Warum Facebook besser ist als seine Konkurrenten

Heutzutage sind die Sozialen Netzwerke ein Teil unseres Leben geworden, der nicht mehr wegzudenken ist. Dementsprechend ist auch das Angebot in den letzten Jahren förmlich „explodiert“. Twitter, Gmx, stayfriends, schuelervz, wer-kennt-wen, studivz, meinvz, myspace, xing oder jappy – nur einige wenige der beliebtesten deutschen Plattformen. Doch eine Online-Gemeinschaft fehlt bei der Aufzählung natürlich: Facebook. Ursprünglich als „Facemash“, ein inoffizielles bebildertes Jahrgangsverzeichnis, von Marc Zuckerberg für die Studenten der Harvard-University gegründet, legte es seit seiner offiziellen Eröffnung im Jahre 2004 eine beispiellose Karriere hin. Das Unternehmen konnte zunehmend Nutzer in immer mehr Ländern gewinnen, was schließlich dazu führte, dass Facebook heute etwa 901 Millionen Nutzer weltweit verzeichnen kann und nach Alexa & Google Trends for Websites traffic data (december 2011) in 127 von 136 analysierten Ländern auf Platz 1 der meist genutzten Social Media-Plattformen steht. Mit knapp 20 Millionen deutschen Nutzern (Stand: Dezember 2011) ist Facebook auch hierzulande der beliebteste Anbieter. Doch warum schaffte es gerade Facebook, sich aus diesem Pool von Sozialen Netzwerken hervorzuheben? Wodurch unterscheidet es sich von anderen Diensten wie z.Bsp. Twitter, was in Deutschland nur etwa 500 000 aktive Nutzer hat (Stand: 2. Quartal 2011) ?

 

Facebookaufplatzeins

1. Facebook ist international

Während es andere Dienste wie zum Beispiel studivz verpassten, ihr Angebot rechtzeitig zu internationalisieren, bot Facebook ab 2008 verschiedene Lokalisierungen an. Heute ist die Plattform in 77 verschiedenen Sprachen plus zwei weiteren Englischvarationen verfügbar. Twitter beispielsweise bot das Benutzerinterface erst im November/Dezember 2009 in den Sprachen Spanisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Japanisch (als einzige Sprache neben Englisch schon seit 2008 verfügbar; Japanisch ist heute nach Englisch die am zweithäufisten verwendete Sprache bei Twitter) an. Es kommen zwar nach und nach weitere Sprachen dazu, jedoch erfolgt die Internationalisierung beim „Zwitscherdienst“ eindeutig zu spät. Facebook passte die Sprachen in den jeweiligen Hauptnutzungsländern dagegen rechtzeitig an, wodurch man sich mit der Plattform eher identifizieren konnte und diese gegenüber anderen, bis dahin nicht in eigener Sprache verfassten Diensten, natürlich favorisierte. 

 

2. Facebook entwickelt sich weiter

Seit seiner Gründung hat sich Facebook kontinuierlich weiterentwickelt. Man scheut sich auch nicht große Entwicklungen durchzuführen, selbst dann nicht, wenn diese den Usern zunächst nicht zusagen. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Einführung der sogenannten „Chronik“: Die Profilseite der User, die bisher „Pinnwand“ genannt wurde, wurde durch eine Art Zeitleiste ersetzt. Diese soll den Nutzern eine übersichtlichere und strukturiertere Basis für die eigenen Inhalte bieten. Ein weiteres nettes Tool, was dadurch ermöglich wurde, war das Einstellen eines Titelbildes, welches sich am obersten Rand des Profiles befindet und der Seite offensichtlich noch mehr Kreativität und Individualität verleihen soll.

Ein weiteres Beispiel für große Umstellungen war auch die Veränderung des Chatsystems oder das Einstellen eines „Newsfeeds“ über der Chatleiste, welcher Aktivitäten anderer User in Echtzeit darstellt.

Gerüchten zu Folge versucht Facebook seit Ende 2011 die Video- und Musikplattform noch weiter auszubauen und die Seite HTML-5-fähig zu machen, sodass Videos auch auf Tablets, angezeigt werden können, die bislang kein Flash unterstützen.

Man sieht also: Während andere Plattformen irgendwann aufgehört haben, sich weiterzuentwickeln – sei es aus Angst vor negativem User-Feedback oder aus fehlendem Enthusiasmus oder fehlenden Ideen – hat sich Facebook schon immer bemüht, den Nutzern neue Tools zu bieten und die Bedienung zu erleichtern.

 

Fbzwei

Aktuelles Facebook-Profil mit Chronik, Titelbild, Newsfeed und Chatleiste

 

3. Facebook ist einfach zu bedienen und bietet mehr als nur Kommunikation

Ein weiterer Aspekt, der für Facebook spricht, ist die leicht zu bedienende Benutzeroberfläche. Ein einfach zu händelndes Chatsystem und die Möglichkeit, Statusmeldungen schnell und unkompliziert einzustellen sprechen für sich. Begriffe wie „Hashtag“ und „Tweet“ beispielsweise lassen hingegen bei Nicht-Twitter-Usern oftmals ein großes Fragezeichen entstehen und schrecken eher ab. Auch der Begriff „Gefällt mir-Button“ scheint zunächst passender und gewählt als eine „Follow-Funktion“.

Darüber hinaus bietet Facebook auch ein einzigartiges Angebot an plattforminternen Spielen und Anwendungen und umfangreiche Funktionen um Gruppen zu gründen und Veranstaltungen einzustellen – Funktionen die bei vielen anderen sozialen Netzwerken gänzlich nicht verfügbar sind.

 

4. Jeder hat es..

901 Millionen Nutzer weltweit beeinflussen (zumindest in den Hauptnutzungsländern) natürlich auch das direkte Umfeld eines Jeden. Bei mir persönlich sind etwa geschätzte 85 % der Bekannten und Verwandten bei Facebook registriert. Somit möchte ich natürlich die Möglichkeit nutzen mit ihnen dauerhaft in Kommunikation zu stehen, Inhalte zu teilen und auf dem Laufenden zu sein.

Verglichen mit Twitter: Innerhalb meines Verwandten- und Bekanntenkreises ist mir keine einzige Person bekannt, welche Twitter nutzt. Stars, die mich interessieren, haben in den meisten Fällen neben dem Twitter- auch einen Facebookaccount, wodurch Twitter für mich schließlich uninteressant wird.

 

Letztlich lässt sich der Erfolg des größten Social-Networks also unter anderem auf eine rechtzeitige Internationalisierung der Plattform, dessen zahlreiche und einschlagende Weiterentwicklungen, das einfache und benutzerfreundliche Benutzerinterface und die enorm hohe Nutzerzahl (fast ein 1/7 der Weltbevölkerung), die Facebook heute verzeichnen kann, zurückführen.

Ich persönlich nutze Facebook auch deshalb, weil es mir einfach zu aufwendig wär, mehrere Social-Network-Profile zu pflegen bzw. zu aktualisieren und es für mich aus oben genannten Gründen einfach am attraktivsten ist.

Facebook ist einfach ein Alleskönner, der es möglich gemacht hat, die ganze Welt zu vernetzen und wir dürfen gespannt sein, welche Innovationen Zuckerberg & Co in Zukunft für uns entwickeln werden. Jedoch sollte sich Facebook seiner Vormachtstellung dennoch nicht zu sicher sein, denn wie schnell man sich selbst als milliardenschweres Erfolgsunternehmen in das eigene Bein schießen kann, hat dessen Börsengang in den vergangenen Wochen gezeigt. Außerdem befinden sich weitere Dienste wie Xing oder LinkedIN stark im Aufwind. Auch was den Umgang mit den Daten der User betrifft, wofür Facebook ohnehin stark in der Kritik steht, muss man aufpassen, dass man nicht endgültig den Bogen überspannt.

 

Niklas Volland

Studiengang Kommunikationswissenschaft an Otto-Friedrich Universität in Bamberg

 

 

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Ein Gedanke zu “Warum Facebook besser ist als seine Konkurrenten

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