Polizei 3.0 – Die neue Generation

Alle fangen an zu zwitschern, auch die Polizei. Twitter dringt immer weiter in alle Bereiche des Lebens ein und genau dies möchten sich die Polizeidienste zu nutzen machen. Zurzeit wird in vielen Ländern geprüft inwieweit soziale Netzwerke ihnen von Nutzen sein können, um Verbrechen aufzuklären und die Bevölkerung über Gefahren zu informieren. Spanien gehört dabei zu dem absoluten Vorreiter dieser Entwicklung und hat diesen Monat die halbe Millionengrenze bei dem Followern geknackt, was natürlich groß gefeiert wurde.

500.000 follower

Quelle: BBC

526.199 Follower haben sie zur Zeit – Tendenz steigend. Da kann man sich auch mal über eine Gratulation vom FBI freuen, die mit 628.591 Followern die Liste der Polizei anführt.

 

 

 

Im letzten Jahr konnte die spanische Polizei 300 Festnahmen wegen Drogendelikten durchführen, die auf Tipps der Bevölkerung zurückzuführen sind. Input aus der Bevölkerung ist höchst erwünscht und Teil einer Methode, die von einem extra eingerichteten Digitalen Strategie Teams entworfen wurde. Mit allen online Möglichkeiten wollen sie, wie sie selbst sagen, zur „Polizei 3.0“ werden und sind damit ein Vorbild für alle Polizei Streitkräfte weltweit. Kolumbien @PoliciaColombia, Ecuador @PoliciaEcuador und Chile @PDI_CHILE bedienen sich auch zunehmend an Informationen aus sozialen Netzwerken. Zeitgleich findet eine Zusammenarbeit der vier Länder via online Netzwerke statt. Alles stets um in Kommunikation mit der Bevölkerung zu sein.

policia jun

Quelle: Tony Wang @TonyW

Die Ortschaft Jun in der spanischen Provinz Granada hat sich gleich einen eigenen Twitter Account zugelegt und kann sich über unglaubliche Beteiligung freuen. Mit gerade einmal 3500 Einwohnern haben sie bei @policiajun 3164 Follower. Sie bei Twitter zu finden sollte auch kein Problem sein, denn auf ihrer Uniform und ihren Einsatzfahrzeugen ist die @Mention ihres Account zu finden.

Von solchen Followerzahlen kann die deutsche Polizei nur träumen. Hier zu Lande muss zunächst eine groß angelegte Studie mit mehreren europäischen Staaten stattfinden und anschließend Richtlinien entwickelt werden. Die Aussage des Studienkoordinator vom COMPOSITE-Projekts Sebastian Denef: „Social Media gehört bei der deutschen Polizei zu den Top-Prioritäten“, scheint dann doch etwas merkwürdig. Denn die deutsche Polizei bei Twitter zu finden ist gar nicht so leicht. Meist landet man auf dem Account von @polizei, hinter dem sich allerdings nicht die deutsche Polizei verbirgt. Ganz anders als die Niederlande, die gleich mit allem dabei ist. Ob Twitter, Blogs, Facebook, SMS oder doch in Netzwerken wie Habbo Hotel oder Second Life. Alles ist möglich, um mit der niederländischen Polizei in Kontakt zu treten. Wir dürfen also gespannt sein, wann sich die deutsche Polizei für die perfekte online Kommunikation zwischen ihr und der Bevölkerung entscheidet.

Lilly Gosch
Kommunikationswissenschaft, Universität Bamberg

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