Mehr Aufmerksamkeit für Cybermobbing

Die Privatsphäre ist als Menschenrecht in allen Demokratien verankert. Doch ein Mark Zuckerberg erklärt, dass so etwas wie Privatsphäre etwas von gestern sei. Ein Wert, der heute keine Bedeutung mehr hat. Man kann ihm diese Aussage vorhalten und sich darüber empören, man kann ihm vorwerfen, dass er mit Kundendaten nicht ganz korrekt umgegangen ist. Aber jedes einzelne Mitglied von Facebook hat sich doch freiwillig dazu entschlossen, sich bei Facebook anzumelden um sich digital preiszugeben. Jeder weiß um die Diskussion mit Privatsphäre im Internet und dem undurchsichtigen Datenschutz. Doch Facebook bietet nun mal die populärste Form ein ideales Selbstbild zu schaffen. Doch endet diese Selbstdarstellung oft in einem Zwang. Internet ist bereits offiziell als Sucht zu bezeichnen. Mittlerweile beschäftigen sich Suchtberatungen mehr mit dem Internet als mit Drogen und Alkohol. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wie in dem Blog über Medienkompetenz lässt sich auch hier wieder anmerken, dass die Aufklärung über das Internet nun mal extrem wichtig geworden ist. Meiner Meinung nach kann man nicht genug Aufmerksamkeit darauf lenken.
Hierfür gibt es zum Beispiel das Bündnis gegen Cybermobbing. Sie haben den ersten Schritt Richtung Aufklärung getan. Ihr Ziel ist es eben zusammen mit Eltern, Experten und Lehrern die Weiten des Internet etwas besser zu verstehen.

Ziele

Quelle: Bündnis gegen Cybermobbing.Ziele.

Dieses Bündnis steht mit ihrem Kampf gegen Cybermobbing natürlich nicht alleine da. Befasst man sich etwas mehr mit dem Thema Cyber-Mobbing fällt auf, dass es zwar viele einzelne Organisationen und Bündnisse gibt, die gegen das Mobbing vorgehen wollen. Dieses Video  leitet ebenfalls auf eine Seite, die versucht Klarheit in Sachen  Datenschutz zu vermitteln. Man könnte jetzt auf eine Menge weiterer Seiten verweisen. Auch bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken stößt man immer wieder auf Gruppen, die sich gegen das Mobbing im Internet wehren. Doch da liegt doch das eigentliche Problem. Ja es gibt die Gruppen die Informationen und Hilfe gegen Attacken im Internet bieten. Doch sie sind zu unpopulär. Gleichzeitig kommt man zu der Frage, wer für so eine Aufklärung überhaupt verantwortlich ist. Die Kompetenz dazu wird hin und her geschoben und keiner weiß wirklich wer jetzt etwas an dem Status Quo ändern kann und sollte. Vor kurzem fand die CDU Medianight statt, bei der sich Politiker ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt haben. Ein wichtiges Ereignis, denn Politiker haben aufgrund ihrer Stellung in der Gesellschaft nun mal mehr Aufmerksamkeit. Ihnen wird vielleicht mehr zugehört, als kleinen Organisationen, die sich erst einmal etablieren müssen. Doch auch da bleibt das Endergebnis die Feststellung, dass eine gesetzliche Regelung fehlt.

„Ein wirksamer Jugendmedienschutz beschäftigt die Medienpolitik seit Jahren, trotzdem fehlt noch immer eine neue gesetzliche Regelung. Um die Diskussion zu befördern, hat der Medienpolitische Expertenkreis der CDU Deutschlands Leitlinien für eine Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages erarbeitet. So soll zum Beispiel neben die bisher vorgesehene Alterskennzeichnung die Kennzeichnung „B“ für Blogs treten. Jugendschutzprogramme sollen auch für die führenden mobilen Betriebssysteme verfügbar sein. Ziel muss es sein, neue gesetzliche Regelungen gemeinsam mit den Betroffenen zu erarbeiten. Denn Jugendschutz in den Medien ist angesichts der neuen Herausforderungen des Netzes mehr als der Schutz Jugendlicher vor Sexual- und Gewaltdarstellungen: Eltern wie Jugendliche sehen sich heute mit Mobbing, Identitätsklau, Sucht, Stalking, Abzocke und vielem mehr konfrontiert. Wie können diese neuen Phänomene effektiv bekämpft werden? Wie können jugendliche Nutzer für die Gefahren sensibilisiert werden? Was können Eltern und Lehrer tun? Was kann der Gesetzgeber dabei leisten?“ Quelle: CDU Medianights.

Immerhin ein Fortschritt in die richtige Richtung. Doch warum das Ganze in vielen kleinen Teilen aufbröseln? Wir haben dort ein Bündnis, hier ein paar Politiker. Wir brauchen einen festen Punkt, an dem sich alle beteiligen können. Ganz frei nach dem Motto „Zusammen sind wir stärker“. Das Bündnis gegen Cybermobbing versucht alle möglichen Unterstützer auf ihre Seite zu ziehen. Engagement für eine gute Sache, wie ich finde. Je mehr Unternehmen oder Privatleute sich daran beteiligen, desto mehr Aufmerksamkeit erlangt die Thematik. Eine einfache Milchmädchenrechnung. Und solange dieses Thema des Cybermobbing in der Politik nicht zu einem brauchbaren Ergebnis führt mit einer gesetzlichen Regelung, muss in dieser Form weiter gegen Mobbing im Internet angegangen werden. Aber nichtsdestotrotz wäre es meiner Ansicht nach besser, wenn sich alle Organisationen und Gruppen zusammen schließen würden, einfach um zu polarisieren. 

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Quelle: Cybermobbing Plakat

Larissa Remfert

Otto-Friedrich-Universität Bamberg, BA Kommunikationswissenschaft, 4. Fachsemester

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Ein Gedanke zu “Mehr Aufmerksamkeit für Cybermobbing

  1. Pingback: Let´s get naked: Über Privatsphäre und Transparenz | #mediawandel

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