Corporate Blogs als PR-Instrument – Mission „Unternehmen zeigen ihr Gesicht“

Das Internet erzählt eine Geschichte. Eine unendliche Geschichte mit vielen verschiedenen Enden, die sich doch alle gleichen, mit Wahrheiten und Unwahrheiten, Bildern, Videos aber auch Gefahren und Risiken. Und die Menschen lieben Geschichten, was man zum Beispiel am Erfolg der Timeline von Facebook erkennt. Denn Facebook nutzt genau diese Vorliebe und lässt seine Mitglieder ihre Lebens- bzw. Unternehmensgeschichte  erzählen.

Weltweit sind über 900 Millionen Menschen auf Facebook registriert und auch viele Unternehmen nutzen Facebook und die anderen sozialen Netzwerke mittlerweile als Marketinginstrument und Kommunikationskanal. In manchen Unternehmen werden sogar sogenannte Social-Media-Manager eingestellt, als Experten für die Kommunikation übers Internet. Beim Entwickeln der Social-Media-Strategie wird an alle Kanäle gedacht – nur ein Instrument wird oft beiseitegeschoben: der Corporate Blog (=Unternehmensblog). Dabei kann auch dieser in der Unternehmenskommunikation wahre Wunder bewirken. Momentan wird zu diesem Thema viel diskutiert: Hat Facebook alle anderen Kommunikationskanäle unter sich begraben? Ist das Zeitalter der Corporate Blogs vorbei?  Wie funktioniert so ein Corporate Blog überhaupt? Schadet er nicht mehr als dass er nützt?

Leider nutzen nur wenige Unternehmen diese Art von Kommunikation, da oft die Wirkung eines Blogs unterschätzt wird. Deshalb möchte ich in diesem Artikel die Chancen, Risiken und Herausforderungen eines Corporate Blogs vorstellen, damit mehr Unternehmen dieses Instrument in ihre Public Relations Strategie oder in die interne Kommunikation einbeziehen.

Facebook und die anderen sozialen Netzwerke haben die Blogs nicht überholt! Blogs sind einzigartig, authentischer und persönlicher als soziale Netzwerke und vor allem können sie ein Wettbewerbsvorteil sein! Warum? Darum! Es gibt viele Gründe, die für einen Unternehmensblog, und wenige, die dagegen sprechen.
Es gibt viele verschiedene Arten von Corporate Blogs. Ansgar Zerfaß hat diese in einer Graphik zusammengefasst. Die Graphik zeigt nicht nur welche Arten von Unternehmensblogs es gibt, sondern auch in welchem Bereich und wofür sie einsetzbar sind. (Nähere Erklärungen hier)

Zerfa2

(Quelle: Zerfaß,Ansgar: Corporate Blogs. Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen. In: Big Blog Initiative Germany. 2005)

Ein Blog muss interessant und aktuell sein, sonst liest ihn keiner – Klar. Wenn ein Blog viele Leser (und dadurch viele Klicks) hat, steigt er im Ranking von Google, was wiederum zu einer größeren Sichtbarkeit des Unternehmens beiträgt, was wiederum Neukunden anlockt, was wiederum…
Kunden müssen natürlich auch bei der Stange gehalten werden – das funktioniert am Besten, wenn der Kunde dem Unternehmen Vertrauen schenkt. Nun, man vertraut Menschen, die man sehr gut kennt.  Durch persönliche Beiträge von Mitarbeitern oder sogar dem Chef des Unternehmens bekommt der Kunde einen besseren Einblick in das Unternehmen. Das Unternehmen bekommt ein Gesicht und eine eigene Persönlichkeit, wodurch das Vertrauen des Kunden immens steigen kann. In der Masse der Facebookupdates ist dies besonders wichtig, denn hier entscheidet der Kunde selbst, ob er einen Blog konsumieren möchte oder nicht.
Aber es sollte nicht nur die Interaktion mit dem Kunden beachtet werden, auch ein interner Blog kann Vorteile mit sich bringen. Hier können sich Mitarbeiter vernetzen, Wissen untereinander austauschen und weitergeben (der Autor wird hierbei zum Experten), Verträge mit anderen Stakeholdern aushandeln, den Betriebsausflug planen usw., je nachdem welche Art Corporate Blog man wählt. Hierdurch schafft man auch Vertrauen der Mitarbeiter in die Firma, die Firma wird transparenter und der bloggende Chef ist zum Anfassen nah.

Bei Allem muss aber beachtet werden, dass ein Corporate Blog nur nützt, wenn er regelmäßig betrieben wird. Wenn der Blog nicht aktuell gehalten wird, kann das schnell ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfen. Hierbei ist das Problem, dass zwar das Einrichten eines Blogs kostenlos ist – das Betreiben dagegen nicht. Denn Zeit = Geld und der oder die bloggende(n) Mitarbeiter betreibt den Blog nicht in der Mittagspause oder in seiner Freizeit, sondern während der Arbeitszeit. Ein Blog schafft dem Unternehmen mehr Öffentlichkeit, denn nicht nur dass ein aktueller Blog sich positiv auf das Google Ranking auswirkt, auch die Vernetzung mit verschiedenen anderen Bloggern verschafft Aufmerksamkeit. Diese Öffentlichkeit kann sich aber auch negativ auswirken. Wie schnell sich durch schlechte Kommentarmoderation ein Shitstorm  bilden kann, haben auch schon andere Unternehmen festgestellt. Zuletzt soll gesagt sein, dass auch beim Betreiben eines Weblogs es ungleich wichtiger ist Medienkompetenz zu wahren. Wer möchte schon den eigentlich so seriös wirkenden Chef auf den Karnevalsbildern vom Vorjahr begutachten? Das ist wirklich zu viel des Guten. Hier muss der Umgang mit einem Blog natürlich gelernt sein.Da ist Medienkompetenz nur eins von vielen Stichworten.

Mareike Rath
Kommunikationswissenschaft und Slavistik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s