird gelöscht, ignoriert oder man versucht den Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen. Wenn vom Unternehmen nichts kommt, ist es auch kaum verwunderlich, dass die Kunden es oft nicht beachten, wenn dann doch einmal etwas gepostet wird.

Dabei sollte jeder wissen, wie es richtig geht. Die Grundlagen für die Umgangsweise mit Kunden im Social Web sind die gleichen wie sonst. Ein Restaurant zum Beispiel wird keine Kunden im eigenen Biergarten ignorieren, warum es das dann in Facebook tun? Das Social Web bietet so viele Möglichkeiten, sich eine eigene „Fangemeinde“ aufzubauen. Nur selten stolpere ich in Facebook auf die Seite eines Unternehmens, die mir richtig gut gefällt. Aber geben tut es sie.

Das auch kleine Unternehmen gute, ja sogar einzigartige Online-Auftritte erstellen können zeigt das Beispiel eines BerlineMustafasr Dönerstands. Hier befindet man sich vor einem interaktiven Dönerstand und kann allerhand lustige Dinge „entdecken“, das ganze ist mit viel Humur und Liebe ausgestaltet. Wenn man alles erkundet hat, kann man sich direkt auf der Website auch ins Gästebuch eintragen oder auf die Facebook-Seite gehen. Auch gibt es Links zu lustigen Werbevideos in Youtube. Der Erfolg liegt auf der Hand: Die Gästebucheinträge sind durchwegs positiv und auf Facebook hat die Seite fast 17.000 Fans. Für einen Dönerstand wohl eine absolute Glanzleistung.

Natürlich braucht man so etwas nicht von jedem kleinen Unternehmen erwarten, da reicht eine Facebook-Seite wohl auch, vorausgesetzt, man kümmert sich darum. Und obwohl viele Facebook-Seiten vernachlässigt werden, gibt es dennoch genug Seiten, durch die man sich gerne klickt.

Ich denke, bei kleinen lokalen Unternehmen ist es wahrscheinlich kein Desaster, wenn der Social Media-Auftritt nicht gut ist, ein gutes Bild wirft es aber trotzdem nicht ab. Viele schauen sich bevor sie in ein Restaurant oder Hotel gehen davor die Facebookseite an oder teilen den Besuch in Facebook oder Twitter. Deshalb ist es auch für kleine Unternehmen sinnvoll, sich um den Social Media-Auftritt zu kümmern – schließlich ist es ja in der Regel nicht viel Aufwand ab und zu ins Internet zu schauen.

Robert Singer, Kommunikationswissenschaft Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Piepshow auf Twitter

Bild1Quelle: Instagram

Sie räkeln sich am warmen Strand und auf weißen, unbefleckten Bettlaken. Der süße Schweiß rinnt an ihren wohlgeformten, gebräunten Körpern herunter und sie werfen neckisch-verführerische  Blicke über ihre nackten Schultern.  Nein, das ist nicht der Anfang eines Altweiber-Schnulzen-Schmuddel-Heftchens. Wir befinden uns in der harten Realität der Social Media Trends. Wer denkt, so etwas gehört hinter verschlossene Türen, der hat weit gefehlt. Die „private“ Nacktheit findet auf der ganz großen Bühne namens World-Wide-Web statt. Denn Sex kommt nicht nur in den Schlafzimmern der Nationen gut an, sondern auch im Wohnzimmer der Welt.

Sex sells! Diese These ist nicht die Neuste, aber scheint immer noch in der heutigen Zeit bestehen zu können.  Man findet die Anwendung oft in der Werbebranche, in der Klatschpresse, auf nicht jugendfreien Seiten im Internet und auf sämtlichen Plattformen des Social Media Bereichs. Die einen finden es anstößig, andere erfreuen sich an den Anblicken, die ihnen in aller Anonymität das Internet bietet. Wie man es aber auch dreht und wendet, würzt man Internetcontent mit etwas Sex, muss man nicht lange auf Aufmerksamkeit warten. Hat man erst die nötige Aufmerksamkeit, klingelt bald darauf auch die Kasse.

Auch immer mehr Stars haben diese Quelle der Beachtung für sich gefunden. Vor allem Heidi Klum und Rihanna sind nicht schüchtern. Rihanna wurde erst kürzlich von einem Onlinenewsportal zu  „Dem (fast) nacktesten Promi im Netzgekürt. Fast täglich füttert sie ihre Follower mit pikanten Fotos. Der Sommer Trend des Jahres: „Huhu, ich bin im Urlaub und mir ist (ich bin) tooootal heiß“. Ein Hang zur Selbstdarstellung oder ein provokativer Schrei nach Aufmerksamkeit? Die Öffentlichkeit interessiert das recht wenig, denn ihr Motto ist „Je knapper das Höschen, desto besser“. Liebe Paparazzis, passt lieber auf, denn die Handykameras der Stars schießen selbst ein paar scharfe Fotos.

Bild3 Quelle: Instagram

Erstaunlich ist, dass vor allem die amerikanischen Stars und Sternchen besonders freizügig im Web sind. Prüdes Amerika? Wohl eher nicht. In keinem anderen Land der Welt funktioniert das Prinzip „sex sells“ so gut wie in den USA. Die USA ist quasi die Brutstätte der Verkaufsstrategie und ebenfalls das zu Hause der Zeitschrift Play Boy und Sex-Ikonen wie Pamela Anderson, Marylin Monroe und Co. Jedoch reizt der ein oder andere auch mal die Toleranzgrenze der Amerikaner aus und muss dann mit Zensur rechnen.

Bei dem Thema „sex sells“ muss man allerdings Vorsicht walten lassen. Der „gute Geschmack“ sollte immer gewahrt sein. Das gilt für die Werbebranche wie auch für alle Promisternchen unter dem sonnigen Urlaubshimmel. Denn wer sich selbst oder Produkte billig darstellt, darf nicht denken er hätte noch einen hohen Marktwert in den seriösen Ligen. Nach wie vor gilt: Sexy Würze ist erlaubt um ein bisschen Pepp ins Image zu bekommen, aber zu viel des Guten hinterlässt auf Dauer nur einen bitteren Nachgeschmack.

Anna-Lena Mlynar, Kommunikationswissenschaft Otto-Friedrich Universität Bamberg

#Occupy Gezi

Occupy Gezi“! Diese Aussage bekam man in den vergangenen Wochen wohl mehr als nur einmal zu hören. Im In- sowie Ausland wird heiß darüber diskutiert. Worum es dabei geht wird von jedem anders interpretiert. Da es bekanntlich nicht nur um den Gezi Park in Istanbul geht, unterscheiden sich je nach Auffassung und Überzeugung die Meinungen.

In Istanbul, sowie in anderen Städten der Türkei, hört es gar nicht mehr auf mit den Demonstrationen, den Polizeieinsätzen und dem Durcheinander. Aber nicht nur auf den Straßen ist der Trubel groß, auch Online ist die Aufregung kaum zu halten.

Demonstranten, Gegner oder einfache Mitverfolger tauschen sich über Twitter oder Facebook aus, rufen zu Treffen auf oder es wird um Hilfe gebeten. Man kann sich eigentlich die Nachrichten im Fernsehen oder Zeitungen sparen, denn schneller und einfacher bekommt man die Informationen vor allem in Twitter.

Was man bisher nicht so oft zu sehen bekam, ist das auch die türkischen Stars aktiv an den Ereignissen teilnehmen. Schon bei den ersten Demonstrationen mischten sie sich unter das Volk und twittern auch jetzt noch ihre Erlebnisse oder Erfahrungen.

Zum Beispiel twittert Tarkan gleich zu Beginn „Es lebe der Gezi Park!“. Auch andere Stars haben ähnliche Beiträge, mittlerweile gibt es aber auch viele Posts dazu, die Gewalt auf den Straßen zu beenden. Oder sie geben preis, worum es ihnen bei den Demonstrationen geht.

Der berühmte Schauspieler in der Türkei, Mehmet Ali Alabora, twittert hier:

„ Ich bin zum Gezi Park gegangen um die Bäume zu retten. Danach war es meine Absicht alle Bäume zu retten, danach ging es mir darum meine Meinungsfreiheit zu schützen.“

Aber nicht nur im Inland gab es Reaktionen von den Berühmtheiten. Auch international gab es immer wieder Äußerungen zu den Geschehnissen. Eigentlich nimmt die ganze Welt aktiv( im Internet)daran teil.

Susan Sarandon ruft hier jeden zur Unterstützung auf, die Gewalt zu beenden. Und sie ist nicht die einzige! In Deutschland, Italien, Irland, überall gibt es immer wieder unterstützende Äußerungen für die Demonstranten vor Ort.

Twitter wird also in den Ereignissen der letzten Wochen bezüglich dieser Sache, nicht nur als Informationsquelle, sondern vielmehr als ein Zusammenhalt der vielen verschiedenen Menschen auf der ganzen Welt genutzt.

Demnach wird „Occupy Gezi“ wohl auch das sein, was man in dem kommenden Wochen mehr als nur einmal zur hören bekommt.

Emine Deveci
Otto-Friedrich Universität Bamberg

#Ballsauber? Ein #Aufschrei!

Habt ihr ihn schon gesehen den Werbespot „Ball sauber“ vom ZDF über den sich alle aufregen? Nein? Etwa weil ihr nur Privatfernsehen guckt? Oder weil ihr gar kein Frauenfußball mögt?
Mit ähnlicher Besorgnis hatten wohl die Produzenten des Spots auch zu kämpfen. Denn anders ist es doch wirklich nicht zu erklären das sie mit diesem Spot auf dem niedersten Niveau ansetzen, um Aufmerksamkeit für den Frauenfußball oder ihrem eigenen Programmangebot zu erzwingen.

Ist das schon Sexismus?

Wenn man sich mit solchen Themen auseinandersetzt, kommen Sprüche wie: „Die meinen das doch nicht so!“, „Das ist doch nur Spaß!“ oder „Man, du willst einem aber auch alles kaputt machen.“.
Aber so ist es eben nicht. „Die“ wer dann auch immer „Die“ sind, machen das aber so. Die Botschaft ist klar, das natürliche Umfeld einer Frau scheint die Waschmaschine zu sein.

Seit dem Grimme-Online-Preis gekrönten Hashtag #aufschrei, ist „die Sexismus Debatte wieder eine gesellschaftliche Debatte geworden“, so die Jury.
Dieser Disput, der sich mit der Reduzierung eines biologischen Geschlechts auf ein sozial konstruiertes Geschlecht beschäftigt ist doch nichts neues. Scheinbar wird sie nicht geführt weil es den meisten Menschen unangenehm ist aus ihren eingebläuten Rollenbildern heraus zu springen. Es fällt den meisten schwer, weil sie sich mit sich selbst beschäftigen müssten.
Besonders traurig ist es aber, wenn eine staatlich finanzierte Fernsehanstalt ihren Grundversorgungs- und Bildungsauftrag dafür nutzt um diese Rollenbilder weiter in die Gesellschaft zu tragen.

Es geht auch anders

Erinnert ihr euch noch an die EM2012 in den Gastgeberländern Polen und Ukraine, ja da werden schlimme Emotionen bei viele wach, neben der Schmach der Niederlage gegen Italien und dann auch noch dieser Balotelli, der mit einer imposanten Pose sein Tor feierte. Aber könnt ihr euch auch noch an die Programmwerbung erinnern? Eine Gruppe Menschen, tanzt und feiert während auf einem Fußballplatz einige Personen akrobatisch kicken. Dazu Musik die einem fast zum tanzen zwingt. Die Botschaften: Freunde, Spaß, Miteinander und Fußball.

Doch vergleicht man ihn mit dem Werbespot für die Frauenfußball EM? sie ist so schlecht, da kriegt man eher Lust einen Beschwerdebrief an den Fernsehrat zu schreiben. Vielleicht haben das auch schon einige Menschen gemacht, denn das ZDF hat auf die Kritik „reagiert“ und den Spot bearbeitet. Jetzt sieht man nach der kickenden Frau einen Mann der bügelt. Was soll das sein?
Ausgleichende Gerechtigkeit?

Hier dann mal der Vergleich aus England. Die „Hope’s Lions“ zeigen ihre Technik. Ein beeindruckender Werbespot der sich auf den Fußball, den Sport, konzentriert nicht auf das Geschlecht.

Sind wir wirklich so dumm?

Natürlich werben auch viele andere Unternehmen mit Sexismus. Da frage und wundere ich mich immer wieder, was wollen die fleißigen Werbeproduzenten uns damit sagen? Das Astronaut, der „männlichste“ aller Berufe ist? Das wir literweise Cola saufen müssen um den stressigen Büroalltag zu überleben? (Nebenbei Frauenbild: Die Frau als Marionette! Hallo?!)
Oder denkt man bei solch einem Spots von „redcoon.de“ überhaupt noch?

Maximilian Lägers

Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Yes we cat!

Seit ein Bild der griesgrämigen „Grumpy Cat“ vergangenes Jahr im Netz auftauchte, greift das Phänomen des #CatContent um sich. Schon seit Jahrhunderten üben niedliche Katzenbilder eine Faszination auf uns aus. Laut Jana Herwig ist es „Das Tier, das menschliche Züge zeigt“, was uns seit jeher zum Schmunzeln bringt.
Doch nun verschlug es einen jungen Kater gar in die Regionalpolitik:

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Gestatten? – Kater Morris. 10 Monate jung, bernsteinfarbene Augen, schwarz-weiße Behaarung. Heimatstadt: Xalapa in Mexiko. Hobbies: Schlafen und Essen. – Und somit „perfekt als Politiker geeignet“, so Besitzer Sergio Chamorro. Vergangenen Sonntag trat er als inoffizieller„Candigato“ (gato = Katze) für die Wahl des Bürgermeisterposten in der Stadt am Golf an. Doch hinter der Kampagne, die zunächst als großer Witz anmutet, steckt ein ernstes Anliegen.

Mit Morris soll ein Zeichen gegen die miserable politische Lage in Mexiko gesetzt werden.
Das Volk ist ohnmächtig in Anbetracht der katastrophalen Zustände: Drogenbanden treiben in der Region ihr Unwesen, Korruptionsskandale und Morde an kritischen Journalisten und Politikern erschüttern das Land. Einer Umfrage zufolge ist das Vertrauen der mexikanischen Bevölkerung zu Politikern und Beamten erschreckend niedrig: sie befinden sich am unteren Ende einer Skala von 15 Institutionen.

Seinen Wahlkampf bestritt Morris mithilfe von Plakaten, Website, Videos und Fanartikeln und natürlich auch Social Media. Stets zeigt er sich in seriöser Montur: mit Sakko und Krawatte – eben wie es sich für einen richtigen Politiker gehört. Besitzer Chamarro verkündete seine Kandidatur Anfang Juni und bastelte stellvertretend an all diesen Medien gemeinsam mit ebenso frustrierten Freunden. Doch auch andere Mitstreiter fanden sich schnell weltweit und unterstützten den Cantigato mit Videos, Slogans und Tweets. Aus Morris wurde ähnlich wie GrumpyCat in Windeseile ein weiterer schnurriger Internetstar.

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Die Wahlplakate schmückt der Slogan:

„Haben Sie es satt Ratten zu wählen? Wählen sie eine Katze!“

Auf seiner Facebook-Seite erzielte er bisher 158.000 Likes – deutlich mehr als seine Konkurrenz. Seine Tweets verfolgen derzeit über 10.000 Follower und auch andere Tweeps twittern in seinem Namen. Die Kampagne zeigte dabei deutliche Parallelen zu Obamas Wahlkampf 2008: seine Facebook-Seite zierte ein Titelbild ganz im Stile des bekannten Obama-Porträts, das er damals verwand und auf seinen Fan-Shirts prangt der Slogan „Yes we cat!“. Sein Wahlkampfteam verhalf ihm mit dieser Social-Media-Strategie zu weltweitem Ruhm und forderte die Bewohner Xalapas dazu auf, den Stimmzettel mit Morris zu beschriften oder ganz einfach mit einem Katzengesicht zu versehen – als Symbol des Protests.

Doch wie ging die Wahl aus?
-Tatsächlich trug die Kampagne ihre Früchte und brachte 548 Wähler dazu ihre Stimme Kater Morris zu schenken. Am Wahltag forderte Morris seine Follower bei Twitter auf, sich mit dem Hashtag #YaVotéPorMorris als Wähler zu outen. Selbstverständlich wurden die Stimmzettel für ungültig erklärt – aber rein theoretisch landete der gefeierte Cantigato damit auf Platz 5. In Mexiko wird er nun als „El gato con votos“ (der Kater mit Stimmen) gefeiert – als Anspielung auf das Märchen des „El gato con botas“ (der gestiefelte Kater). Wie es mit ihm weitergeht wird derzeit unter seinen Fans online abgestimmt. Eines ist aber schon gewiss: mit seiner Aktion machte das Team um Kater Morris weltweit auf die erschreckenden Zustände in Mexiko aufmerksam.

Lisa Katharina Kopp

Kommunikationswissenschaft Uni Bamberg

Ein #sharknado kommt auf – Der Sturm im Web

sharknado-enough-saidAls der US-Bezahlsender Syfy am Donnerstagabend ein B-Movie ausstrahlte, über den man wohl beim Blick in die Fernsehzeitschrift einfach hinwegsehen würde, hätten wohl die wenigsten damit gerechnet, dass dieser Film in kürzester Zeit eines der meistdiskutierten Themen auf Twitter werden würde.

„Sharknado“, von vielen schon jetzt als der schlechteste Film aller Zeiten angesehen, eroberte die Twitter-Welt im (Achtung: Wortwitz) Sturm.  Das ist umso überraschender, wenn man bedenkt, dass gerade einmal 1,4 Millionen Menschen in den USA den Film sahen, ein Flop für amerikanische Verhältnisse. Woher also kommt die Begeisterung und der rege Austausch über diesen Film, mit bis zu 5.000 Tweets pro Minute und 387.000 Tweets insgesamt?

Zunächst aber kurz zur „Handlung“: Ein Tornado voller blutrünstiger Haie bedroht die friedlichen Einwohner einer Küstenstadt. Der Plan dagegen lautet wie folgt:

Klingt nach Schwachsinn. Ist es auch. Nur warum wird dann so intensiv gezwitschert, kommentiert und favorisiert? Ich muss zugeben, dass selbst ich als jemand, der bei solchen Filmen innerhalb von 1 Sekunde weiterzappt, fasziniert bin von diesem Phänomen.  Eine mögliche Erklärung könnte die  kontroverse Auffassung des Genres „Trash-Movie“ sein. Während manche dieser Art von billig produzierten und oft unfreiwillig komischen Filmen mit Abneigung und Unverständnis gegenüberstehen, hat sich auf der anderen Seite eine Fangemeinde mit richtigen Liebhabern entwickelt. Diese sehen „Sharknado“ schon als Höhepunkt des Genres.

Eine weitere Begründung für die enorme Aufmerksamkeit des Films auf Twitter ist der clevere Aufbau von Spannung durch Tweets des Syfy-Senders. So gab es z.B. einige „Sharknado-Warnungen“ vor der Ausstrahlung. Beliebte Posts von SyFy-Fans wurden retweetet, um so viel wie möglich auf das kommende „Highlight“ aufmerksam zu machen.

Ausschlaggebend war aber auch die rege Beteiligung von einigen Prominenten und regen Twitter-Usern wie z.B.  Schauspieler Will Wheaton, der über 2,3 Millionen Follower hat und nicht nur einen Countdown bis zur Ausstrahlung veröffentlichte, sondern auch während der Übertragung per live-tweet kommentierte. Von solchen in der Unterhaltungswelt bekannten Personen wurde die Unterhaltung befeuert. Besonders die komischen Dialoge wurden oft über Twitter und Vine geteilt.

Die mit Spott und Ironie versetzten #sharknado – Tweets wurden so für kurze Zeit zu einem der Toptrends in der Twittersphäre. Der Trend schwappte durch den Unterhaltungsgehalt der Tweets sogar in Länder, in denen der Film gar nicht ausgestrahlt wurde.

Selbst der Bürgermeister von Los Angeles kam am Morgen danach nicht an dem Thema vorbei:

Das rote Kreuz in Oklahoma gab ebenfalls ein Statement ab:

Und so wurde aus billig produzierter Massenware mit Hilfe von Twitter ein riesiges Spektakel. Ein Musterbeispiel für eine wirksame Vermarktungs- und Kommunikationsstrategie.

David Genz

Kommunikationswissenschaft Uni Bamberg