Social Networks: Just do it!

Ein Loblied auf die Möglichkeiten, die uns die Social Networks bieten:

Angekommen im Jahr 2013 hat es keinen Zweck mehr, sich vor der Welt der sozialen Netzwerke zu verstecken. Im Reich der Tiere ist längst bekannt, dass soziale Netzwerke die Verbreitung wichtiger Informationen fördern. Auch die letzten menschlichen Verweigerer und Kritiker dürften wohl während der vielen Hilfsaktionen, die für die Menschen in den Hochwassergebieten über soziale Netzwerke organisiert wurden, einen Teil ihrer Skepsis abgelegt haben.

N24. Video: Hilfsaktionen über soziale Netzwerke organisiert

N24. Video: Hilfsaktionen über soziale Netzwerke organisiert

Wer erkannt hat, dass Facebook, Twitter und Co. keine unnützen Zeitverschwendungen sind, der kann von den vielen Vorteilen unserer weltweiten Kommunikationswelt profitieren.
Nicht nur während Hochwassern hilft die Netzgemeinde.

Solidarität 2.0 ist das Stichwort: Vermisste Personen, gestohlene Fahrräder, gefährliches Halbwissen, Blitzer- und Unfallwarnungen, bedürftige Menschen.

Wir geben Newcomern (Musik, Kunst, Sport, Design) die Chance, schnell erfolgreich zu werden, geben Anregungen für Projekte und bieten Kreativität und Fleiß wieder Anerkennung.
Wir können mit Freunden auf der ganzen Welt problemlos Kontakt halten. Ebenso mit Fremden. „Hey, der Geek hört ja die gleiche Musik wie ich“ – gemeinsame Interessen verbinden und führen dazu, dass wir Grenzen überschreiten und mit neuen Menschen in Kontakt kommen. Lieber fünfzig virtuelle Freunde, als keinen im Real Life.

Bevor ich vergesse, meiner Freundin von dem tollen Restaurant in Florenz zu erzählen, in das sie unbedingt gehen musst, wenn sie da ist, schick ich ihr lieber direkt den Link zu dessen Facebook-Seite. Da siehst sie sofort, wo sie hin muss und wie viele Leute, es schon loben und weiterempfehlen. Wir müssen nicht mehr Stunden damit verbringen, E-Mails an Freunde und Familie zu verschicken und jedes einzelne Foto neu anhängen, sondern können es einfach auf Facebook oder Twitter posten.

Social Networks bieten uns die Möglichkeiten, mit Firmen, Unternehmen und Stars in Kontakt zu treten. Wir sind ganz nah dran. An allem. Wir können unmittelbar reagieren. Das führt dazu, dass wir endlich gehört werden. Hierarchien werden aufgelöst und die lang ersehnte Demokratisierung bahnt sich ihren Weg durch die Glasfaserkabel der Nationen.
Wer gegen Atomwaffen und Tierversuche ist, aber zu schüchtern für eine richtige Demo, der kann seine Meinung jetzt online bekannt machen. Ein Klick reicht schon, um zu zeigen, was wir wirklich gut oder schlecht finden. Es werden nicht mehr nur die gehört, die am Lautesten schreien, sondern auch die, die nicht schreien wollen oder können.

Persönlichkeitsfindung und Selbstdarstellung werden im World Wide Web der Communities groß geschrieben. Wer bin ich? Wer will ich sein? Nie haben wir uns mehr Gedanken gemacht, wie sehr unser Verhalten andere beeinflussen kann.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Netzwerke wie Facebook und Twitter uns schneller über das aktuelle Weltgeschehen informieren, als manche Nachrichtenagentur. Wir wissen sofort über alles Bescheid und bekommen mit, was der Rest der Welt davon hält und was es sonst noch wissenswertes zu dem Thema gibt. Während ich einen Artikel über das schlechte Kulturangebot meiner Stadt lese und diesem ein Like schenke, schickt mir ein Freund direkt eine Einladung zur Demo am kommenden Montag, die auf das Problem aufmerksam machen möchte.

Die virtuelle Welt der sozialen Netzwerke ist keine Konkurrenz zur realen Welt. Im Gegenteil. Sie hilft uns, uns im Real Life besser zu Recht zu finden. Von daher, hier mein ganz persönlicher Tipp für alle Skeptiker: Einfach mal ausprobieren!

Ann-Cathrin Harth
Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

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5 Gedanken zu “Social Networks: Just do it!

  1. Nun ja, ich finde, man sollte schon wissen, was man tut, bevor man es tut. Denn man sollte nicht nur die Pluspunkte von Social Networks nennen, sondern auch auf problematische Aspekte wie Privatsphäre und Datenschutz hinweisen. Wer da einfach tut, ohne sich um diese Aspekte Gedanken zu machen, fällt früher oder später auf die Nase. In diesen Fällen würde ich also eher sagen: First, think about how to do it, then just do it.
    Zudem sind es gerade diese Aspekte, die Skeptiker oft von der Nutzung sozialer Netzwerke abhalten – mich lange Zeit eingeschlossen. Diese Bedenken muss man auch ernst nehmen. Mit einem „just do it“ und einer reinen Aufzählung der Möglichkeiten sozialer Netzwerke kommt man da nicht weit. Denn der Skeptiker wird sofort all die Privatsphäre- und Datenschutz-Probleme auflisten, die er sieht und die zu vermeiden ihm wichtiger ist als die Möglichkeiten, die sich ihm bieten würden. Die Möglichkeiten wird er dabei oftmals mit einem lapidaren „brauch ich nicht!“ abtun – und wird damit auch Recht haben. Sein Leben geht auch ohne die Möglichkeiten weiter, und er wird damit nicht schlechter leben als zuvor. Ein „just do it!“ wird er mit einem höflichen „No thanks!“ bescheiden. And now?

    • @mavridisblog Dieser eine Aspekt, Privates nur zu posten, wenn man mit den Konsequenzen leben kann, stellt nur einen Bruchteil, vielleicht ein Promille, der gesamten Problematik dar. Damit ist es längst nicht getan.

  2. @Alexander Die Problematik sollte aber nicht noch mehr verunsichern. Sonst ergeht es den Verunsicherten ähnlich wie Richard Gutjahr 2011 im Zusammenhang mit bestimmten Richtlinien feststellte: „Wenn man solche Social Media Guidelines liest, hat man hinterher soviel Lust auf Facebook, Twitter oder Blogs wie auf Hämorrhoiden. So notwendig wie die Packungsbeilage zu einer Glasflasche auf der die Worte stehen: Vorsicht Gift!“ Nichtsdestotrotz: Ihren Satz „First, think about how to do it, then just do it.“ finde ich sehr gut.

  3. Pingback: Social Networks: Chancen für Non-Profit-Organisationen | #mediawandel

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