Beruhigt Euch!

… lautet der Titel des neuen Buches von Silke Burmester. Die Kriegsreporterin der taz, die unter Anderem auch für Die Zeit, Nido und den stern schreibt, beschreibt in ihrem 32 Seiten-langen Pamphlet über die medialen Hype- und Aufregerthemen und warum wir diese nicht so ernst nehmen sollten.

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(Bild: Julia Kronbügel)

Wirrnis schaffen, Verunsicherung, Panik, Hysterie und Angst – das ist das Kapital der Medien, denn „nichts ist abstrakt [ … ] genug, als dass es sich nicht eignen würde, um das Gefühl zu schüren: Das Unheil ist ganz nah“.
Silke Burmeister erinnert daran, dass der Winter eben 89 Tage zählt und wir Menschen, als Geschöpfe der Natur, wunderbar mit den Temperaturen unter der Null-Grad-Grenze und dem Schnee leben können. Doch die ARD macht in ihrer Sondersendung „Brennpunkt“ in „Windeseile aus drei Schneeflocken eine Schneewalze“.
Und wenn am anderen Ende der Welt jemand hustet, könnte schon bald ein neuer Killervirus ausbrechen, der uns alle dahinrafft. Denn „die Vorstellung, dass man in den letzten Jahren bereits diverse Killerangriffe überlebt hat, ist kein Trost, schließlich erhöht diese Tatsache die Wahrscheinlichkeit, dieses Mal dran glauben zu müssen“. Die Medien werden es schon hinbekommen – mit Experten, Medizinern und fürchterlich schockierenden Bildern – dass die Menschen wieder einmal in Panik ausbrechen.
Und wie Sie twittern nicht?! Dokumentieren Ihr Leben nicht auf Facebook oder Tumblr? Wie beweisen Sie dann, dass Sie auch wirklich im Urlaub oder auf einer Party waren, denn „nur, wer sich eine Identität im Netz erschafft, ist auch wirklich existent“.

„Globaler Informationsoverkill“ – so Burmester. Meldungen und Nachrichten erschienen früher täglich in den Zeitungen und um 20 Uhr zur Tagesschau, heutzutage „pumpen“ Journalisten beinah im Minutentakt neue Zahlen, Fakten und Ereignisse in die Medien. Im Zeitalter der neuen Medien verbreiten sich Informationen wie ein „Lauffeuer“ und der Inhalt ist schlicht und ergreifend zu viel.
Die Medien verkaufen alle paar Wochen neue Trends; Themen sollen bloß nicht aus dem Bewusstsein rutschen.
Der mediale Umgang mit bestimmten Themen und die damit verbundene mediale Wirklichkeit, so empfiehlt Burmester, müssen kritisch hinterfragt und die Fülle an Informationen, der wir täglich von den Medien ausgesetzt sind, selektiert werden, denn sie haben die Beachtung häufig gar nicht verdient.

In ihrer „Anleitung zum Runterkommen“ rät die Autorin, den Fernseher auch einfach mal auszulassen, Abstand gewinnen und die Energie wieder für andere, wesentlichere Dinge aufzubringen. Schließlich braucht man diese.

 (Quelle: youtube) 

Ich stimme Silke Burmester zu, jedoch ist es meiner Ansicht nach nicht so einfach, wie sie es darstellt. Dass die Medien heutzutage viel Irrelevantes hochkochen, um es gut verkaufen und dass das oft nervt, steht außer Frage. Aber gibt es überhaupt noch einen anderen Weg die Aufmerksamkeit der Rezipienten zu gewinnen? Wollen sich die Leute, losgelöst von ihren eigenen Problemen, nicht sogar manchmal um den „Kram“ anderer kümmern?

 

Julia Kronbügel

Studiengang Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg

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