Wie erreiche ich Journalisten im Social Media-Zeitalter?

Es ist allgemein bekannt, dass der investigative Journalismus innerhalb der letzten Jahren stark unter dem steigenden Angebot der Medien zu leiden hatte:
Zeitungsabonnements werden abbestellt, weil Printmedien ihre Artikel nun auch im Internet veröffentlichen, Fernsehsendungen sind dank Mediatheken im Netz nachzuvollziehen, sodass viele Zuschauer zu der eigentlichen Sendezeit nicht mehr einschalten und vor allem Nachrichtenagenturen konkurrieren mit der oft schnelleren Verbreitung von Nachrichten durch Social Media.
Doch bedeutet diese Veränderung, dass sich auch der Beruf des Journalisten gewandelt hat? Erreicht man Journalisten nun über andere Kanäle als früher?

Um diese Fragen beantworten zu können, muss man zunächst die verschiedenen Informationsplattformen untersuchen, die von Journalisten täglich bei ihrer Recherche genutzt werden.
Besonders stark frequentiert sind dabei, laut einer Studie der na-news aktuell von 2012, der E-Mail Verkehr sowie die Informationssuche über Suchmaschinen mit jeweils knapp 80%. Dahinter liegen mit ungefähr 50% eigene Archive und Nachrichtenagenturen und mit nur circa 30% werden Unternehmenswebsites und Presseportale verhältnismäßig selten konsultiert.
Ein weiteres wichtiges Recherchemedium stellen Soziale Netzwerke dar. Circa 30% der befragten Journalisten recherchieren dort täglich nach interessanten Inhalten. Dabei werden als Quellen letztlich meist Facebook, Youtube, Google+ und Twitter angegeben.

Doch nicht nur Texte und Informationen sind relevante Suchkriterien bei der Recherche eines Journalisten. Auch Bilder und Grafiken werden immer wichtiger.
Im Zeitalter der Social Media werden immer häufiger Nachrichten durch visuelle Mittel wie Bilder oder Videos verbreitet, da diese eine größere Aufmerksamkeit bei den Zuschauern erzielen und nachhaltiger in Erinnerung bleiben. So entwickelten sich beispielsweise auch Social Networks wie Instagram oder Pinterest, bei denen die Kommunikation unter den Nutzern ausschließlich über den Austausch von Bildern stattfindet.

Die Kunst des Journalisten besteht im Social Media-Zeitalter nun also darin, investigative Texte mit aussagekräftigen Bildern zu verknüpfen und Social Networks weder als Informationsquelle noch als Verbreitungsmedium zu scheuen.
Um schließlich mit Journalisten in Kontakt zu treten, bieten sich demnach sowohl bewährte Mittel wie E-Mails, Telefon oder Pressemitteilungen an, aber auch die Kontaktaufnahme über Social Networks dürfte in den meisten Fällen zum Erfolg führen, wie eine Studie der Zimpel Media-Daten GmbH 2012 zeigt.
Denn insbesondere Redakteure von Online-Medien nutzen die Social Media-Kanäle, um Kontakte aufrechtzuerhalten und zu pflegen.

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Hannah Reckhaus
Studiengang: Kommunikationswissenschaft, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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