Tomorrowland – zwischen Faszination und Wahnsinn

Wer eines der 180.000 Tickets für das Festival Tomorrowland 2013 in Belgien ergattert hat, kann sich glücklich schätzen. Denn das Festival war wie auch schon 2012 innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Einzige offizielle Möglichkeit jetzt noch an Tickets zu kommen: In die Warteliste eintragen. (Die Anzahl der Wartenden 2012: 2.000.000 Menschen und 2013 wird dies nicht viel anders sein.) Wer etwas Geld zur Verfügung hat kann sich auch über Ebay oder dem dubiosen Kartenportal Viagogo ein Ticket mit Zeltplatz ab 1.500€ ergattern, wobei letzterer sogar garantierten Einlass in das Festival verspricht. Und dies obwohl laut Tomorrowland der Weiterverkauf verboten ist. (Personalisierte Tickets)

Doch 180.000 Tickets lassen sich nicht einfach so innerhalb weniger Minuten verkaufen. Dahinter steckt ein hocheffektives Werbekonzept. Und dies lautet: Social Media.

Haben Sie dieses Video auch gesehen?

Dann sind Sie einer der knapp 55.000.000 Views die der 20 Minuten Film über Tomorrowland 2012 hat. Tomorrowland hat es geschafft ihre Fans emotional zu bewerben. Wer dieses Video sieht, will auf dieses Festival.

Dazu kommen 3 Mio „Gefällt mir“ auf Facebook und 250.000 Followers auf Twitter.

Tomorrowland_bild
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Wer noch im Hinterkopf hat, dass dieses Festival 180.00 Tickets zur Verfügung hat und hier mit ein paar wenigen Klicks 3,25 Mio potentielle Kunden ohne Streuverlust erreicht, kann sich denken wie Wertvoll Social Media für das Marketing von heute und morgen ist.

Und das Ergebnis des Marketings kann sich leicht abschätzen lassen:

Eintritt: 180.000 x 250€ =                  45.000.000€

Camping: 120.000 x ca. 100€ =         12.000.000€

Verpflegung: 180.000 x ca. 120€ =    21.600.000€

Sonst. Dienstl.=                                    1.000.000€

Merchandising: =                                 2.000.000€

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Umsatz an einem Wochenende:      81.600.000€

Markenbildung ist in Zeiten von Social Media sehr wichtig. Je bekannter die Veranstaltung, umso leichter das Marketing in Social Media – und das Paradebeispiel dazu ist: Tomorrowland.

Für alle die kein Ticket ergattert haben bzw. über keine 1500€ verfügen, gibt es eine neue Change vom Veranstalter des Tomorrowland Festivals ID&T für ein erstmaliges Festival Ende September: Tomorrowworld

Martin Führle

Studiengang Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden Württemberg (Campus Ravensburg)

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2 Gedanken zu “Tomorrowland – zwischen Faszination und Wahnsinn

  1. Es würde mich mal interessieren wie Sie auf die Zahlen gekommen sind. 120.000 Leute die das Camping-Angebot in Anspruch nehmen? Meines Wissens sind es lediglich 35.000 Menschen, desweiteren kostet es keine 100€ sondern knapp die Hälfte (Basic und Comfort kombiniert). Auch alle anderen Preise sind maßlos übertrieben! Ich war 2012 auf dem Festival und die Berechnung wäre ich jetzt pleite. Vielleicht das nächste mal ein wenig besser recherchieren.
    Viele Grüße

  2. Guten Tag,
    in einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben. Es waren tatsächlich nur 35.000 Menschen auf dem Camping Platz.
    Der Eintrittspreis kostet regulär 237€. Da es noch viele weitere VIP Pakete gibt die bei 439€ anfangen habe ich auf 250€ aufgerundet. Der Camping Preis ist ebenfalls gerundet da es viele verschiedene Angebote gibt (bereits aufgebautes Zelt, eigener Bungalow mit eigenem Pool…) Hier sind wesentlich höhere Preise als 100€ auf dem Camping Platz.
    Auch bei den anderen Zahlen würde ich heute bleiben, bei Merchandising und sonstige Dienstleistungen sogar eher mehr. (Merchandising wären 11€ pro Person. Ein T-Shirt kostet da schon mehr). Sonstige Dienstleistungen betrifft unter anderem die Flüge die Tomorrowland als Pauschalreise aus der ganzen Welt anbietet. Ticket + Unterkunft+ Flug kostet aus Deutschland ca. 900€. Und dies ist noch weit unter dem Preis wie wenn man z.B. aus der Türkei, Amerika oder Afrika anreist.
    Verpflegung 120€ finde ich sogar recht wenig. Bei 4 Tagen bedeutet das 30€ pro Tag. ( Ich bräuchte bedeutend mehr! )
    Alles in allem denke ich dass die Zahlen nicht übertrieben sind, tendenziell würde ich sogar etwas mehr Gesamtumsatz schätzen. Vor allem im Bereich Merchandising und Dienstleistungen.
    Bei einer solch breiten Recherche kann ich nicht immer von dem günstigsten Fall (wie es evtl. bei Ihnen war) ausgehen sondern muss das „ganze“ sehen.
    Aber wie auch schon in meinem Blog geschrieben: die Werte sind geschätzt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Führle

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