Facebook ade!

Ja, ich habe mein Facebookprofil gelöscht! Es war keine spontane Entscheidung, denn schließlich machte es mir Facebook möglich mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Gerade nach meinem Auslandsjahr, als sich die Freundschaften plötzlich über alle Kontinente verteilten, war dieses Angebot natürlich sehr praktisch. Aber der scheinbare Zwang immer von allen alles wissen zu müssen/wollen/sollen und dabei doch nur oberflächlich in Kontakt zu treten, nervte mich der Zeit.
Also bin ich raus – natürlich nicht ohne vorher meine Freundesliste durchzuforsten. Wer wird gelöscht? Wer ist mir wichtig? Habe ich von diesen Leute Kontaktdaten? Es war ein geordneter Rückzug und ich habe ihn nicht bereut.

Warum steigt man aus?

Ich bin nicht die Einzige die aus Facebook ausgestiegen ist. 2010 wurde gar schon das Phänomen Massenausstieg angekündigt. Soweit ist und wird es in nächster Zeit nicht kommen. Trotzdem habe ich auch ein paar Freunde die den selben Schritt getan haben, aus den unterschiedlichsten Gründen. Bei keinem lag es aber daran, dass er oder sie zu den Internetverweigerern zu zählen ist – im Gegenteil, wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit im Netz. 
 
Vielleicht ging es einigen so wie Tyson oder wie Ross im folgenden Video:

Sich beruhigen und mal tief durchatmen

Ich kann Silke Burmester in ihrer Forderung nur zustimmen. Ja, wir sollten uns ein bisschen beruhigen und mal tief durchatmen. Ständiger Input macht auf Dauer auch nicht glücklicher. Beim Seminar „PR im Wandel – Medienarbeit in Echtzeit“ – in dessen Rahmen Beiträge in diesen Blog eingepflegt werden – hat Thomas Mavridis erklärt, dass es in der PR sehr darauf ankommt Zuhören zu können.
Ich frage mich aber, wie viele Leute noch dazu im Stande sind bei einer Konferenz, einem Seminar oder einem Kaffee mit einem Freund wirklich konzentriert zuzuhören, ohne sich von ihrem Smartphone ablenken zu lassen? 
 
Facebook ist nicht alles

Ich bin Facebook-Aussteiger, aber kein Social Media Verweigerer. Ich nutze Skype. Xing, Flickr, Youtube und einen Blog. Wenn ich Informationen suche, dann über Google. Meine Emails laufen über einen alternativen Anbieter. Die Zeitung lese ich online. Zum Fernsehen nutze ich die Mediatheken undonline kann ich Radioprogramme aus aller Welt empfangen. Ich habe das Gefühl, dass ich auch ohne Facebook gut informiert bin. Schließlich gibt es auch noch andere Kanäle, um Kontakte zu knüpfen, in Kontakt zu bleiben, Informationen zu finden und auszutauschen. Für mich gehörten Social Media zum Leben dazu, aber ich entscheide inzwischen bewusst, welche Angebote ich nutze.

Ca. 6,2 Millionen 18 – 24 jährige und 6,3 Millionen 25 – 34 jährige sind auf Facebook vertreten. Das sind ca. 90% bzw. ca. 65% der jeweiligen Altergruppe (nach eigene Berechnung aufgrund von Daten von allfacebook.de und dem Statistischen Bundesamt). Das ist ohne Frage ein großer Teil, aber es sind nicht alle. Und nicht alle melden sich tagtäglich auf Facebook an. Es ist also durchaus sinnvoll auch andere Social Media Kanäle zu bedienen bzw. auch die eigene Homepage weiterhin gut zu pflegen, denn für mich ist diese immer noch das Indiz dafür, wie sich ein Unternehmen oder eine Organisation nach außen repräsentiert.

Theresa Bittschi

Studiengang Diplom Geographie, Otto-Friedrich Universität Bamberg   

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