Über das Zwitschern von Pressemitteilungen

Hashtag_mug

Quelle: IWOOT

Dass sich unsere Kommunikationskanäle in den letzten Jahren ständig verändert haben und dies neue Anforderungen mit sich bringt, ist nichts Neues. Vor wenigen Jahren bestand die Informationsbeschaffung für Pressemitteilungen noch darin, dass sich Journalisten Zeitungen durchgelesen haben und sich Nachrichtenagenturen angeschaut haben, wie es Martin Gropp, FAZ – Wirtschaftsredakteur, in einem Interview berichtet. Doch werden Journalisten weiterhin alle Informationen direkt von den PR-Verantwortlichen der Unternehmen oder aus Zeitungen entnehmen? Oder ist es nicht an der Zeit, die klassischen Kommunikationskanäle abzustoßen und sich den Neuen des Web 2.0 zu widmen? Werden Pressemitteilungen in Zukunft über Twitter den Journalisten zugezwitschert?

Pressemitteilungen als Tweets? – Geht gar nicht!

Gerade mal 140 Zeichen hat man in so einem Tweet zur Verfügung. Pressemitteilungen sind zwar kurz und knapp, allerdings wird der Platz eines Tweets hierfür nicht ausreichen. In den Tweets können lediglich Hinweise auf PR-News gegeben werden, die dann mit einem Link zu der vollständigen Pressemitteilung führen. Aber nicht nur das Platzproblem ist ein Hindernis für die PR. Auch für Journalisten haben Pressemitteilungen als Tweets bei Twitter zwei Seiten. Positiv ist einerseits die schnelle und einfache Informationsbeschaffung. Es müssen keine Mails für Anfragen mehr gestellt oder Zeitungen durchforstet  werden. Twitter ist für jeden zugänglich und somit können sich auch Journalisten einfach an den Tweets bedienen. Doch genau hier liegt auch schon die negative Seite. Twitter ist für jeden zugänglich. Das bedeutet, dass sich jeder Journalist an den gleichen Informationen bedienen kann.

Twitter – „Fluch und Segen“

Twitter hat neben vielen anderen Kommunikationskanälen des Web 2.0 zwei Seiten. Neben seiner Echtzeitgarantie und seiner großen Reichweite, hat man bei Twitter auch die Möglichkeit Emotionen zu zeigen, es „menscheln“ zu lassen, wie es Sonja Salmen und Helmut Beckmann in ihrem Buch schreiben. Verschiedene Accounts ermöglichen es den Mitarbeitern des Social-Media Teams, Nutzer von Twitter besser kennen zu lernen, auch Privates von sich preiszugeben und so letztendlich Schlüsse über Interessen und Meinungen der Kunden zu ziehen. Auch positiv ist die Nähe zur Konkurrenz und Leuten, wie bspw. kleinen Technologieblogs, die man normalerweise nicht auf dem Schirm hat, wie es Martin Gropp im Interview erwähnt. Twitter ist dynamisch, es entwickelt sich weiter und es findet ein direkter Austausch mit den Lesern statt, so Martin Gropp. Tweetet ein Unternehmen etwas, so kommen auch Reaktionen darauf zurück. Dieser Dialog ist einerseits ein Segen, da man so mehr über Kunden und Interessenten erfährt, andererseits auch Fluch, da schnell reagiert werden muss. Es sind nicht nur positive Themen die in einem solchen Blog aufkommen. Auch Feedback wie: „Da hast du aber einen Fehler gemacht“, wie es Martin Gropp sagt, kann auf ein Unternehmen zurückkommen. Trotzdem erwarten Kunden wie auch Journalisten eine Stellungnahme. Das heißt also die Ruhe zu bewahren und dem Leser eine Antwort wie: „Der Fehler wurde beseitigt“ zurückzugeben.

Schon gehört was gezwitschert wird?!

Twitter als neuen Kommunikationskanal zu nutzen, Journalisten sowie Interessenten auf diese Weise mit Informationen zu bedienen, reicht allein nicht aus. Der Kurznachrichtendienst war das schnellstwachsende soziale Netzwerk 2012 und hat im vergangenen Jahr seine aktiven Nutzer um vierzig Prozent auf fast 300 Millionen gesteigert. Alleiniges „darauf los-tweeten“ reicht nicht aus, um Twitter erfolgreich als neuen Kommunikationskanal zu nutzen. Einer der wichtigsten Punkte für den Erfolg mit Twitter ist das Monitoring. Dies hat auch ein Webscreening über den aktuellen Stand der Stadtwerke Konstanz im vergangenen Jahr gezeigt. Bei der Durchsuchung des Webs nach Berichten über die Stadtwerke Konstanz wurde ein Eintrag in Facebook entdeckt, in welchem ein Nutzer eine Hanfplanze gepostet hat, die auf dem Gelände der Stadtwerke Konstanz wuchs. Niemand wusste von diesem Eintrag, da die Stadtwerke dato nur in sehr geringem Maße Monitoring betrieben. Außerdem ist wichtig zu wissen, wo meine Zielgruppen sind, was sie interessiert und bewegt und vor allem wie ich als Unternehmen darauf reagieren kann.

Zwitschern wir also in Zukunft unsere Pressemitteilungen per Twitter den Journalisten zu? Wahrscheinlich eher weniger. Durch Twitter ist ein neuer Kommunikationskanal dazugekommen, allerdings ist es Stand heute, wie es Martin Gropp abschließend auch im Interview sagt, am besten anzurufen oder eine E-Mail beginnend mit: „Ich hätte da ein Thema“ zu schreiben.

 

Stefanie Grünbacher

Studiengang Industrie, 3. Semester, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Ravensburg

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s