Guerilla Marketing in der Freizeitfahrzeugbranche

Enormer Konkurrenzdruck in der Freizeitfahrzeugbranche

In der Freizeitfahrzeugbranche gibt es ähnlich geartete Wettbewerber en masse, die alle im Grunde die gleichen Grundrisse anbieten. Der Unterschied liegt meist nur in Qualität und daraus folgend im Preis. So erfordert es enorme Anstrengungen, einen Kundenstamm aufzubauen, da viele Händler durch taktische Manöver wie beispielsweise „aggressiver Preisgestaltung und Verkaufsförderung“ Kampf um Kunden und Absatzkanäle betreiben. Die Produktvarianz unterscheidet sich immer weniger, der Wettbewerb wird schärfer. Deshalb ist es nahezu unerlässlich Guerilla Marketing zu betreiben. Wenn das Produkt allein nicht mehr überzeugt, muss  es das Marketing tun.

Problem der Klassischen Werbung

Der Verbraucher wird täglich beinahe im Sekundentakt mit mehr als 2.500 Werbebotschaften zugemüllt. Durch die so geschaffene Reizüberflutung  der Medien ist es nicht mehr möglich, dass die einzelnen Werbebotschaften bis in das Bewusstsein der Endkunden vordringen. Hinzu kommt, dass der Markt sich fortwährend ändert; es gibt neue Trends, andere soziale Entwicklungen, unterschiedliche wirtschaftliche Bedingungen. Die Menschen vergessen schnell und auch die Konkurrenz schläft nicht. Klassische Werbung wirkt dann langweilig, nervt und ist teilweise unglaubwürdig. Werbung soll  aber Spaß machen, auffallen und vor allem anders sein, um sich von den Marketingaktionen anderer Wettbewerber abzuheben.

„Laut statt Langweilig“

Damit es gelingt, auch trotz der Überladung, die durch die Medien verursacht wird, den Kunden noch anzusprechen, heißt das Zauberwort Guerilla Marketing. Mit dieser Art des Marketings kann man seine Identität stärken. Bei der Marketingstrategie wird darauf geachtet, dass ein Verbraucher nie Geld für einen Artikel sondern für einen Nutzen bzw. einen Vorteil ausgibt, den er sich davon verspricht. Niemand kauft sich beispielsweise einfach nur ein Auto; er will Tempo, Ansehen, Eleganz… der wichtigste Vorteil sollte auf jeden Fall genannt sein! Und genau mit diesem Vorteil macht man beim Guerilla Marketing auf sich aufmerksam, denn der Mensch achtet nur auf Dinge, die für ihn interessant sind. Weiterhin ist es immer gut, die Zielgruppe lautstark dazu zu motivieren, selbst aktiv zu werden, z.B. zu einem Besuch im Geschäft einladen, an Preisausschreiben teilnehmen, kostenlose Probefahrten… Werbebudgets werden folglich umgeschichtet von klassischen Werbemaßnahmen weg hin zu innovativen Werbeformen denen eine höhere Effizienz unterstellt wird.

            Quelle: http://www.4managers.de/management/themen/guerilla-marketing/

Wodurch wird das Guerilla Marketing effizient?

Das Marketing soll im Gedächtnis bleiben, außergewöhnlich sein um  bei den Endkunden das Verlangen  „Das muss ich einfach haben!“ hervorzurufen. Mit Guerilla Marketing Aktionen versucht man außerhalb der bekannten Wege, mit spektakulären, untypischen, bisher missachteten und vielleicht sogar verpönten Mitteln eine möglichst große Wirkung zu erzielen und dadurch die Aufmerksamkeit eines bestimmten Zielpublikums sowie der Medien zu gewinnen und deren Mitteilungsbedürfnis anzuregen.

Aus „Tue Gutes und sprich darüber.“ wird „Mache Guerilla und berichte darüber!“

Man sollte deshalb auch an die Verbreitung der Guerilla Aktion denken. Auch wenn die Aktion noch so gut ist, verpufft sie schnell, wenn niemand davon erfährt. Am besten man bezieht die Presse gleich live mit in die Aktion ein, da diese immer auf der Suche nach polarisierenden, spannenden und unkonventionellen Storys ist.

Quelle: http://www.4managers.de/management/themen/guerilla-marketing/

Erfolgreiches Guerilla Marketing bei der Carado GmbH: „Das sprechende Reisemobil“

Quelle: www.carado.de

Carado war zum Zeitpunkt der CMT 2012 eine eher unbekannte Marke in der Freizeitfahrzeugbranche. Die ungewohnte Aktion mit dem sprechenden Reisemobil sprengte den Raum des Gewohnten und zog die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf die Marke. Die Aktion war ein voller Erfolg, die kreative Werbung dringt ins Bewusstsein vor und bringt zum Lächeln. Dadurch ist die Chance sehr hoch, dass sich diese Aktion mittels Mundpropaganda schnell weiterverbreitet und der Bekanntheitsgrad steigt. Auch die Verkaufszahlen auf der Messe waren sehr gut, was meiner Auffassung nach auf den Erfolg der ungewöhnlichen Werbeaktion schließen lässt.

Grenzenloses Marketing kann auch gefährlich werden

Allgemeine Grenzen sind im Guerilla Marketing meiner Meinung zwar keine gegeben, dafür birgt diese Art des Marketings jedoch auch eine zentrale Gefahr, die zugleich in ihrem Kernkennzeichen liegt. Guerilla Marketing Aktionen sind meist singulär und müssen es auf Anhieb schaffen, einen Ball ins Rollen zu bringen, eine öffentliche Diskussion zu forcieren und der allgemeinen Öffentlichkeit interessanten Gesprächsstoff zu liefern. Womit wir bei der zentralen Gefahr des Guerilla Marketing angekommen sind: Die Botschaft verbreitet sich selbständig und eigendynamisch. Handelt es sich dabei um Regel- und Tabubrüche, wie es beim Guerilla Marketing meist der Fall ist, kann die Öffentlichkeit jedoch leicht irritiert oder gar verärgert werden.  Die Richtung der einmal angestoßenen öffentlichen Diskussion ist dann kaum noch beeinflussbar bzw. nur noch eingeschränkt zu kontrollieren. In negativer Konsequenz können Imageschäden und Umsatzverluste eintreten, die nur mit enormen Investitionen wieder gut zu machen sind.

Auswirkungen des Guerilla Marketings

Solche negativen Effekte wirken langfristig vor allem dann verheerend, wenn sie die Grundwerte des Markenkerns zerstören. Ich bin überzeugt, dass dies bei einer Veröffentlichung des folgenden Plakats in Verbindung mit der Marke Hymer durchaus der Fall ist.

Bildquellen:

http://www.bildderfrau.de/liebe-sex/verhuetungsmethoden-d30159c367366.html

Reisemobil: http://www.clker.com/clipart-28645.html

 

Freizeitfahrzeughersteller sind seriös, wobei die Zielgruppe, vor allem der Marken im höheren Preissegment, Senioren sind. Das oben abgebildete Plakat erzeugt zwar bei jungen Familien oder auch bei Jugendlichen vielleicht eine ansprechende Wirkung, könnte von Senioren jedoch als anzüglich empfunden werden. Ich gehe jedoch davon aus, dass dieses Plakat mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr stark polarisieren würde.

Laut Professor Doc. Konrad Zerr sind daher auch Guerilla-Maßnahmen  generell an einer klaren, unverwechselbaren Markenpositionierung auszurichten und unterliegen den Grundsätzen der integrierten Kommunikation zur Steigerung des Markenwertes. Uns ist klar was wir mit unserer Werbung kommunizieren möchten, jedoch ist die Frage, ob dies bei den Lesern auch richtig ankommt?

 

Nicole Hörnle

Studiengang Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden Württemberg, Campus Ravensburg

Ein Gedanke zu “Guerilla Marketing in der Freizeitfahrzeugbranche

  1. Pingback: Gesucht? Gefunden! – Die Hymer AG als Branchenvorreiter in der digitalen Welt | #mediawandel

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